alternativtext=Gemälde des Michael Christoph von Arnim in der Jacobuskirche in Krüssau|mini|Gemälde des Michael Christoph von Arnim in der Jacobuskirche in Krüssau Michael Christoph von Arnim (* 24. Dezember 1669; † 24. April 1721 in Krüssau) war ein deutscher Adliger, Königlich Preußischer Hof- und Legationsrat und Gutsherr aus dem märkischen Uradelsgeschlecht derer von Arnim. Er trat historisch insbesondere als Herr auf dem Rittergut Krüssau im heutigen Jerichower Land sowie als Stifter der Jacobuskirche in Erscheinung.

Leben und Wirken Michael Christoph von Arnim entstammte dem Zweig Krüssau des weitverzweigten arnimschen Adelsgeschlechts, das die Region über Jahrhunderte prägte. Neben der Verwaltung seines angestammten Gutsbesitzes, er war laut historischer Überlieferung Erb- und Gerichtsherr auf Krüssau, Brandenstein, Hohenseeden und Gladau, bekleidete er das Amt eines Königlich Preußischen Hof- und Legationsrats. Dieser Titel verweist auf anspruchsvolle diplomatische oder hofnahe Verwaltungsaufgaben im Dienst des preußischen Königs, womit sein Wirkungskreis weit über die lokale Landwirtschaft hinausging.

Stiftung der Jacobuskirche in Krüssau alternativtext=Jacobuskirche Krüssau (April 2026)|mini|Jacobuskirche Krüssau (April 2026) alternativtext=Innenraum Jacobuskirche|links|mini|Innenraum Jacobuskirche Historisch trat er gemeinsam mit seiner Frau Johanna Hedwig von Guericke als Stifter der Jacobuskirche Krüssau in Erscheinung. Eine erhaltene Inschriftentafel belegt, dass er und seine Ehefrau den Bau des Gotteshauses „aus ihren Mitteln Gott zu Ehren aufgebaut“ haben. Diese barocke Saalkirche, die bewusst Feldstein-Reste eines gotischen Vorgängerbaus in das neue Kirchenschiff integrierte, prägt das Ortsbild von Krüssau bis heute. Das Jahr der Fertigstellung des Neubaus wird auf der Inschriftentafel mit 1713 angegeben. S. 285

Steintafel an der Jacobuskirche Krüssau alternativtext=Steintafel an der Jacobuskirche Krüssau|mini|Steintafel an der Jacobuskirche Krüssau An der Außenwand der Jacobuskirche, links seitlich des Haupteingangs, befindet sich ein gut erhaltener Gedenkstein. Die Tafel ist mit zwei Wappen geschmückt, die die heraldischen Symbole der Familien von Arnim (links) und von Guericke (rechts) zeigen.

Die Inschrift lautet (in originaler Schreibung):„HERR MICHAEL CHRISTOPH V. ARNIM KӦN: PR: HOF VND LEGATIONS RATH VND FR. JOHAÑA HEDWIG V. GVERICKEN SEINE FR: GEMAHLIN HABEN DIESE KIRCHE AUS IHREN MITTELN GOTT ZU EHREN AUFGEBAUET. SO VERFERTTIGET WORDEN AO MDCC XIII“

Wirtschaftliches Handeln und das Rittergut Brandenstein alternativtext=Rittergut Brandenstein|mini|Rittergut Brandenstein Als vermögender Adliger agierte Michael Christoph von Arnim auch als Kreditgeber innerhalb seines großen Familiennetzwerkes. Ein bedeutendes Zeugnis dieser wirtschaftlichen Verflechtungen findet sich in einer Transaktion aus dem Jahr 1719. In diesem Jahr gewährte er Friedrich Wilhelm von Arnim ein Darlehen in Form einer Obligation (Schuldverschreibung). Als Zinssicherheit erhielt er im Gegenzug die Nutzungsrechte beziehungsweise die Abtretung des traditionsreichen Ritterguts Brandenstein.

Nach dem überraschend frühen Tod von Michael Christoph im Jahr 1721 mussten diese Pfandschaften juristisch neu geordnet werden. Es entspann sich eine rechtliche Auseinandersetzung zwischen seiner Witwe, Johanna Hedwig von Guericke, und der Familie von Arnim über die endgültige Abtretung und Rückführung des Ritterguts Brandenstein. Überlieferte Akten aus den Jahren 1719 bis 1734 im Gutsarchiv Brandenstein dokumentieren schließlich einen offiziellen Vergleich zwischen den Streitparteien. Diese Vorgänge verdeutlichen, dass Johanna Hedwig nach dem Tod ihres Mannes äußerst selbstbewusst die wirtschaftlichen Interessen ihres Hauses vertrat.

Familie alternativtext=Gemälde der Johanna Hedwig von Guericke in der Jacobuskirche in Krüssau|mini|Gemälde der Johanna Hedwig von Guericke in der Jacobuskirche in Krüssau Michael Christoph von Arnim wurde am 24. Dezember 1669 als Sohn des Moritz VII von Arnim († 21. September 1692) und der Margarete Ursula von Krane geboren. Er hatte drei Geschwister: Catharina Emerentia von Arnim († 3. Februar 1704), Lippold Ernst II von Arnim († 17. Dezember 1715 in Nieplitz) und Friedrich Dietrich von Arnim (* 18. Mai 1687 in Krüssau; † 14. Januar 1760 in Schattberge).

