mini|Alexander de Beauharnais als Jugendlicher Alexander Georgijewitsch de Beauharnais-Leuchtenberg (; * 13. November 1881 in Sankt Petersburg, Russisches Kaiserreich; † 28. April 1942 in Salies-de-Béarn, Frankreich) war ein russischer Adeliger aus der Linie Beauharnais-Leuchtenberg sowie Offizier der kaiserlich-russischen Armee. Er gehörte zum Umfeld des russischen Kaiserhauses und lebte nach der Russischen Revolution im Exil in Frankreich.

Herkunft Alexander entstammte dem Haus Beauharnais-Leuchtenberg, einer europäischen Adelsfamilie, die auf Eugène de Beauharnais zurückgeht, den Stiefsohn von Napoleon Bonaparte. Diese Linie entstand, als Eugène 1817 den Titel „Herzog von Leuchtenberg“ erhielt.

Durch die Heirat von Eugènes Sohn Maximilian mit einer Tochter von Zar Nikolaus I. entwickelte sich eine russische Linie der Familie, zu der auch Alexander gehörte.

Er war der einzige Sohn von Georg de Beauharnais und dessen ersten Gattin Therese von Oldenburg. Väterlicherseits war er somit der Enkel von Fürst Maximilian von Leuchtenberg (1817–1852) und dessen Gemahlin, Großfürstin Maria Nikolajewna von Russland (1819–1876), mütterlicherseits stammte er von Fürst Peter von Oldenburg (1812–1881) und dessen Gemahlin, Fürstin Therese von Nassau-Weilburg (1815–1871), ab.

Prinz Alexander wurde vor der von Zar Alexander III. von Russland im Jahr 1886 eingeführten Reform des Status der Mitglieder der kaiserlichen Familie geboren und ist der einzige Leuchtenberg seiner Generation, der den Titel „Kaiserliche Hoheit“ trägt; sein Halbbruder Serge und seine Halbschwester Helene hingegen tragen lediglich den Titel „Durchlauchtige Hoheiten“.

Prinz Alexander verlor seine Mutter, Prinzessin Therese von Oldenburg, im Alter von nur zwei Jahren und wuchs mit wenig Kontakt zu seinem Vater, Prinz Georg von Leuchtenberg, auf. Er wurde für eine militärische Laufbahn ausgebildet und besuchte die Nikolaus-Kavallerieschule, bevor er dem Preobraschenski-Regiment beitrat. Am 17. November 1901 trat er dem 4. Schützenbataillon der Kaiserlichen Leibgarde bei. Am 23. April 1902 wurde er zum Adjutanten von Zar Nikolaus II., seinem Cousin, ernannt. Mit ihm verband ihn eine sehr enge Freundschaft. Seinen weiteren Dienst leistete er im Leibgarde-Husarenregiment. Am 6. Dezember 1915 wurde er zum Oberst befördert.

Als Mitglied der erweiterten Romanow-Verwandtschaft hatte Alexander Zugang zum Hof von Zar Nikolaus II. Die Leuchtenberg-Familie war durch Heiraten eng mit der Zarenfamilie verbunden und nahm eine Sonderstellung zwischen russischem und westeuropäischem Hochadel ein.

Während des Ersten Weltkriegs diente Alexander als Kommandeur eines Kosakenregiments. Besorgt über den Bedeutungsverlust des Zarenreichs während des Krieges, bat der Fürst den Zaren, von den Romanows die Erneuerung ihres Treueeids zu fordern (1916). Im Bewusstsein der instabilen Lage in Russland gelang es dem Herzog von Leuchtenberg, kurz vor Ausbruch der Revolution von 1917 seine Residenz in St. Petersburg zu verkaufen und den Großteil seines Vermögens nach Perkijärvi in Finnland zu transferieren. Dadurch konnte er viele Kunstwerke retten, die seiner Familie gehört hatten.Zoia Belyakova, Honour and fidelity: The Russian Dukes of Leuchtenberg, Logos Publisher, 2010, S. 154

Nach der Abdankung des Zaren und der Einsetzung der Provisorischen Regierung versuchte Alexander, den Zaren und seine Familie durch Appelle an ausländische Mächte zu retten. 1917 bat er Muriel Buchanan, die Tochter des britischen Botschafters George Buchanan, um Unterstützung, um die kaiserliche Familie nach Großbritannien zu bringen.

Er heiratete am 9. April 1917 in Peterhof die ehemalige Ballerina Nadeschda Nikolajewna Carlli (1883–1964), Tochter von Nikolai Carlli und Maria Gorowitsch. Aus dieser Ehe gingen keine Kinder hervor.

1922 verließen sie Finnland und ließen sich in Frankreich nieder. Er starb am 28. April 1942 im französischen Exil während des Zweiten Weltkriegs. Sein Halbbruder Serge folgte ihm als letztes Oberhaupt des nicht-morganatischen Zweigs des Hauses Beauharnais nach.

Orden 20. November 1901: Orden des Heiligen Andreas des Erstberufenen 20. November 1901: Orden des Heiligen Alexander Newski 20. November 1901: Kaiserlich-Königlicher Orden vom Weißen Adler 20. November 1901: Orden der Heiligen Anna, 1. Klasse 20. November 1901: Orden des Heiligen Stanislaus 1902: Orden Danilos I. für die Unabhängigkeit (Montenegro) 1902: Oldenburgischer Haus- und Verdienstorden des Herzogs Peter Friedrich Ludwig (Oldenburg) 1912: Großkreuz der Ehrenlegion (Frankreich) 1912: Annunziaten-Orden mit Kette (Italien) 9. Januar 1915: Orden des Heiligen Wladimir, 4. Klasse mit Schwertern und Bogen 15. November 1915: Goldenes Schwert für Tapferkeit

Literatur Sylvia Krauss-Meyl: Leuchtenberg, Herzöge von. In: Historisches Lexikon Bayerns. Adalbert von Bayern: Eugène Beauharnais. Hélène Carrère d’Encausse: Nikolaus II. – Der letzte Zar.

Einzelnachweise

Kategorie:Herzog (Leuchtenberg) Kategorie:Militärperson (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Russischer Emigrant in Frankreich Alexander Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1881 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Mann