Heinrich Friedrich Fridolin Reding (* 28. November 1624 in Schwyz; † 11. Mai 1698 ebenda) war ein Schwyzer Offizier in fremden Diensten und Politiker.

Leben Familie Heinrich Friedrich Reding entstammte dem Schwyzer Landleutegeschlecht Reding. Seine Eltern waren der Landammann Wolf Dietrich Reding (* 25. Februar 1593 in Schwyz; † 26. Juni 1687 ebenda), der das Haus «zum Acher» bewohnte, und dessen erste Ehefrau Maria Salome († 11. August 1654), die Tochter von Fridolin Hässi (1563–1626) aus Glarus.

Väterlicherseits war sein Urgrossvater der Landammann Heinrich Reding (1562–1634) und seine Tante die Äbtissin Abundantia Reding.

Sein Grossvater mütterlicherseits war der Landvogt Melchior Hässi und sein Onkel der Politiker Heinrich Hässi (belegt um 1625).

Seine Cousins waren der Generalmajor und Gesandte Johann Franz Reding (1662–1707) und der Offizier in fremden Diensten und Politiker Josef Anton Reding (1858–1747).

Heinrich Friedrich Reding verheiratete sich 1652 mit Anna Regina (1632–1684), der Tochter des gefallenen Jost Rudolf Reding (1600–1634) und der Eva Maria (1632–1684), die Tochter von Lienhard Büeler (* 1575). Die Hochzeit fand am 18. Januar 1652 statt und wurde am 5. Februar 1652 in Einsiedeln zelebriert. In den zeitgenössischen Ratsprotokollen wurde Reding häufig als Heinrich Fridli genannt.

Aus der Ehe gingen elf Kinder hervor, von denen jedoch vier früh verstarben oder unmittelbar nach der Geburt starben. Zwei weitere Söhne fielen in militärischen Diensten: Heinrich Fridolin Reding als Leutnant in Frankreich, und Franz Anton Reding am 14. September 1693 bei Philippeville in Flandern.

Weitere Kinder waren Wolf Dietrich Reding (auch Wolfgang Theodor) (* 7. November 1652; 8. Januar 1698 in Schwyz), wurde von Franz Anton Schorno vor dem Ital Reding-Haus erstochen. An dieses Verbrechen erinnert bis heute ein steinernes Sühnekreuz an der Mauer gegenüber vom Ital Reding-Haus in der Rickenbachstrasse 24 in Schwyz; Jost Rudolf Reding (* 18. Mai 1655; † 30. April 1716) blieb unverheiratet, diente aber in verschiedenen militärischen Positionen. Mit einer eigenen Kompanie kämpfte er in Frankreich und wurde 1704 zum Oberstleutnant im Regiment de Courten, dem 8. Schweizer Regiment, ernannt. 1714 wurde ihm die Ritterwürde des St. Ludwigsordens verliehen. 1698 wurde er zum Oberstwachtmeister ernannt, fungierte zeitweilig als Richter im Neunergericht, ein spezielles Gremium zur Schlichtung von Streitfällen, und wurde 1703 zum Landesfähnrich sowie 1708 zum Ratsherr ernannt; Johann Ital Reding (* 22. Oktober 1664; † 21. Januar 1711) heiratete am 27. Februar 1699 Anna Katharina, die Tochter von Georg Reding. Er war Hauptmann in französischen Diensten und wurde als Kommandant von Rapperswil erwähnt. Von seinen acht Kindern überlebte nur Johann Josef Georg Ital das Kindesalter und setzte die Familientradition fort; Maria Eva Reding heiratete 1683 den verwitweten Obristen Johann Dominik Betschart (1645–1736), der in spanischen Diensten stand und später Landammann wurde; Maria Salome Reding heiratete zunächst Peter Wallier (1653–1696) von Solothurn und in zweiter Ehe den Obristen Heinrich Rudolf Reding (1663–1724), Sohn des Landammanns Johann Franz Reding (1607–1670), der auch ein Cousin von Wolf Dietrich Reding war.

Dienst in der französischen Garde Heinrich Friedrich Reding begann seine militärische Karriere bereits im frühen Jugendalter.

Mit 16 Jahren trat er 1640 als Leutnant in die Gardekompanie seines Vaters ein. In den Jahren 1645 bis 1649 war er im Süden Frankreichs und im französisch-spanischen Grenzgebiet aktiv. Die Korrespondenz mit dem Gardeleutnant Heinrich II. Zurlauben (1621–1676), der in der Kompanie seines Onkels Heinrich I. Zurlauben diente, dokumentierte seine Stationierungen in Lyon, Arles, Avignon, Perpignan, Roses und Termens. Im Juni 1646 reiste er von Perpignan nach Schwyz, kehrte aber bereits im August desselben Jahres zu seiner Einheit zurück. Bis November 1646 war er mit seiner Kompanie in Longone stationiert, wo er bereits als Kommandant der Gardekompanie Reding bezeichnet wurde.

