Ottomar Friedrich Kleine (geboren als Florens Friedrich Othmar Heinrich Kleine; * 11. Dezember 1800 in Soest; † 7. Januar 1877 in Wetzlar) war ein preußisch-deutscher Lehrer, Philologe und Archivar.

Leben Ottomar Friedrich Kleine wurde am 11. Dezember 1800 in der preußischen Stadt Soest geboren. Getauft wurde er in der dortigen Petrikirche. Sein Taufname Florens Friedrich Othmar Heinrich Kleine tauchte in späteren Quellen nicht mehr auf. Der Vater Johann Friedrich Kleine wirkte als Lektor am Archigymnasium in Soest, die Mutter Johanna Wilhelmine Diest war aus Hamm nach Soest gekommen. Der Großvater Johann Jakob Kleine arbeitete als Porträtmaler in Soest. Wahrscheinlich legte Kleine im Jahr 1820 sein Abitur im Soest ab. Anschließend studierte er in Göttingen, Leipzig und Berlin.

Er wurde zum Lehrer am Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster und später am Friedrichswerderschen Gymnasium ernannt. Im Jahr 1825 wechselte er nach Düsseldorf, wo er bis zum Jahr 1830 als Lehrer nachweisbar ist. In diesem Jahr wechselte er an das Alte Gymnasium in Duisburg, dem heutigen Landfermann-Gymnasium. Während seiner Zeit in Duisburg begann Kleine sich mit dem damals noch ungeordneten Stadtarchiv Duisburgs zu befassen und gliederte die Bestände in das „Stadtarchiv“, das „Gasthausarchiv“ und das „Waisenhausarchiv“. Kleine heiratete Friederike Eversmann, die Tochter des Geheimen Regierungsrates Friedrich Eversmann.

In seine Duisburger Zeit fällt auch die Erschließung der Gymnasialbibliothek. Kleine gilt als der Ersteller eines Katalogs dieser Bibliothek. In den Jahren 1840/1841 folgte Kleine einem Ruf als 1. Oberlehrer an die heutige Goetheschule in Wetzlar. Am 26. Juni 1849 wurde Kleine mit dem Titel Professor geehrt. Später stand er der Wetzlarer Schule als stellvertretender Direktor und Bibliothekar vor, 1869 wurde er schließlich Direktor. Am 1. Mai 1870 wurde er in den Ruhestand versetzt, wobei er für seine Verdienste mit dem Roten Adlerorden IV. Klasse ausgezeichnet wurde. Am 7. Januar 1877 starb Ottomar Friedrich Kleine in Wetzlar.Günter von Roden: Das Stadtarchiv Duisburg. In: Duisburger Forschungen Bd. 1 (1957). Duisburg 1957. S. 148.

Werke (Auswahl) Als das Hauptwerk Kleines gilt seine zweibändige Arbeit über die ältesten Duisburger Urkunden. Daneben verfasste er ein Festgedicht für den Pfarrer Friedrich Mohn. In Wetzlar erschienen mehrere Aufsätze von Kleine in den „Wetzlarischen Beiträgen für Geschichte und Rechtsaltertümer“. Diplomata Duisburgensia historica ex autographis codicibus nunc primum accurata edita. 2. Bde. Duisburg 1839 und 1840. Ein Schulmeister in Duisburg in Ruhestand gehend, 1745. Wetzlar o. J.Günter von Roden: Das Stadtarchiv Duisburg. In: Duisburger Forschungen Bd. 1 (1957). Duisburg 1957. S. 147.

Literatur Günter von Roden: Das Stadtarchiv Duisburg. In: Duisburger Forschungen Bd. 1 (1957). Duisburg 1957. S. 137–160.

Einzelnachweise

Kategorie:Archivar (Duisburg) Kategorie:Regionalhistoriker Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Preuße Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1800 Kategorie:Gestorben 1877 Kategorie:Mann