Tauron († nach 326 v. Chr.) war ein im späten 4. Jahrhundert v. Chr. lebender Feldherr Alexanders des Großen und nahm an dessen Asienfeldzug teil.
Leben Wahrscheinlich gehörte Tauron, Sohn des Machatas, dem Königshaus der Elimiotis an und war wohl ein Bruder von Alexanders Schatzmeister Harpalos.Waldemar Heckel: Who’s Who in the Age of Alexander the Great. Prosopography of Alexander’s Empire, 2006, S. 260. Er begleitete den großen Makedonenkönig ebenfalls bei dessen Einfall ins Achämenidenreich, das damals unter der Herrschaft des Großkönigs Dareios III. stand.
Erstmals erwähnt wird Tauron in den erhaltenen Quellen anlässlich Alexanders etwa im Januar 330 v. Chr. ausgetragenem Kampf gegen das kriegerische Bergvolk der Uxier, die dem makedonischen Heer durch ihre Beherrschung von Pässen des Zagros-Gebirges den Vormarsch in die persische Kernlandschaft Persis versperrten. Die Zahlung eines für den Zug durch ihr Stammesgebiet verlangten Wegzolls verweigerte Alexander und belagerte laut dem antiken Historiker Quintus Curtius Rufus eine Stadt der Uxier. Unterdessen besetzte Tauron in seinem Auftrag mit einer eigenständigen Heeresgruppe, die aus 1500 als Bogenschützen angeworbenen Söldnern und 1000 Agrianen bestand, die Anhöhen über dieser Stadt.Curtius Rufus, Historiae Alexandri Magni 5, 3, 6. Taurons Erscheinen mit seiner Streitmacht entmutigte die Uxier, als sie gleichzeitig von Alexander angegriffen wurden.Curtius Rufus, Historiae Alexandri Magni 5, 3, 10. Arrian erwähnt in seinem Bericht über den Kampf des Makedonenkönigs gegen die Uxier anstelle des Tauron den Feldherrn Krateros, der die über einem im Gebiet der Uxier befindlichen Gebirgspass gelegenen Höhen besetzte. Falls die Uxier bei einem Angriff Alexanders auf den Pass zu diesen Höhen flüchteten, sollte Krateros sie mit seinen Soldaten bekämpfen.Arrian, Anabasis 3, 17, 4. Hierbei handelt es sich vielleicht um zwei verschiedene militärische Operationen,So A. B. Bosworth: A Historical Commentary on Arrian’s History of Alexander, Oxford 1980, Bd. 1, S. 321 f. denn Alexander bildete für seinen Feldzug gegen die Uxier möglicherweise mehrere selbstständig vorgehende, unter dem Kommando von Krateros und Tauron stehende Heeresabteilungen.Siegfried Lauffer: Alexander der Große. 3. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1993, ISBN 3-423-04298-2, S. 103. Jedenfalls wurde das Bergvolk bald unterworfen.
Als Nächstes wird Tauron 326 v. Chr. erwähnt, der nun den Rang eines Taxiarchen hatte, anlässlich der Schlacht am Hydaspes, in der Alexander erfolgreich den indischen König Poros bekämpfte. Gemeinsam mit Seleukos und Antigenes kommandierte Tauron dabei einen Teil der makedonischen Phalanx.Arrian, Anabasis 5, 14, 1 und 5, 16, 3. Wahrscheinlich litt seine Militärkarriere, als Harpalos 324 v. Chr. in Ungnade fiel. Er könnte mit einem gleichnamigen Mann identisch sein, der in einer aus dem späten 4. Jahrhundert v. Chr. stammenden Inschrift aus EretriaInscriptiones Graecae (IG) XII 9, 197. gemeinsam mit einem gewissen Myllenas geehrt wird. In diesem Fall stand er vielleicht während der nach Alexanders Tod tobenden Diadochenkämpfen im Dienst der Antigoniden. Ansonsten ist sein späteres Schicksal unbekannt.
Literatur Helmut Berve: Das Alexanderreich auf prosopographischer Grundlage. Band 2. München 1926, S. 371 f., Nr. 741. Waldemar Heckel: Who’s Who in the Age of Alexander the Great. Prosopography of Alexander’s Empire. Blackwell, Oxford u. a. 2006, ISBN 1-4051-1210-7, S. 260.
Anmerkungen
Kategorie:Makedone Kategorie:Geboren im 4. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 4. oder 3. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Mann Kategorie:Person im Alexanderzug