mini|Hauptfront mit Mittelrisalit Das Schloss Potzneusiedl steht an der Hauptstraße in der Gemeinde Potzneusiedl im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland. Das Schloss steht unter Denkmalschutz ().

Geschichte Der Bau des Schlosses wurde durch die Adelsfamilie Batthyány unter der teilweisen Verwendung von gotischen Grundmauern ab 1796 errichtet. Für die Zeit davor werden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an diesem Standort Gebäude einer Lederfabrik oder einer Brauerei vermutet.Henny Liebhart-Ulm (Bearb.), Martha Fingernagel-Grüll (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Neusiedl am See. Österreichische Kunsttopographie Band LIX, Verlag Berger, Horn 2012, ISBN 978-3-85028-554-4. S. 648. In einer Landkarte ist um 1754/55 ein geometrisch angelegter Barockgarten ausgewiesen, für 1782 wird ein englischer Garten erwähnt. Davon sind im Schlossgarten des 21. Jahrhunderts nur mehr Andeutungen (z. B. die Anlage eines Zierbrunnens bzw. der Verlauf von Wegen) zu erkennen. In diesem Garten befindet sich auch ein Kapellenbildstock.Henny Liebhart-Ulm (Bearb.), Martha Fingernagel-Grüll (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Neusiedl am See. Österreichische Kunsttopographie Band LIX, Verlag Berger, Horn 2012, ISBN 978-3-85028-554-4. S. 654. 1808 war der Bau vollendet. Bis 1956 war das Schloss Residenz der Familie Batthyany, Luise Batthyany ist im Ortsfriedhof begraben. Es wurden hier glanzvolle Feste gefeiert. Als Gräfin Louise Batthyány, die letzte adelige Besitzerin, 1956 starb, vermachte sie das Schloss ihrem Leibarzt. Dieser behielt die Landwirtschaft und verkaufte das Schloss 1966 dem Wiener Kaufmann Gerhard Egermann,Amtliches öffentliches Grundbuch, Bezirksgericht Neusiedl am See, Katastralgemeinde 32022 Potzneusiedl, Einlagezahl 512. der in den folgenden Jahren das bereits desolate Gebäude wieder instand setzen ließ und es als Kunst- und AntiquitätenzentrumWebsite Schloss Potzneusiedl, ältere Fassung: revitalisierte. Er richtete hier 1970 das Erste Österreichische Ikonenmuseum ein, dessen Glanzstück eine KopieDas Original war nach ca. 1920 in verschiedenen europäischen Ländern, ein Aufenthalt im Schloss Potzneusiedl ist nicht belegt. Die Ikone befand sich ab ca. 1993 im Vatikan und ist seit 2005 wieder in Kazan: Adolf Hampel: Die Heimkehr der „Muttergottes von Kazan“. Die Odyssee der berühmtesten Ikone und Beschützerin Russlands wurde nach fast 85 Jahren jetzt beendet. (Abgerufen am 3. Mai 2026). der Ikone „Muttergottes von Kasan“ ist, durch die Potzneusiedl zu einem Wallfahrtsort für fromme Russen wurde. Für den Büchermarkt ist eine Zahl von 90.000 Büchern in 21 Räumen genannt.Büchermarkt Potzneusiedl (Abgerufen am 1. Mai 2026).

Das Schloss wird als Antiquitätensammlung mit Antiquariat geführt, dessen Schätze fast sämtliche Räume füllen. Daneben finden immer wieder Sonderausstellungen statt, zum Beispiel Bibeln aus fünf Jahrhunderten (2003), auch Buchpräsentationen finden statt.So zum Thema der Kinský-Pferde am 1. Mai 2026. Veranstaltungen wie der Potzneusiedler Theatersommer, Konzerte und Lesungen finden in der ehemaligen Kutschengarage statt, die als Theater- und Konzertsaal eingerichtet wurde. 1987 war das Schloss Potzneusiedl Sitz des Österreichisch-Ungarischen Kulturinstitutes, auch ein Österreichisch-Rumänisches Kulturinstitut ist bei den Informationen des Schlosses erwähnt,Österreichisch-Rumänisches Kulturinstitut (Abgerufen am 1. Mai 2026). wobei allerdings 2025 keine formalen Aktivitäten dieser Institute belegbar sind. Im Schloss Potzneusiedl befinden sich neben dem antiquarischen Büchermarkt und Antiquitätenhandel folgende Sammlungen: Meisterwerke des 17.–20. Jahrhunderts (österreichische und ungarische Kunst dieses Zeitraumes; seit 1975). Erstes österreichisches Ikonenmuseum (Gründung 1970). Bibelmuseum: bibliophile Kostbarkeiten, wie eine frühe Bibel von Martin Luther, Künstler-Prachtausgaben des 20. Jahrhunderts (zum Beispiel von Ernst Fuchs), und barocke Heiligenlegenden (seit 2004). Zsolnay-Museum: das dem ungarischen Keramikkünstler Vilmos Zsolnay (1828–1900) gewidmete Keramikmuseum zeigt rund 500 Objekte (seit 1975).

Architektur Der hufeisenförmige klassizistische Dreiflügelbau hat eine Hauptfront mit einem dreigeschoßigen, dreiachsigen Mittelrisalit mit einer ionischen Riesenordnung zwischen zweigeschoßigen neunachsigen Seitentrakten. An der Gartenseite befindet sich eine Terrasse. Das Schlossportal hat einen Steinsockel mit Vasen und ein korbbogiges Tor.

Das Schlossinnere hat eine Einfahrt mit einem neunteiligen Gewölbe. Im Mittelrisalit gibt es einen quadratischen Saal unter einer flachen Decke mit sparsamem Stuckdekor.Adelheid Schmeller-Kitt: Dehio Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Burgenland. 2. verbesserte Auflage, hrsg. vom Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes mit Unterstützung der Burgenländischen Landesregierung, Verlag Anton Schroll, Wien 1980, ISBN 3-7031-0493-7, S. 241.

Literatur Potzneusiedl, Schloss. In: Adelheid Schmeller-Kitt: Dehio Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Burgenland. 2. verbesserte Auflage, hrsg. vom Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes mit Unterstützung der Burgenländischen Landesregierung, Verlag Anton Schroll, Wien 1980, ISBN 3-7031-0493-7, S. 241. Potzneusiedl. In: Henny Liebhart-Ulm (Bearb.), Martha Fingernagel-Grüll (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Neusiedl am See. Österreichische Kunsttopographie Band LIX, Verlag Berger, Horn 2012, ISBN 978-3-85028-554-4. S. 648–654.

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Einzelnachweise

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