mini|Abdul Hamid Khan Bhashani (1965) Abdul Hamid Khan Bhashani (auch als Maulana Bhashani bekannt; * 12. Dezember 1880 im Distrikt Sirajganj; † 17. November 1976 in Dacca) war ein bengalischer Politiker, der einen bedeutenden Einfluss auf die Oppositionspolitik in Ostbengalen, Ostpakistan und später in Bangladesch hatte. Durch seinen langjährigen Einsatz für Bauern, Arbeiter und andere Benachteiligte wurde er zu einem bekannten Akteur populärer Massenpolitik und zu einem Wortführer von Autonomie- und Unabhängigkeitsforderungen in Ostbengalen.

Leben Bhashani wurde im Distrikt Sirajganj geboren, erhielt nur wenig formale Schulbildung und besuchte eine örtliche Schule sowie eine Madrasa. In den 1920er-Jahren beteiligte er sich an der Khilafat- und der Nichtkooperationsbewegung; nachdem er Bauern gegen die Ausbeutung durch Grundbesitzer mobilisiert hatte, ging er Ende der 1920er-Jahre nach Assam. Dort gewann er politisches Gewicht, machte die Muslimliga in Assam bekannt, wurde Präsident der Bengalen-Assam-Muslimliga und machte sich besonders als Gegner des sogenannten Line-Systems einen Namen. Nach seiner Rückkehr nach Dhaka nach der Teilung Britisch-Indiens lebte er überwiegend in Santosh bei Tangail, das zu seinem wichtigsten politischen Wirkungsort wurde. Er starb am 17. November 1976 während eines Krankenhausaufenthalts in Dhaka und wurde anschließend in Santosh beigesetzt.

Wirken Im Jahr 1949 wurde Bhashani Gründungspräsident der Ostpakistan-Awami-Muslimliga, die unter seiner Führung zu einer wichtigen Oppositionskraft gegen die herrschende Muslimliga wurde. Er gehörte 1954 zu den wichtigen Vertretern der Vereinigten Front, deren Wahlsieg der Muslimliga in Ostbengalen eine schwere Niederlage zufügte. Bhashani setzte sich außerdem für die Streichung des Wortes „Muslim“ aus dem Parteinamen ein, womit die Awami-Liga 1955 einen inklusiveren Charakter erhielt. Die von ihm geleitete Kagmari-Konferenz von 1957 verschärfte den Konflikt über Autonomie, Außenpolitik und Antikolonialismus; noch im selben Jahr verließ er die Awami-Liga und gründete die Nationale Awamipartei. Schon in Kagmari kritisierte er die Dominanz Westpakistans, und 1969 sowie 1971 machte er die Forderung nach Unabhängigkeit erneut öffentlich. In der Endphase des Befreiungskriegs war er in beratender Funktion mit der Exilführung verbunden, und nach 1971 war er ein einflussreicher Oppositionspolitiker. Sein letzter großer politischer Vorstoß war 1976 der Farakka-Langmarsch gegen die Wasserumleitung am Farakka-Staudamm, mit dem er die Themen Flusswasser, nationale Souveränität und soziale Gerechtigkeit ins Zentrum der Öffentlichkeit rückte.

Einzelnachweise

Kategorie:Bengale Kategorie:Geboren 1880 Kategorie:Gestorben 1976 Kategorie:Mann Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert)