mini|Wappen des Grafen Johann Anton Johann Anton, Graf zu Leiningen-Westerburg-Schadeck, des heiligen römischen Reichs SemperfreiEduard Brinckmeier: Genealogische Geschichte des uradeligen, reichsgräflichen und reichsfürstlichen, standesherrlichen, erlauchten Hauses Leiningen und Leiningen-Westerburg, Band 2, Braunschweig 1891, S. 250. (auch Johann Anton Graff zu Leiningen und Herr zu Westerburg, des Heyl. Röm. Reichs Semper Frey,Eduard Brinckmeier: Genealogische Geschichte des uradeligen, reichsgräflichen und reichsfürstlichen, standesherrlichen, erlauchten Hauses Leiningen und Leiningen-Westerburg, Band 2, Braunschweig 1891, S. 252. * 15. Januar 1655 in Schadeck; † 2. Oktober 1698 in Wetzlar) war ein kaiserlicher Rat, Präsident des Reichskammergerichts und Begründer der Schadecker Linie seines Hauses, sowie zeitweise Regent der Grafschaft Wied-Runkel.Eduard Brinckmeier: Genealogische Geschichte des uradeligen, reichsgräflichen und reichsfürstlichen, standesherrlichen, erlauchten Hauses Leiningen und Leiningen-Westerburg, Band 2, Braunschweig 1891, S. 251 f.

Biographie Herkunft Johann Antons Großeltern väterlicherseits waren Christoph, Graf zu Leiningen-Westerburg, des heiligen römischen Reichs Semperfrei (* 1575; † 1635), und seine 1611 geheiratete zweite Gattin Philippina Katharina Walpurgis († 1647), Tochter des Grafen Wilhelm IV. zu Wied-Runkel und der Johanna Sibylla von Hanau-Lichtenberg. Eine Tochter aus des Großvaters erster Ehe war Margarete Elisabeth von Leiningen-Westerburg (* 1604; † 1667), Regentin der Landgrafschaft Hessen-Homburg.Eduard Brinckmeier: Genealogische Geschichte des uradeligen, reichsgräflichen und reichsfürstlichen, standesherrlichen, erlauchten Hauses Leiningen und Leiningen-Westerburg, Band 2, Braunschweig 1891, S. 232–235. Sie war mithin eine Tante Johann Antons zu Leiningen-Westerburg, und einer ihrer Söhne, Friedrich II. von Hessen-Homburg, bekannt als „Prinz von Homburg“, ein Vetter Johann Antons.

Johann Anton war das neunte Kind des Georg Wilhelm, Grafen zu Leiningen und Herrn zu Westerburg, des Heiligen Römischen Reichs Semper Frey (* 1619; † 1695), und der Sophie Elisabeth, geborene Gräfin und Edle Frau von der Lippe (* 1624; † 1688), einer Tochter des Simon VII., Grafen und Edlen Herrn zur Lippe, Landesherrn der Grafschaft Lippe, und der Gräfin Maria Magdalena zu Waldeck-Wildungen, die gemeinsam 19 Kinder hatten.Eduard Brinckmeier: Genealogische Geschichte des uradeligen, reichsgräflichen und reichsfürstlichen, standesherrlichen, erlauchten Hauses Leiningen und Leiningen-Westerburg, Band 2, Braunschweig 1891, S. 236–243.

Wirken 1681 verglich Johann Anton sich mit seinem Bruder Friedrich Wilhelm, und trat ihm sein Recht an den väterlichen Herrschaften ab.Johann Christian Lünig: Das Teutsche Reichs-Archiv, in welchem zu finden I. Desselben Grund-Gesetze und Ordnungen. II. Die merckwürdigsten Recesse, Concordata, Vergleiche, Verträge. III. Jetzt höchst-hoch- und wohlermeldter Chur-Fürsten. Privilegia und Freyheiten, auch andere Diplomata, welche zu Erläuterung des Teutschen Reichs-Staats nützlich und nöthig sind. Haupt-Register über das Teutsche Reichs-Archiv auch dessen Continuationes und Spicilegia: in welchem Alle darinnen befindliche Materien mit leichter Mühe nachgeschlagen und aufgesuchet werden könnnen. Leipzig 1722, S. 377. Er studierte in Rinteln, bereiste Frankreich und trat anschließend in spanische, lüneburgische und kaiserliche Kriegsdienste, wobei er 1686 an der Eroberung Ofens teilnahm. 1685 hatte sein Vater die Herrschaft Schadeck für 10.000 Reichstaler an den hessen-darmstädtischen Generalleutnant Wolfgang Heinrich von Baumbach verpfändet. 1688 wurde er zum Rat und evangelischen Präsidenten des Reichskammergerichts zu Speyer ernannt und zog 1689 mit der Institution Reichskammergericht nach Wetzlar um.

