Hachiko – Eine Freundschaft für die Ewigkeit (Originaltitel ) ist ein chinesisches Tier-Drama und Familienfilm von Regisseur Xu Ang aus dem Jahr 2023 mit Feng Xiaogang in der Hauptrolle. Der Film war in China ein großer Erfolg und basiert auf der wahren und bereits mehrfach verfilmten Geschichte des Hundes Hachikō, der über Jahre hinweg am Bahnhof auf seinen verstorbenen Besitzer wartete.

Handlung Ein herrenloser Welpe wird fast von einem Bus überfahren. Da keiner der anderen Fahrgäste sich seiner annehmen will, nimmt Chen Jingxiu, ein bescheidene Architekturprofessor an einer chinesischen Universität, ihn zu sich nach Hause. Seine temperamentvolle und ständig schimpfende Frau Li Jiazhen ist dagegen, da sie als Kind von einem Hund gebissen wurde. Er macht sich daraufhin auf die Suche nach einem Besitzer für ihn, jedoch ohne Erfolg. Schließlich ignoriert er die Meinung seiner Familie und behält seinen neuen Begleiter, den er Hachiko nennt, dauerhaft bei sich.

Mit der Zeit wird „Hachiko“ bzw. „Batong“ – benannt nach dem Mahjong-Stein „Acht Kreise“, dem Lieblingsspiel seiner Frau – von der ganzen Familie akzeptiert, wenngleich nicht mit derselben innigen Verbindung wie zum Professor. Jeden Tag begleitet Hachiko den Professor bis zur Seilbahn, mit der der Mann zur Arbeit fährt, und wird mit der Zeitung wieder nach Hause geschickt; doch abends wartet er stets wieder an der Seilbahnstation auf die Rückkehr seines Herrchens. Über die Jahre wird er größer und die beiden Kinder ziehen aus. Die Tochter Xiaozhou heiratet und der Sohn Xinqiao zieht nach Peking, um mit Freunden ein Webdesign-Unternehmen zu gründen.

Eines Tages stirbt der Professor unerwartet, doch Hachiko wartet jahrelang Abend für Abend vergeblich an der Seilbahnstation auf die Rückkehr seines Herrchens. Der Film endet damit, dass die Witwe Li Jiazhen und der Sohn des Professors dem Hund in die Ruinen ihres früheren Hauses folgen, wo er in Ruhe stirbt und Li Jiazhen um ihn weint. Die Endsequenz zeigt ihn, wie er als Welpe mit dem Professor in der Seilbahn in Richtung eines hell erleuchteten Himmels fährt.

Entstehung Der Film entstand anlässlich des 100. Geburtstages des Hundes Hachiko 1923. Die Handlung des japanischen Originalfilms verlegte man in das chinesische Chongqing der 1990er Jahre während des Baus der Drei-Schluchten-Talsperre am Jangtse, als die Stadt stark wuchs. Die Dreharbeiten begannen im März 2021.mini|Jangtse-Seilbahn und Dongshuimen-Brücke in Chongqing Für den in Peking geborenen Regisseur Xu Ang war es erst der zweite Spielfilm nach 12 Bürger, seiner gelobten Adaption des amerikanischen Fernsehklassikers Die 12 Geschworenen ( Twelve Angry Men). Als Hauptrollen besetzt wurden Feng Xiaogang, der vor allem als Regisseur bekannt ist, aber gelegentlich auch als Schauspieler vor der Kamera steht, sowie Joan Chen, auch bekannt als Chen Chong (Der letzte Kaiser). Laut eigener Aussage nahm Feng Xiaogang seine Rolle hauptsächlich an, weil er Hunde liebe und streunende Hunde adoptiert habe.

Hachiko wird von mehreren Hundedarstellern unterschiedlichen Alters gespielt. Obwohl der Film eine Hommage an Hachiko darstellt, heißt der Hund im chinesischen Originalton Batong, in Anlehnung an eine Mahjong-Ziegel. In der deutschen Synchronisation wird er hingegen Hachiko genannt.

Der Titelsong 我的名字 (chinesisch für: 'Mein Name') wurde von Jiao Maiqi gesungen.

Besetzung und Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand bei der City of Voices in Berlin unter der Dialogregie von Alexander Mahrle nach dem Dialogbuch von Lenz J. Fuhrmann.

Rolle Darsteller Synchron­sprecherChen Jingxiu (Professor)Feng XiaogangLi Jiazhen (Ehefrau)Joan ChenKaren Schulz-VobachChen Xinqiao (Sohn)Pax CongoMoritz HeckeChen Xiaozhou (Tochter)Eponine HuangSandra SchreiberAh Ming (Schwieger­sohn)Yang BoYifan (Schwieger­tochter)Zhong AilinStefanie MasnikXiao Li (Frau am Bahn­schalter)Xue XuchunSabine Winterfeldtalter Mr. Ma (Lebens­mittel­händler)Qian BoMrs. Zhou YaoshenLiu JunVera BunkXiao Liu (Ver­walter der Seil­bahn­station)Zhang Lei

Veröffentlichung Der Film kam am 31. März 2023 in die chinesischen Kinos wo er in den ersten Wochen ca. 270 Millionen Yuan einspielte, was etwa 41 Millionen Dollar entsprach.

Seine Festival-Premiere hatte er Ende April 2023 beim 25. Far East Film Festival im italienischen Udine.

Der Film wird im deutschsprachigen Raum von Plaion vertrieben und erschien hierzulande am 11. April 2024 als Stream bzw. am 25. April 2024 auf DVD und Blu-ray.

Kritiken

Der Filmdienst schrieb 2023: „Weitere Verfilmung einer ursprünglich japanischen Anekdote, die auch in der Verlegung nach China bewegend, mitunter sentimental von einer Mensch-Tier-Freundschaft erzählt. Dabei setzt der Film wenig eigene Akzente, unterhält aber hinlänglich durch seine putzige tierische Hauptfigur und enthält eine auch für Kinder verständliche Einlassung auf Tod und Sterblichkeit.“

Sino-Cinema nennt den Film wunderschön geschrieben, gespielt und inszeniert. Das gefühlvolle Drama sei hochwertig und herzerwärmend. Das Drehbuch nehme sich bewusst Zeit für die Einführung der Figuren und entferne sich vom Original, indem es aus der japanischen Mensch-Hund-Geschichte ein überzeugendes Familiendrama über das Leben einer chinesischen Familie mache. Der 65-jährige Feng Xiaogang und die 62-jährige Joan Chen glänzten in ihren Rollen. Die spürbar Chemie zwischen beiden Darstellern trage den Film ebenso sehr wie die Beziehung zwischen Mensch und Hund und sei ein Beispiel dafür, wie chinesische Hundefilme regelmäßig außergewöhnliche Schauspielleistungen hervorbrächten – etwa von Simon Yam in Little Q (2019) oder Ge You in Cala, My Dog! (2003). Die wachsende Bindung des Professors zu dem Hund sei auch Ausdruck seiner Einsamkeit fern der Heimat. Auch der Sohn werde sympathisch gespielt von Bai Jugang. Lediglich die Figur der Tochter bleibe etwas unterentwickelt, da sie früh ausziehe. Dafür würden zahlreiche Nebenfiguren mit viel Liebe gezeichnet. Visuell geprägt werde der Film wird durch die Verlegung der Geschichte ins chinesische Chongqing mit seiner spektakuläre Lage am Jangtse. Die fein abgestimmte Kamera von He Shan, das detailreiche und natürliche Szenenbild von Lu Wei und Sun Qi sowie die warme, unaufdringliche Filmmusik von Zhong Zonghao verleihen dem Film eine nostalgische Atmosphäre. Gleichzeitig verdeutliche er, dass gesellschaftlicher Wandel unvermeidlich und Modernisierung nicht grundsätzlich negativ seien. Der fließende Schnitt von Zhu Lin trage wesentlich zur eleganten Erzählweise bei. Lediglich die abschließende Fantasiesequenz sei überflüssig.

Da der Tod von Hachikos Herrchen und am Ende auch von Hachiko selbst zentrale Bestandteile des Films sind und eine Auseinandersetzung mit Sterblichkeit erfordern, empfiehlt das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentrum Eltern auf seinem Onlineportal KinderFilmWelt, den Film gemeinsam mit ihren Kindern anzuschauen und über das Gesehene und die dadurch entstandenen Emotionen zu sprechen.

Auszeichnungen Hachiko gewann beim 8. Canada China International Film Festival (CCIFF) 2023 den Preis als Bester Spielfilm.

Bei den 20. China Movie Channel Awards im selben Jahr waren Eponine Huang (aka. Huang Chutong) in der Kategorie Populärste Nachwuchsdarstellerin und Zhong Zhong-Hao (aka. Howard Jung) in der Kategorie Populärste Musik nominiert.

Hachiko war beim 31. Beijing College Student Film Festival 2024 und bei den Chunyan Awards 2025 jeweils in der Kategorie Bester Film nominiert.

Weblinks

Hachiko – Eine Freundschaft für die Ewigkeit in Douban Movie (chinesisch)

Anmerkungen Joan Chen (USA ), auch bekannt als Chen, Chong. Pax Congo (CHN ), auch bekannt als Bai, Jugang. Eponine Huang (CHN-HK ), auch bekannt als Huang, Chutong.

Einzelnachweise

Kategorie:Filmdrama Kategorie:Tierfilm Kategorie:Chinesischer Film Kategorie:Filmtitel 2023 Kategorie:Hund im Film Kategorie:Familienfilm