Am 29. Januar 1700 heiratete er Johanna Hedwig von Guericke (* 11. Oktober 1666 in Hamburg; † 9. Juli 1743 in Krüssau), die Enkelin des berühmten Magdeburger Bürgermeisters und Naturforschers Otto von Guericke. Mit ihr hatte er den Sohn Otto Christoph II von Arnim (* 1702; † 10. April 1779 in Genthin) und die Tochter Margaretha Loysa Wilhelmina von Friesenhausen (geb. von Arnim; * 12. Dezember 1701; † 19. Januar 1780 in Genthin). Seine Tochter heiratete 1718 Philipp Siegmund von Friesenhausen, Erbherr auf Amorcamp (Holzhausen) sowie herzoglich württemberg-oelsischer Oberstallmeister und Rat.

Seine Nichte Catharina Sophie von Randow heiratete zudem den Bruder seiner Frau, den Friedrich Wilhelm von Guericke. Durch diese Konstellation war Michael Christoph von Arnim nicht nur der Schwager von Friedrich Wilhelm von Guericke, sondern gleichzeitig auch dessen angeheirateter Onkel.

Tod und Andenken alternativtext=Barockepitaph der Eheleute Michael Christoph von Arnim und Johanna Hedwig von Guericke in der Jacobuskirche in Krüsssau|mini|Barockepitaph der Eheleute Michael Christoph von Arnim und Johanna Hedwig von Guericke in der Jacobuskirche in Krüsssau Michael Christoph von Arnim verstarb im Jahr 1721 auf seinem Gut in Krüssau. Seine Frau Johanna Hedwig überlebte ihn um mehr als zwei Jahrzehnte und verstarb dort 1743. Beide wurden in der eigens angelegten Gutsherrengruft unter dem Chorraum der Jacobuskirche beigesetzt, welche im 20. Jahrhundert zugemauert wurde.

Im Innenraum der Jacobuskirche befindet sich hinter dem Altar ein imposantes, wandfüllendes Barockepitaph, das von Johanna Hedwig von Guericke nach dem Tod ihres Mannes gestiftet wurde und an die Kirchenstifter erinnert. Es zeigt im Zentrum zwei große, von Engeln und allegorischen Figuren flankierte ovale Ölgemälde mit den Porträts der Eheleute. Unterhalb der Porträts fassen zwei ausführliche Inschriftentafeln die Lebensdaten, die tiefe Verbundenheit der Eheleute und die familiären Verhältnisse detailliert zusammen und bilden bis heute ein wertvolles kunst- und familiengeschichtliches Zeugnis der Region.

Linke Tafel alternativtext=Linke Inschriftentafel|mini|Linke Inschriftentafel Der weilandt Hoch Wohlgebohrne Herr Herr MICHAEL CHRISTOPH von Arnim. Königl: Preußischer Hoff= und Legations Rath, Erb= und Gerichts Herr auf Crüssau, Brandenstein, Hohen= Seeden und Gladau pp. Ist gebohren den 24. Dec: 1669. hat sich den 29. Jan: 1700. vermählet mit der Hoch Wohl= gebohrnen Frauen. Frauen JOHANNA HED= WIG von Gvericken. und mit Ihr gezeu= get 2. Kinder, nehmlich 1. einzigen Herrn Sohn Herrn OTTO CHRISTOPF. und 1. einige Tochter, Frau MARGARETHA LOYSA WIL= HELMINA. anietzo Hochfürstl: Würtemb: Oelsischen Ober Stall Meisters und Rahts, wie auch Erb Herrns auf Amorcamp, Herrn PHILIPP SIEGMUND von Frie= ßenhausen Hoch Wohlgebohrne Frau Ge= mahlin: und ist seelig entschlaffen den 24. Apr: 1721. seines Alters 52. Jahr, 4. Mon: Gott gebe Ihm am jüngsten Tage eine fröliche Aufferstehung zum ewigen Leben.

Rechte Tafel alternativtext=Rechte Inschriftentafel|mini|Rechte Inschriftentafel Die weilandt Hoch Wohlgebohrne Frau Frau JOHANNA HEDWIG von Arnim. eine gebohrne von Gvericken. Des weilandt Hoch Wohlgebohrnen Herrns Herrn MICHAEL CHRISTOPH von Arnim Königl: Preußischen Hoff= und Legations Rahts: wie auch Erb= und Gerichts Herrn auf Crüssau, Brandenstein, Hohen= Seeden und Gladau pp. Hinterlassene Hoch Wohlgebohrne Frau Wittwe: Ist gebohren zu Hamburg den 11. Octob: 1666. und nachdem Sie mit Dero vorwehn= ten Hoch Wohlgebohrnen Herrn Gemahl 21. Jahr und 3. Monath im Ehestande ge= lebet. auch 22. Jahr und 11. Wochen in ei= nem rühmlichen Wittwen=Stande zugebracht. so ist Sie den 9. Jul: 1743. in Got seelig entschlaffen, Ihres Alters 76. Jahr, 9. Monath, 1. Tag. Gott verleihe Ihr um Christi Willen eine sanffte Ruhe im Grabe und am jüngsten Tage eine frö= liche Aufferstehung zum ewigen Leben. Amen.

Literatur S. 231

Einzelnachweise

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