Broniewo (deutsch Klein Brunau) ist ein Weiler in der Landgemeinde Stegna im Powiat Nowodworski der Woiwodschaft Pommern in Polen. Er gehört zum Schulzenamt Bronowo (Groß Brunau).
Geographie Der Ort liegt etwa 25 Kilometer nordwestlich von Elbląg (Elbing) und 25 Kilometer südöstlich von Danzig. Die Kreisstadt Nowy Dwór Gdański (Tiegenhof) liegt zehn Kilometer südöstlich, Stegna (Steegen) sechs Kilometer nordöstlich. Nachbarorte sind Bronowo im Norden, Wiśniówka (Küchwerder) im Osten und Żuławki (Fürstenwerder) im Westen. Die Landschaft gehört zum Żuławy Wielkie (Großes Marienburger Werder) im Żuławy Wiślane (Weichsel-Nogat-Delta). Der Ort liegt auf dem Südufer der Szkarpawa (Elbinger Weichsel).
Geschichte Das Gebiet des Orts gehörte zur Scharpau, dem Fischamt des Deutschen Ordens. Es kam 1454 mit Königlich Preußen vom Deutschordensstaat an die Woiwodschaft Marienburg des Königreichs Polen und wurde drei Jahre später von König Kasimir IV. an die Stadt Danzig verpfändet. Es ging später in den Besitz des Bischofs des Ermlands über, von dem es wiederum die Stadt Danzig 1530 erwarb. Lutheraner hatten ihre Pfarrkirche in Tiegenort, Katholiken waren bis 1912 nach Fürstenwerder eingepfarrt.westpreussen.de: Brunau. Abgerufen am 16. April 2026. Die mennonitische Gemeinde versammelte sich in Tiegenhagen.gameo.org: Scharpau (Pomeranian Voivodeship, Poland). (englisch, abgerufen am 7. November 2025)
Mit der zweiten Teilung Polens wurden Klein Brunau und die Scharpau 1793 von Preußen annektiert. Es war das einzige der ehemaligen Danziger Gebiete, das 1807 nicht zur Republik Danzig kam. Am 1. Januar 1874 wurde die Kreisordnung für die Provinz Preußen eingeführt, diese wurde vier Jahre später wieder in die Provinzen Ost- und Westpreußen geteilt. Am 25. April 1874 wurde der Amtsbezirk Ober-Scharpau aus zehn Landgemeinden und dem Gutsbezirk Küchwerder gebildet. Vor 1881 erfolgte die Umbenennung in Obere Scharpau. Durch Zusammenlegungen wurde die Zahl der Landgemeinden in den 1890er Jahren auf acht verringert. Der Gutsbezirk Küchwerder erhielt 1908 ebenfalls den Status einer Landgemeinde. Sitz des Amtsgerichts war Tiegenhof.
Der Amtsbezirk wurde gemäß den Bestimmungen des Friedensvertrags von Versailles am 10. Januar 1920 an die Freie Stadt Danzig abgetreten. Das Gebiet kam dort zum Landkreis Großes Werder (bis 1920 Landkreis Großer Werder). Nach dem deutschen Überfall auf Polen kam das Gebiet von 1939 bis 1945 zum Reichsgau Danzig-Westpreußen und in der Folge des Zweiten Weltkriegs an die Republik Polen. Die deutschen Ortsbewohner wurden vertrieben.
mini|Ortseinfahrt, 2023 Broniewo gehört seit 1973 zur Landgemeinde Stegna. Die Landgemeinde war von 1954 bis 1972 in Gromadas aufgelöst. Von 1975 bis 1998 war der Powiat aufgelöst und Ort und Gemeinde kamen zur Woiwodschaft Elbing. Zum 1. Januar 1999 kam die Gemeinde zum Powiat Nowodworski der Woiwodschaft Pommern. Bei der Volkszählung 2011 hatten das Dorf Bronowo und die Weiler Wiśniówka, Broniewo sowie Szkarpawa insgesamt 604 Einwohner.
Verkehr Die Schnellstraße S7 nach Danzig verläuft an der Südgrenze der Gemeinde. Broniewo liegt an einer Straße, die von Żuławki über Broniewo und Wiśniówka nach Szkarpawa verläuft. Der nächste internationale Flughafen ist Danzig.
Literatur Erich Keyser: Das Gebiet der Stadt Danzig. In: Zeitschrift für Ostforschung. Band 1, Nr. 4 (1952). S. 569–571 (doi:10.25627/19521476).
Weblinks
Rolf Jehke, territorial.de: Amtsbezirk Obere Scharpau. (Stand: 2004)
Fußnoten
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Stegna Kategorie:Weiler in Polen