Crateús ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Ceará im Nordosten des Landes. Sie liegt im Westen des Bundesstaates nahe der Grenze zu Piauí und ist ein wichtiges regionales Zentrum im semiariden Hinterland. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 80.000 geschätzt.
Geografie und Klima Crateús liegt im Westen von Ceará auf einer Höhe von etwa 248 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet des Rio Poti, eines Nebenflusses des Rio Parnaíba.
Das Klima ist semiarid mit hohen Temperaturen und unregelmäßigen Niederschlägen. Die Durchschnittstemperaturen liegen meist zwischen 21 und 38 °C. Die Vegetation ist durch die Caatinga geprägt.
Geschichte Das Gebiet wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts von dem Bandeiranten Domingos Jorge Velho erschlossen. Die Siedlung entwickelte sich zunächst auf Grundlage von Viehzucht und kleinbäuerlicher Landwirtschaft.
1832 wurde die Siedlung unter dem Namen Príncipe Imperial zur Vila erhoben und entwickelte sich in der Folge zu einem regionalen Zentrum. Bis 1880 gehörte Crateús zum Staat Piauí, wurde danach allerdings an Ceará transferiert, während Ceará zwei Gemeinden an Piauí abgab. 1889 erhielt Crateús das Stadtrecht.
Mit der Erweiterung der Sobral-Camocim-Eisenbahn nach Piauí im Jahr 1911 wurden die Gebiete von Crateús von der Eisenbahn durchquert, und 1912 wurden in der Gemeinde zwei Bahnhöfe gebaut: Crateús und Sucesso. Später wurden weitere Stationen gebaut, was den Ort zu einem kommerziellen und urbanen Zentrum machte.
Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 80.000 Personen geschätzt. Die Urbanisierung liegt bei ca. 73 Prozent (55.929 Stadtbewohner), während der Rest im ländlichen Umland in Dörfern lebt. Ethnisch gehörten knapp zwei Drittel der Einwohner der Gruppe der Pardos (Farbige) an.
JahrEinwohner199166.652200070.898201072.817202276.390Volkszählungen
Wirtschaft Die Wirtschaft von Crateús basiert auf Landwirtschaft, Viehzucht sowie Handel und Dienstleistungen. 2006 wurde eine große Produktionsanlage für Biokraftstoffe von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva eingeweiht, welche jedoch nach drei Jahren wieder schloss.https://www.biodieselbr.com/noticias/em-foco/ecodiesel-ce-usina-biodiesel-desativada-110510
Darüber hinaus fungiert die Stadt als regionales Handelszentrum für den Handel zwischen Ceará und Piauí.
Religion Crateús bildet den Sitz des römisch-katholischen Bistum Crateús. Neben der katholischen Kirche sind auch protestantisch-freikirchliche Gemeinden vertreten.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Ceará Kategorie:Município in Ceará Kategorie:Gemeindegründung 1832