mini|Katholische Kirche St. Marien in Oer-Erkenschwick St. Marien in Oer-Erkenschwick im nordrhein-westfälischen Kreis Recklinghausen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Josef (Oer-Erkenschwick). Sie steht unter dem Patrozinium der Gottesmutter Maria und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das moderne Gotteshaus ist eine Saalkirche mit Campanile und hat 350 Sitzplätze.
Geschichte Für die neue Schachtanlage „Ewald-Fortsetzung Schacht V“ entstand in den 1920er Jahren eine große Bergarbeitersiedlung im östlichen Teil der Bauerschaft Oer-Erkenschwick. Weil die Katholiken sich ein eigenes Gotteshaus wünschten, begannen 1925 die Kirchenbauplanungen, die aber wegen der Stilllegung der Schachtanlage 1931 nicht ausgeführt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg konstituierte sich 1950 ein Kirchenbauverein. 1955 folgte der Erwerb eines Baugeländes in diesem Ortsteil.
Nach der Abtrennung von St. Josef (Oer-Erkenschwick) und der Hinzufügung von kleinen Grenzstreifen der benachbarten Pfarreien wurde der Seelsorgebereich St. Marien am 1. Januar 1964 in ein selbstständiges Pfarrrektorat umgewandelt und 1965 in eine eigenständige Pfarrei erhoben.
Nach den Plänen des Architekten Otto Weicken (Unna) entstand 1962–63 die Kirche St. Marien im Stil der Moderne. Das Gotteshaus ist ein Saalbau auf kreuzförmigem Grundriss mit Flachdecken und im Osten einem Chor mit Apsis. Der separat stehende Glockenturm aus Beton im Nordosten hat einen quadratischen Grundriss. Die angebaute eingeschossige Sakristei liegt im Südwesten. Alle Gebäudeteile besitzen Flachdächer und bestehen aus rotem Ziegelmauerwerk und weißen Sichtbetonoberflächen. Zur Gemeinde gehören außerdem das Pfarrhaus von 1964, das Pfarrheim von 1971 sowie der 1958 eröffnete und 1976 umgebaute Kindergarten mit Jugendräumen.
In Oer-Erkenschwick fand 2013 die Eingliederung von St. Marien sowie von St. Peter und Paul in die Großpfarrei St. Josef statt, sodass St. Marien seitdem eine Filialkirche dieser Gemeinde ist.
Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Josef (Oer-Erkenschwick), St. Amandus (Datteln), St. Dominikus (Meckinghoven) und St. Petrus (Waltrop) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Datteln-Oer-Erkenschwick-Waltrop (Ostvest)“.
Glocken Im Campanile von St. Marien hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Stahl:
Glocke 1: Schlagton: fis1; Ø 118 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1963 Glocke 2: Schlagton: a1; Ø 102 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1963 Glocke 3: Schlagton: h1; Ø 93 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1963 Glocke 4: Schlagton: cis1; Ø 82 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1963.
Orgel Die von der Firma Franz Breil (Dorsten) 1985 gebaute Pfeifenorgel von St. Marien stammt aus der ehemaligen Kirchenmusikschule Münster. Das Instrument hat 16 Register und elektrische Schleifladen.
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg.: Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab und Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website von St. Marien (Oer-Erkenschwick) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen
Einzelnachweise
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