Die Gardekompanie Reding verbrachte eine längere Zeit in Piombino in Garnison, wo sie zusammen mit den Gardekompanien Zurlauben, Affry und Estavayer/Wallier stationiert war. Reding erlebte somit die letzten acht Jahre des Dreissigjährigen Krieges aktiv mit.

1649 erhielt Heinrich Friedrich sein Offizierspatent als Hauptmann und übernahm damit den Rang, der seiner Position als Kommandant entsprach. Die Übernahme der Gardekompanie als wirtschaftliches Unternehmen erfolgte zwischen 1649 und 1653. 1654 werden Wolfgang Dietrich Reding und Heinrich Friedrich Reding gemeinsam als Inhaber der Gardekompanie erwähnt.

In der Gewalt von Piraten Im Februar 1650 brach Hauptmann Reding von Schwytz mit weiteren Reisenden zu einer Reise nach Longone auf. Auf der Rückreise überquerten die Reisenden das Meer, wurden hierbei durch Seeräuber überfallen und gefangen genommen. Der Überfall bedeutete nicht nur eine persönliche Bedrängnis für Reding, sondern versetzte auch die Gardekompanie in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Reding wurde nach Orbetello transportiert und dort gefangen gehalten. Bei seiner Gefangennahme verlor er 180 Florin aus der Geldkasse der Kompanie.

Die Befreiung Redings vollzog sich über den Sommer 1650 hinweg. Während seiner Gefangenschaft kümmerte sich ein Fähnrich um die Verwaltung der Kompanie und lieh dieser 1000 Florin aus eigenen Mitteln. Finanzielle Mittel wurden dem gefangenen Hauptmann regelmässig nach Orbetello gesandt. Die Freilassung erfolgte offenbar ohne formale Lösegeldzahlung; stattdessen wurde im Rechnungsbuch dokumentiert, dass die 1000 Florin des Fähnrich Mounin am 5. August 1650 zurückgezahlt wurden, was auf Redings Rückkehr hindeutete.

Französischer Söldnerdienst In der Zeit nach dem Frondeuraufstand im Jahr 1653 befand sich Frankreich in einer Neuordnungsphase seiner politischen Verhältnisse. Aus dieser Situation heraus entstand die Strategie, durch systematische Zahlungsrückstände unter Druck gesetzte eidgenössische Söldner heimzuschicken und gleichzeitig neue Aushebungen in der Schweiz vorzunehmen. Dieses Vorgehen schuf erhebliche Spannungen zwischen den Soldunternehmern und den Orten der Eidgenossenschaft, insbesondere da die Frage der Allianz mit Frankreich – der rechtlichen und politischen Grundlage des gesamten Söldnerwesens – zur Disposition stand.

Die jahrelangen Debatten über die Erneuerung der französisch-eidgenössischen Allianz führten erst 1663 zum Abschluss eines neuen Grundvertrages (Soldallianz Zürichs mit Ludwig XIV.). Diese lange Verhandlungsphase schuf Unsicherheit bei allen Beteiligten; Heinrich Friedrich Reding erlebte diese Neuregelung jedoch nicht mehr als aktiver Teilnehmer.

Während die Familie Reding 1649 noch keinen Grund zur Beschwerde über ihre finanzielle Situation hatte, verschärften sich die Verhältnisse in den frühen 1650er-Jahren erheblich. In dieser Zeit war Heinrich Friedrich in italienischen Garnisonen stationiert, darunter in der strategisch bedeutsamen Festung Casale-Monferrato und in Pinerolo. Im Jahr 1652 kehrte er in seine Schweizer Heimat zurück. Seine Präsenz bei der Kompanie wechselte daraufhin regelmässig mit Urlaubspausen ab.

1653 kam es zur kritischen Wendung seiner Karriere. Zurückgekehrt zur Gardekompanie, hielt er sich zunächst in Paris auf. Dort geriet er jedoch in Konflikt mit Heinrich II. Zurlauben. Dieser äusserte in seiner Korrespondenz den Wunsch, dass Reding Paris verlassen würde, da seine Anwesenheit seine Geschäfte erschwerte und er fürchtete, dessen Rivalität hervorzurufen.

