mini|hochkant|Stammwappen derer von Bartholdi (1699) in Siebmachers WappenbuchMülverstedt (1880), Tfl. 3. (nachkoloriert) Bartholdi (auch Bartholdy, Bartholdi-Micrander o. ä.) ist der Name eines erloschenen preußischen Briefadelsgeschlechts.
Die Familie ist von dem gleichnamigen, aber nicht stammverwandten französischen Briefadelsgeschlecht Bartholdi und von der Familie Mendelssohn Bartholdy zu unterscheiden.
Geschichte Familienmitglieder waren Domprediger, Bürgermeister zu Cölln, Geheimsekretäre, Geheime Hofräte, Wirkliche Geheime Räte und Geheime Staatsminister. Zeitweilig gehörte der Familie der Ort Blossin und eine Meierei vor dem Schlesischen Tor – die „Bartholdische Meierei“. Der Namenszusatz „Bartholdy“ der Familie Mendelssohn-Bartholdy bezog sich auf diese Meierei.
1699 wurde Christian Friedrich Bartholdi, kurbrandenburger Rat und Gesandter in Wien, von Kaiser Leopold I. in den Reichsadelsstand erhoben. 1700 erfolgte die kurbrandenburgische Anerkennung und Ausweitung auf dessen Bruder Friedrich Heinrich Bartholdi. 1703 erlangte Christian Friedrich von Bartholdi den Reichsfreiherrenstand. Grund dafür waren ihre diplomatischen und juristischen Verdienste am kaiserlichen Hof in Wien und am brandenburg-preußischen Hof.Mülverstedt (1880), S. 7.Blažek (1886), S. 21.AT-OeStA/AVA Adel RAA 18.24. Unter anderem handelte Christian Friedrich von Bartholdi beim Kaiser die Königswürde für den brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. (1657–1713) aus, der daraufhin als Friedrich I. König in Preußen wurde.
Die Familie erlosch 1730 mit dem Tod des Friedrich Heinrich von Bartholdi-Micrander (1677–1730).Ledebur (1855), S. 36.
Familienmitglieder Christian Friedrich Bartholdi (1644–1707), preußischer Kommunalpolitiker und Diplomat Christian Friedrich von Bartholdi (1668–1714), brandenburg-preußischer Diplomat und Rechtsgelehrter Friedrich Heinrich von Bartholdi-Micrander (1677–1730), brandenburg-preußischer Diplomat
Wappen
Blasonierung des Stammwappens von 1699 In Silber drei balkenweis gestellte, rechtsgekehrte, gekrönte, schwarze Adlerköpfe. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken drei schwarze Straußenfedern.
Blasonierung des gebesserten Freiherrenwappens von 1703 In Gold drei balkenweis gestellte, rechtsgekehrte, gekrönte, schwarze Adlerköpfe. Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken drei silberne Straußenfedern. Als Schildhalter zwei silberne widersehende Bracken mit roten Halsbändern. Das rechte Halsband mit „Fedelio“ (Glaube), das linke mit „Vigilanto“ (Aufpassen) beschriftet.AT-OeStA/AVA Adel RAA 18.25.
Blasonierung des Wappens derer von Bartholdi-Micrander Geviert mit gespaltenen Herzschild: Vorne das 1703er Wappen derer von Bartholdi, hinten in Rot ein geharnischter schwertschwingender Mann mit Schild. Feld 1 in Silber drei rote Balken, Feld 2 in Schwarz und Feld 3 in Blau ein rechtsgekehrter doppelschwänziger goldener Löwe, Feld 4 in Rot drei (1:2) silberne Lilien. Drei gekrönte Helme: I. mit schwarz-goldenen Decken zwei wachsende geharnischte gegeneinander gebogene Arme, mit den Händen eine silberne, mit grünem Kranz bezeichnete Fahne haltend; II. mit rot-goldenen Decken drei silberne Straußenfedern; III. mit blau-goldenen Decken ein wachsender roter Adler mit blauer mit goldenem Kranz belegter Fahne.
Literatur Konrad Blažek: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 7 (Ergänzungen), 2. Abt.: Preußische Grafen und Freiherren. Ergänzungen, Nürnberg 1886, S. 21 (uni-goettingen.de) und Tfl. 13 (uni-goettingen.de). Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, herausgegeben von einigen deutschen Edelleuten. Band 1: A–F. Regensburg 1860, S. 72 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 1: A–K, Berlin 1855, S. 36 (hhu.de). George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter), 5. Abt.: Der abgestorbene Adel der Provinz und Mark Brandenburg, Nürnberg 1880, S. 7 (uni-goettingen.de) und Tfl. 3 (uni-goettingen.de).
Weblinks Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 18.24 Bartholdi, Christian Friedrich, kurbrandenburgischer wirklicher Hof- und Kammerrat, Verordneter bei der märkischen Landschaft, Resident am kaiserlichen Hofe, Adelsstand, "von", 1699.02.20. AT-OeStA/AVA Adel RAA 18.25 Bartholdi, Christian Friedrich von, königlich preußischer geheimer Rat und außerordentlicher Gesandter am kaiserlichen Hofe, Freiherrenstand, „Wohlgeboren”, privilegium de non usu, 1703.12.15.
Einzelnachweise
Kategorie:Preußisches Adelsgeschlecht