Rosmarie Spycher-Gautschi, geborene Rosmarie Madeleine Gautschi, (* 18. April 1934 in Basel; † 26. November 2019 ebenda) war eine Schweizer Fotografin. Ihre Arbeiten datieren aus den Jahren zwischen ca. 1950 und ca. 2001.Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege: Sammlung Rosmarie Spycher-Gautschi.
Leben Rosmarie Gautschi absolvierte die Schulen in Basel. Nach der abgeschlossenen Kunstgewerbeschule schloss sie eine Fotografenlehre im Fotogeschäft Hoffmann SWB ab. Danach folgten verschiedene Anstellungen in grafischen und fotografischen Ateliers: Eidenbenz in Basel, Fotohaus Gaensslen in Biel, Bürgerspital Basel in der Fotoabteilung.
Nach ihrer Heirat 1958 mit Albert Spycher und der Geburt dreier Kinder arbeitete Rosmarie Spycher-Gautschi als freie Werbefotografin, wobei sie zahlreiche Publikationen ihres Ehemannes Albert Spycher illustrierte.Neue Wiggertaler Heimatkunde. In: Nidwaldner Tagblatt. 18. Januar 1989: «Altes und Neues verquickt sich im Porträt des Seilers, mit dem Albert und Rosmarie Spycher Einblick geben in ein unbekanntes Handwerk.»
Ihre Schwerpunktthemen waren Landschaften, Ortsbilder, einzelne Gebäude des Kantons Basel-Stadt, des Tessins, des Elsass, ausserdem Werbeaufnahmen, Porträts, Aufnahmen zu Brauchtum, Zirkus, Flora, Fauna, Dokumentationen von Handwerken und seltenen Berufen der Schweiz sowie Volkskunde.
Die Berufsfotografin habe schon immer Fotografin werden wollen, so Rosmarie Spycher-Gautschi während eines Interviews mit Silke Andris in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde. «Ja, mich haben vor allem die Technik und die Abläufe interessiert. Das Aufnehmen, die Filmentwicklung in der Dunkelkammer, das Retuschieren. Schon als kleines Kind habe ich mir die Filmbänder angesehen und es hat mich interessiert, was man damit alles machen kann. Vielleicht in Wasser legen, ah nein, das muss jetzt erstmal wieder trocken werden.»
In Basel machte sie sich einen Namen als Werbefotografin und arbeitete in der Fotoabteilung des Basler Bürgerspitals. Sie erinnere sich sehr gerne an diese Zeit, jedoch auch mit einem gewissen Schaudern. «Da stand ich dann auf einer Leiter im Operationssaal. Da gab es furchtbare Sachen, wenn man mal ein halbes Bein zu fotografieren hat, das wurde auf einem Wagen hergerollt und ich sollte es fotografieren … schreckliche Sachen. Ja, da kam allerlei, aber die Arbeit war auch immer interessant und vielseitig.» Ein zusätzlich wichtiges Themenfeld war die Porträtfotografie, wobei insbesondere Bildreportagen über bekannte Persönlichkeiten wie Max Frisch, Emil Steinberger, Fredy Knie, Dimitri (Clown) in der TV-Radio-Zeitung zu nennen sind.
Rosmarie Spycher-Gautschis Interesse an volkskundlichen Themen wurde durch ihre Reisen in der Schweiz und ihren Ehemann geweckt. Ihre Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde für die Reihe «Altes Handwerk» unter der Herausgeberschaft von Paul Hugger ermöglichte der dreifachen Mutter eine Weiterarbeit als freie Fotografin. Das Ehepaar Spycher hat die Hefte für die Reihe «Altes Handwerk» meistens als Team erstellt. Während Albert Spycher die Texte verfasste, lieferte Rosmarie Spycher-Gautschi die entsprechenden Bilder. «Es braucht Zeit, Einfühlungsvermögen und Freude an der Arbeit.»
Das Bundesamt für Kultur übernahm das Archiv der Basler Fotografin im Jahre 2002;In den Fokus gerückt: Die SGV-Mitarbeiter hinter der Kamera. In: Schweizer Volkskunde. Korrespondenzblatt der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, Heft 3, 2009, S. 65 (PDF; 570 kB). so ist ihr Lebenswerk im Eidgenössischen Archiv für Denkmalpflege in Bern öffentlich zugänglich.
Publikationen (Auswahl) Zusammen mit Albert Spycher: Kammacherei in Mümliswil. G. Krebs, Basel 1977 «Magnani», Leben und Arbeit der Tessiner Kesselflicker. G. Krebs, Basel 1986 Der Basler Lällenkönig, seine Nachbarn, Freunde und Verwandten. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1987 Der Bronzeguss. Ein antikes Kunsthandwerk. Krebs, Basel 1991 Die Asphaltgrube im Val-de-Travers. Ein Kapitel schweizerischer Bergbaugeschichte. Schweiz. Gesellschaft für Volkskunde, Basel 1994 und 1998 Mit Kohlestift und Computermaus. Von den Entwerfern und technischen Zeichnern der Ostschweizer Stickereiindustrie. Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde, Basel 1997 Ostschweizer Lebkuchenbuch. St. Galler und Appenzeller Biber, Biberfladen und Verwandte. Appenzeller Verlag, Herisau 2000 Die Fergger. Zwischen Auftraggebern und Heimatarbeitenden. Appenzeller Verlag, Herisau 2003
Literatur Silke Andris: Die Frau hinter den Bildern. In: Schweizer Volkskunde. Korrespondenzblatt der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, Heft 3, 2009, PDF,
Nachlass und Werkverzeichnisse Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege: Sammlung Rosmarie Spycher-Gautschi, 1950 (ca.) – 2001 (ca.), ca. 10'000 Kunststoffnegative oder Kunststoffdiapositive, dazu Kontaktbögen; ca. 900 Fotoabzüge, 4,4 Laufmeter. Eintrag bei foto-ch.ch: Rosmarie Gautschi Eintrag bei fotoarchive.org: Fotoarchiv Rosmarie Sycher-Gautschi (*18.04.1934)
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