Ein entscheidender Faktor in dieser Phase war das politische Wirken von seinem Vater Wolfgang Dietrich Reding. Nach dem Tode des Gardeobristen Melchior Hässy strebte Wolfgang Dietrich das Kommando des gesamten Garderegiments an. Im Dezember 1653 standen seine Chancen noch günstig, doch die Politik des Kantons Schwyz, der durch seine Landsgemeinde ständig Soldrückstände monierte und mit der Rückberufung der Kompanie drohte, schadete seinen Bestrebungen erheblich.

Die französische Diplomatie verschärfte die Situation gezielt. Der französische Gesandte Jean de La Barde (1602–1692) adressierte am 16. Mai 1654 ein deutliches Schreiben an den Landammann und Landrat von Schwyz, in dem er warnte, dass Frankreich bereit sei, die Kompanie Reding aufzulösen – der König könne wirtschaftlich leicht auf eine einzelne Kompanie verzichten, die Schweiz aber würde mit der Allianz zu Frankreich ihre mächtigste Hilfe verlieren. Zur Untermauerung seiner Position verwies de La Barde darauf, dass Frankreich bereits zwei vollständige Regimenter während des laufenden Krieges entlassen habe.

Im August 1655 wurde die Entscheidung offensichtlich: Laurent d'Estavayer-Mollondin (auch Lorenz von Stäffis-Montet) (1608–1686) erhielt die Position des Gardeoberstleutnants – ein Amt, das Wolfgang Dietrich Reding angestrebt hatte. Der Zuger Gardehauptmann Beat Jakob Knoepfli schrieb an Beat II. Zurlauben (1597–1663) eine warnende Nachricht vom 31. August 1655, abgesandt von Saint-Ghislain. Er deutete an, dass die Familie Reding diese Niederlage zu akzeptieren habe, andernfalls könne «ihnen auch etwas widerfaren, das innen mächtig verdrieslich sein wurde». Zur Untermauerung seiner Warnung verwies Knoepfli auf einen Lapsus bei einer königlichen Inspektion: Während der Wache der Reding-Kompanie sei kein Offizier ausser dem Wachtmeister anwesend gewesen, was Laurent d'Estavayer-Mollondin dem König vor Ort hatte berichten können.

Heinrich Friedrich Redigs politisches Ansehen war damit erheblich beschädigt. Militärisch wurde die Gardekompanie Reding 1655 nach Le Quesnoy verlegt, zwischen Cambrai und Maubeuge an der Grenze zu den spanischen Niederlanden gelegen. Diese strategisch wichtige Position war Teil der französischen Operationen im Verlauf des Spanischen Krieges, der trotz des Westfälischen Friedens von 1648 fortdauerte. In den folgenden Jahren wurden Orte wie Saint-Ghislain, Mons und Enghien in den Kompaniebüchern als Garnisons- und Einsatzorte dokumentiert.

Ämter und militärische Tätigkeiten in der Heimat Heinrich Friedrich Reding begann seine politische und administrative Karriere in seiner Heimat Schwyz erst nach mehreren Jahren im Dienste Frankreichs.

Die erste nachweisbare Beamtung Heinrich Friedrichs war die Obervogtei in den Höfen, die er von 1652 bis 1654 innehatte. Allerdings ermöglichte sein gleichzeitiger Einsatz in der französischen Garde nur eine teilweise Ausübung dieser Funktion – eine Praxis, die in jener Zeit völlig üblich war. 1652 nahm er als Obervogt in den Höfen zusammen mit Säckelmeister Franz Reding und Landvogt Franz Betschart an einem bedeutsamen Vergleich zwischen den Hofleuten und dem Abt Plazidus Reimann von Einsiedeln auf Schloss Pfäffikon teil. Der Vergleich betraf Fischerei- und Jagdrechte, Salzgeldangelegenheiten, Urbarfragen, Holznutzung und die Stellung des Kaplans von Freienbach. Im März 1654 erschien er als Landvogt der Höfe vor dem Rat, reiste dann aber bald wieder nach Frankreich ab.

Die politischen Entwicklungen in der Eidgenossenschaft führten zu seiner erneuten Rückkehr. Angesichts des drohenden Ersten Villmergerkriegs befand sich Heinrich Friedrich Anfang 1656 wieder in seiner Heimat. Gemeinsam mit seinem Vater Wolfgang Dietrich besuchte er die für die katholischen Orte strategisch wichtige Stadt Rapperswil und bot seine Dienste an. Die von Innerschweizern, Bürgern und zweihundert spanischen Söldnern unter dem Oberbefehl von Johann Rudolf Reding verteidigte Stadt (siehe Belagerung von Rapperswil) vermochte sich gegen die erheblich stärkere Armee der Zürcher unter Hans Rudolf Werdmüller zu behaupten.