+ Ferrocarril eléctrico del cerro Santa Lucía 250pxAnsicht der Wagen (um 1908) Lage Cerro Santa Lucía, Santiago, Chile Typ Zahnradbahn Antrieb Elektrisch (Oberleitung) Zahnsystem System Abt Eröffnung 11. Januar 1902 Stilllegung 30. April 1910 Streckenlänge ca. 500 m Spurweite 1000 mm (Meterspur) Fuhrpark 2 Triebwagen, 2 Beiwagen Betreiber Chilean Electric Tramway and Light Company 250pxStreckenverlauf der Bahn

Die Elektrische Zahnradbahn auf den Cerro Santa Lucía (spanisch: Ferrocarril eléctrico del cerro Santa Lucía) war eine von 1902 bis 1910 betriebene Schienenverbindung auf dem Hügel Cerro Santa Lucía in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile. Sie war eine der ersten elektrischen Zahnradbahnen weltweit und die erste ihrer Art in der Südhalbkugel.

Ungewöhnlich an dieser Bahn waren einerseits ihre sehr geringe Länge sowie eine Spitzkehre etwa in Streckenmitte. Ebenfalls ungewöhnlich war die sehr geringe Bestandsdauer von nur 8 Jahren.

Geschichte Der Bau der elektrischen Zahnradbahn wurde Ende 1901 von der deutschen Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) im Auftrag der Chilean Electric Tramway and Light Company und des Unternehmers Lorenzo Lalloni begonnen. Lalloni war zu dieser Zeit Pächter des Hügels und Besitzer des dort befindlichen Theaters.

Die Bahn nahm den öffentlichen Betrieb am 11. Januar 1902 auf. Zur Eröffnung wurden 120 Personen zum Theater in der Nähe des Gipfels transportiert, wo die Operette Der Vogelhändler (spanisch: El vendedor de pájaros) aufgeführt wurde. Die Bahn nutzte das Zahnradsystem Bauart Abt und wurde über eine Oberleitung mit Strom versorgt, wobei der Kontakt über einen Stangenstromabnehmer auf dem Dach des Triebwagens hergestellt wurde.

Die Strecke war etwa 500 Meter lang und führte entlang der Westflanke des Hügels. Auf halber Strecke – auf der Höhe des Castillo Hidalgo – befand sich eine Ausweichstelle bzw. Gleisumkehr, um die Fahrt zum oberen Teil des Hügels fortzusetzen. Der Hauptzweck der Bahn war es, den Besuchern den mühsamen Aufstieg zum 1886 eröffneten Theater zu erleichtern. Der Fahrpreis betrug 10 Centavos für Erwachsene, war jedoch für Inhaber einer Theaterkarte kostenlos.

Stilllegung Der Betrieb der Bahn endete am 30. April 1910, im selben Jahr, in dem auch das Theater geschlossen wurde. Am 4. Juni 1910 wurde die gesamte Anlage versteigert und für 13.000 Pesos von Roberto Téllez erworben. Die Gleisanlagen wurden später demontiert. Heute dient die ehemalige Trasse als Fußweg unter dem Namen „Camino del Ferrocarril“ und verbindet die Basis des Hügels mit der Terraza Caupolicán.

Fahrzeuge Der Fuhrpark bestand aus zwei zweiachsigen elektrischen Triebwagen von AEG und zwei offenen Beiwagen. Die Beiwagen waren mit seitlichen Vorhängen ausgestattet, um die Fahrgäste im Sommer vor der Sonne zu schützen. Jedes Gespann hatte eine Kapazität von 38 Sitzplätzen. Die Fahrt von der Basis bis zum Theater dauerte etwa vier Minuten.

Energieversorgung Die elektrische Energie wurde von einem Kraftwerk an der Station Providencia geliefert, das mit einer 60 PS starken Hercules-Turbine betrieben wurde.

Fehler in der Literatur Im Standardwerk Zahnradbahnen der Welt von Walter Hefti wird die Bahn zwar gelistet, dem Autor sind aber wesentliche Fehler unterlaufen. Während die Bahn nachweislich elektrisch mit AEG-Lokomotiven betrieben worden war, gibt Hefti Dampfbetrieb mit Lokomotiven von Baldwin an.

Literatur Walter Hefti: Zahnradbahnen der Welt. Birkhäuser, Basel 1971, ISBN 3-7643-0550-9. En el Santa Lucía. El Ferrocarril de Cremallera. Pluma y Lápiz, 12. Januar 1902, S. 9 (Digitalisat) Álbum-guía del Cerro Santa Lucía. Descripcion e Historia completa de este Paseo, Santiago de Chile, 1910 (Digitalisat)

Weblinks

Ferrocarril electrico del Cerro Santa Lucía (Bilder) Ferrocarril electrico del Cerro Santa Lucía bei Tramz.com

Siehe auch Schienenverkehr in Chile

Einzelnachweise

Kategorie:Bahnstrecke in Chile Cerro Santa Lucia Kategorie:Bauwerk in Santiago de Chile Kategorie:Verkehr (Santiago de Chile) Kategorie:Spurweite 1000 mm