Um jene Zeit war Johann Anton Graf zu Leiningen-Westerburg auch Administrator der Obergrafschaft Wied (Wied-Runkel mit Burg Runkel, auf der gegenüberliegenden Lahnseite von Burg Schadeck gelegen) und Vormund der Kinder des Grafen Georg Hermann Reinhard Graf von Wied-Runkel (* 1640; † 1690),Annalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung, Band 38, Wiesbaden 1909, S. 182. darunter Karl von Wied-Runkel (* 1684; † 1764) nachmals ebenfalls evangelischer Präsident des Reichskammergerichts, deren Onkel er auch war.Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich, Teil 1: Darstellung, Wien, Köln und Weimar 2011, S. 679. mini|Burg Runkel am linken und Burg Schadeck am rechten Lahnufer 1691 erfolgte ein Rezess mit seinen Brüdern, wie es mit den einzulösenden, verpfändeten Familiengütern gehalten werden soll. Auch leistete er Renunziation auf die Herrschaft Westerburg. Im selben Jahr gelang es ihm, das Amt Cleeberg sowie darauf die Herrschaft Schadeck nebst dem Aumenauer Gut mit einem Erbe (13.000 Talern) von seiner verstorbenen Braut Magdalene Sophie von Oettingen (* 1654; 1691) einzulösen, die vor der Hochzeit verstorben war. Er veranlasste die im selben Jahr erfolgte Fertigstellung der Kirche in Schadeck und stiftete den dortigen Altar aus Lahnmarmor.Willi Wabel: „Evangelische Pfarrkirche zu Schadeck“. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. (Abgerufen: 23. April 2026) Die Verlobte war eine Tochter des Grafen Joachim Ernst von Oettingen-Oettingen und Witwe des Grafen Johann Ludwig zu Hohenlohe-Neuenstein zu Künzelsau (* 1625; † 1689), den sie 1681 geheiratet hatte.Stammtafel des mediatisierten Hauses Oettingen, 1895, 4. Stammtafel. Die erloschene Linie Oettingen-Oettingen. Ehe und Nachkommen Nach dem Tod seiner Verlobten heiratete er 1692 Christiane Luise von Sayn-Wittgenstein (* 1673; † 1745). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Georg Friedrich (* 1693; † 1708), verstarb als Student in Halle. Sophie Charlotte (* 1695; † 1762), heiratete den Grafen Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode.

Da sein einziger Sohn vor Erreichen der Volljährigkeit verstarb, erlosch die Schadecker Linie im Mannesstamm. Seine Witwe heiratete den Hofprediger Johann Jakob Bierbrauer (* 1673; † 1745).Eduard Jacobs: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde, Wernigerode 1895, S. 120.Allgemeine Deutsche Biographie, Band 39, Leipzig 1895, S. 336. Sie war eine geborene Gräfin zu Sayn-Wittgenstein-Vallendar.Hugo Scheube stellte die Geschichte 1876 verdreht und unrichtig dar: „Gräfin Christiane Louise von Leiningen-Westerburg , die ihrem Gatten, einem sachsen-gothaischen Obersten, davongelaufen war und sich mit einem aus Detmold entwichenen Pfarrer Bierbrauer zusammengethan hatte“. → Hugo Scheube: Die Frauen des achtzehnten Jahrhunderts. Culturgeschichtliche Zeit- und Lebensbilder, Band 1, Berlin 1876, S. 131. Ihr Vater war Friedrich Wilhelm Graf zu Sayn-Wittgenstein und Hohenstein in Vallendar (* 1647; † 1685),Er war der siebte Sohn des Grafen Johann VIII. zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein. die Mutter war Charlotte Luise Gräfin von Leiningen-Dachsburg-Hartenburg, (* 1652; † 1703).„Sayn-Wittgenstein und Hohenstein in Vallendar, Friedrich Wilhelm Graf zu“, in: Hessische Biografie (aufgerufen am 13. April 2026)

Literatur Eduard Brinckmeier: Genealogische Geschichte des uradeligen, reichsgräflichen und reichsfürstlichen, standesherrlichen, erlauchten Hauses Leiningen und Leiningen-Westerburg, Band 2, Braunschweig 1891, S. 250–254 (Online)

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