Heinrich Esser (* 1895 in Aachen; † 1985 in Potsdam) war ein deutscher Maler, der zu den Künstlern der verschollenen Generation zählt.

Leben und Werk Esser absolvierte die schulische Ausbildung in Aachen, u. a. bis 1912 an der gewerblichen Abteilung der Städtischen Pflichtfortbildungsschulen. Er kam danach über einen Verwandten nach Berlin, wo er als Malergehilfe arbeitete. Daneben besuchte er Vorträge an der Humboldt-Akademie. Er betätigte sich autodidaktisch als Maler und Zeichner, wobei er ab etwa 1924 das Pseudonym „Derharri“ benutzte. Er wollte seine Bilder ausstellen und schrieb 1924 an Fritz Stahl, der ihm riet, sich wegen einer Teilnahme an der Berliner Juryfreien Kunstausstellung an Hermann Sandkuhl zu wenden. 1925 wurde Esser Mitglied der Berliner Secession und stellte auf deren Ausstellung das Gemälde Die Tafelrunde ausKatalog Nr. 23, womit er Aufmerksamkeit erzielte. 1926 zeigte er auf der Großen Berliner Kunstausstellung das Gemälde Weib mit BlumenKatalog Nr. 132. 1927 stellte er auf der Berliner Juryfreien Kunstausstellung die Bilder Ein Streitfall und Totentanz aus. Paul Westheim schrieb 1927 in seiner Zeitschrift Das Kunstblatt: „Auch Derharri sei vermerkt; da schlägt sich ein Mensch von einer eigenen Charakterisierungskraft mit Visionen herum, die persönlichem Erlebnis zu entstammen scheinen.“

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden Essers Werke im Stil eines expressiven Realismus als „entartet“ verfemt. Esser zog sich in die innere Emigration zurück, und seine Bilder wurden offenbar nicht mehr ausgestellt.

Nach dem Ende des NS-Staats arbeitete Esser in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR, u. a. in Berlin, weiter künstlerisch, führte jedoch nur ein Schattendasein. Er wurde zwar Mitglied des Verbands Bildender Künstler, aber er passte sich nicht an die offiziellen Anforderungen an Werke des Sozialistischen Realismus an und kam wieder ins Abseits. „Die Bilder erschienen leer, düster und hoffnungslos“. Auf Bildern, die er, sichtlich zur Sicherung des Lebensunterhalts, von Lenin und Stalin malte, sehen diese „unglücklich und krank“ aus. Trotz häufigen Übermalens konnte er keines seiner Bilder verkaufen.

Auf Empfehlung Otto Nagels leitete Esser in den 1950er-Jahren in Berlin-Friedrichshain einen Malkreis.

Esser war mit Erna, geb. Hunßdorff, verw. Siebert, verheiratet, die am 20. Februar 1944 in Markkleeberg mit ihrem Sohn Herbert Siebert bei einem Bombenangriff ums Leben kam. In zweiter Ehe war er mit Helene Leffringhausen verheiratet, die 1989 den gesamten Künstlernachlass an einen Antiquitätenhändler verkaufte.

Werke Essers befinden sich u. a. im Museum Kunst der Verlorenen Generation in Salzburg.

Werkbeispiele

Die Familie (1930er/1940er Jahre; Öl) Spaziergang (1950, Öl)Der Bildindex der Kunst & Architektur nennt das Bild als Exponat auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung. Lt. Katalog war Esser auf dieser Ausstellung nicht vertreten. Es ist zu vermuten, dass er das Bild eingereicht hatte, er aber nicht berücksichtigt wurde. Arbeiter (1952, Öl; auf der Rückseite des Bilds Gemälde Drei Fußballer)Deutsche Fotothek

Postume Einzelausstellung

2006: Berlin, Galerie Elias

Einzelnachweise

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