mini|hochkant|Jürgen Wenke (2026) Jürgen Wenke (* 1957 in Bochum) ist ein deutscher Psychotherapeut und Schwulenaktivist.

Biographie 1977 hatte Jürgen Wenke sein Coming-out, seit 1980 engagiert er sich schwulenpolitisch. Anfang der 1980er Jahre veröffentlichte er gemeinsam mit anderen schwulen Männern die Broschüre § 175 – Ein deutscher Paragraph und seine Geschichte, die 1983 mit Unterstützung des Bundestagsabgeordneten Herbert Rusche an alle Mitglieder des Parlaments verteilt wurde. Der Paragraph wurde erst 1994 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Im Dezember 1980 gründeten Wenke und sein Lebenspartner eine Telefonberatung für schwule Männer unter Verwendung ihres privaten Telefonanschlusses. 1981 gründeten sie für das Projekt den Selbsthilfeverein „Rosa Strippe“. Nach Abschluss seines Psychologiestudiums 1992 wurde Wenke der erste hauptamtliche Mitarbeiter des Vereins. Bis 2010 war er Geschäftsführer des psychosozialen Beratungszentrums, das mit Stand vom Mai 2026 weiterhin aktiv ist.

2006 begann Jürgen Wenke mit den Recherchen zum Lebensweg des Bochumer Rechtsanwalts und Notars Wilhelm Hünnebeck, der als „Halbjude“ und wegen seiner Homosexualität in der NS-Zeit ausgegrenzt und verfolgt worden war, aber auch nach 1945 in der Bundesrepublik wegen §175 angeklagt und erneut verurteilt wurde. Aufgrund seiner Recherchen wurde in Bochum ein Stolperstein für Hünnebeck verlegt; es war der erste Stolperstein in Bochum zur Würdigung eines verfolgten Homosexuellen. Wenke erforscht weiterhin systematisch die Schicksale von homosexuellen Männern in der NS-Zeit. Die Familien der Opfer seien dabei meist keine Hilfe: „Verwandte schweigen, Lebende wollen nichts damit zu tun haben“, so Wenke.

2012 regte er mit Unterstützung der „Rosa Strippe“ erfolgreich das Anbringen einer personalisierten Gedenktafel für Julius Schmidt aus Wuppertal und Friedrich Wessel aus Wattenscheid im KZ Buchenwald an, zwei dort getötete Homosexuelle. 2014 wurde eine solche Tafel auch im KZ Dachau aufgehängt.Wenke, Mehr als Stolpersteine, S. 69. Auf ihr wird Wilhelm Erdmanns, Alfred Kremers und Alfred Quas’ gedacht, dreier schwuler Männer, die zwischen August 1940 und Juli 1942 dort ermordet wurden.

Wenkes Forschungen führten zu mehr als 60 von ihm initiierten Stolpersteinen, die der Künstler Gunter Demnig verlegte. Er hält bundesweit Vorträge zur NS-Verfolgung schwuler Männer, und zahlreiche Opferbiographien wurden in Ausstellungen eingearbeitet.

Publikationen mit Ludger Gausepohl et al.: mit Hubert Schneider und Susanne Schmidt:

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Einzelnachweise

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