mini|Charles Derennes (1924) Charles Derennes (* 4. August 1882 in Villeneuve-sur-Lot; † 27. April 1930 in Paris) war ein französischer Schriftsteller.

Leben Nach einem Studium an der Pariser Sorbonne, das er 1903 mit einer Licence en Lettres abschließt, verkehrte er in literarischen Salons wie dem von Anna de Noailles und begann, als Schriftsteller zu arbeiten. 1907 erhält er den Prix Archon-Despérouses, einen Lyrikpreis der Académie française. 1924 wurde ihm der Prix Femina für Émile et les autres, den dritten Band der Reihe Le Bestiaire sentimental, verliehen. 1925 wurde er Ritter der Ehrenlegion. Nach seinem Tod 1930 wurde er in Villeneuve-sur-Lot beigesetzt.

Werk Derennes schrieb Prosa, Lyrik und Tiergeschichten. Teilweise schrieb er auf Provenzalisch.

Er begann seine literarische Karriere in jungen Jahren, doch ließ der Erfolg auf sich warten. Er veröffentlichte in etwa fünfundzwanzig Jahren über fünfzig Bücher und schrieb gleichzeitig Beiträge für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften, wie etwa in Le Mercure de France. In der Nachkriegszeit hatte er öffentlichen Erfolg, erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1924 den Prix Femina, und wurde von der Kritik durchweg gelobt.

Er ist bekannt für seine Gedichtsammlungen. Außerdem schrieb er Erzählungen und zahlreiche Romane, darunter sein bekanntestes Werk "Le Peuple de Pôle", ein Roman in der Tradition von Jules Verne. Große Popularität brachte ihm auch sein Bestiaire sentimental ein, das drei Bände umfasst: Vie de Grillon (Das Leben einer Grille), La Chauve-Souris (Die Fledermaus) und Emile et les autres (Emile und die anderen). In diesen Erzählungen widmete sich der Autor einer aufmerksamen Tierbeobachtung (Grillen, Fledermäuse, Katzen, Frösche). 1924 erhielt er den Prix Femina.

Sein heute bekanntestes Werk ist der Science-Fiction Roman Le Peuple du Pôle aus dem Jahr 1907: Zwei Forscher machen im Lenkballon eine Expedition zum Nordpol. Auf ihrer Reise begegnen sie einer fremden Welt aus Dinosaurierǀähnlichen Lebewesen. Der ins Englische und – unter dem Titel "Ungeheuer am Nordpol" – ins Deutsche übersetzte Roman stieß schon kurz nach Erscheinen auf positive Resonanz. Die deutsche Ausgabe wurde von der Presse stark beachtet und erhielt Rezensionen unter anderem in der FAZ, im DLF-Büchermarkt u. v. a. Dabei war es neben der spannenden Abenteuergeschichte vor allem die implizite Kolonialismuskritik, das Gegenüber von Technik und ökologischen Herausforderungen der Moderne sowie der ungewöhnliche Schluss, den die Kritiker positiv hervorhoben. Es wurden Parallelen gezogen zu den Autoren Jules Verne, H. G. Wells, H. P. Lovecraft und Karel Čapek, aber auch zum Film Der Tag, an dem die Erde stillstand (1951).

Auszeichnungen 1907: Prix Archon-Despérouses, ein Lyrikpreis der Académie française. 1924: Prix Femina

Werke (Auswahl) L’Énivrante angoisse. Librairie Paul Ollendorff, 1904 La Tempête. Ollendorff, 1906 Le Peuple du Pôle. 1907. Deutsch: Ungeheuer am Nordpol – Übersetzt aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Dieter Meier. 256 Seiten, Flur Verlag 2025 Romivatge. Samatan, Editorial Occitan, "Amics del Libre Occitan", 1924 (poèmes en langue occitane). Vie de Grillon. Albin Michel, 1920, essai. La Chauve-Souris. Albin Michel, 1922, essai. Émile et les autres. Albin Michel, 1924, essai. Amours basques. Nouvelle Société d’Édition, 1928, roman.

Literatur (Auswahl) Louis Ducla, Trois Grands Poètes d'Aquitaine, Carcassonne, Éditions du Domaine, 1938, S. 15–25 Jean-Louis Lambert, Charles Derennes (1882–1930). Un écrivain à Hossegor et dans les Landes. L’homme et l’œuvre, Hossegor, Éditions “Lac et lande”, 2004. * Gérard Maignan: Ils ont fait Hossegor. Biarritz, Atlantica, 2006, S. 71–79 Charles Picot, "Charles Derennes", Revue de l’Agenais, Nr. 4, Okt.–Dez. 2006, S. 893–906 und Nr. 1, Jan.–März 2007, S. 45–54

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