mini|Steingasse 6 Das Gebäude in der Steingasse Nr. 6 in der Stadt Linz in Oberösterreich wurde von 1851 bis 1995 als Schulgebäude genutzt und steht unter Denkmalschutz ().

Geschichte Frühgeschichte Im Jahr 1837 erwarb Baumeister Johann Metz ein Grundstück,Hanns Kreczi: Linzer Häuserchronik. Pirngruber, Linz 1941, S. 339, Laufnr. 676: Kaufverträge am 18. Januar 1837 um den Preis von 10.000 Gulden (Grundstück) und am 14. März 1844 um 20.000 Gulden (Wohnhaus). das im ausgedehnten Park des ehemaligen Freihauses Kuefstein in der Klammstraße 3 gelegen war, und errichtete darauf noch im selben Jahr ein Privathaus.Steingasse. Nr 6/ehem. Realschule. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio-Handbuch Oberösterreich. Band II. Linz. Verlag Berger, Horn/Wien 2009, S. 305. 1844 kauften die obderennsischen Landschaftsstände das zweistöckige Wohnhaus und stellten es dem von Erzherzog Johann gegründeten Verein für Industrie und Gewerbe in Innerösterreich zur Verfügung,Schulausschuß der gewerblichen Fortbildungsschulen in Linz (Hrsg.): Zur Geschichte des Linzer Fortbildungsschulgebäudes. Linz 1929, S. 4 (; Der Übergabevertrag an den Industrie- und Gewerbeverein wurde am 31. Mai 1844 ausgestellt). wobei es für die neue Nutzung entsprechend umgestaltet und aufgestockt wurde.

Unterrealschule 1851 wurde das Gebäude unter Bürgermeister Reinhold Körner erstmals als Schulgebäude für eine Unterrealschule genutzt. Zugleich wurden zwei Nachbargrundstücke für eine eventuelle Erweiterung angekauft. Adalbert Stifter war Mitglied des Errichtungskomitees, wirkte bei der Erstellung den Lehrplans mit, und wurde für die ersten fünf Jahre zum zuständigen Landesschulinspektor bestellt.

Oberrealschule Mit Entschließung vom 21. August 1852 wurde am 1. Oktober 1852 die Oberrealschule eröffnet.Schulausschuß der gewerblichen Fortbildungsschulen in Linz (Hrsg.): Zur Geschichte des Linzer Fortbildungsschulgebäudes. Linz 1929, S. 5 (). 1888 stockte Baumeister Ignaz Scheck die Mittelachsen des Gebäudes auf und gestaltete die Fassade in sehr schlichten Neorenaissanceformen. In den Jahren 1900 bis 1904 besuchte Adolf Hitler die Oberrealschule in der Steingasse, wobei dieser nach seinem mäßigen Schulerfolg jedoch auf die Oberrealschule in Steyr wechselte.

Berufsschule 1909 übersiedelte die Oberrealschule in das großzügig ausgestattete neue Schulhaus in der Fadingerstraße Nr. 4, den Standort des heutigen Bundesrealgymnasiums Linz Fadingerstraße. Das Gebäude in der Steingasse wurde fortan als erste Berufsschule Oberösterreichs genutzt. Von 1909 bis 1918 befand sich auch die Gottesdienststätte der Altkatholischen Kirche in einem Zimmer in der Steingasse Nr. 6, bis der Kirchengemeinde das Prunerstift für Gottesdienstzwecke zur Verfügung gestellt wurde.Monika Würthinger: Die Gemeindeorganisation der anderen christlichen Konfessionen. In: Johannes Ebner, Franz Pfaffermayr, Rudolf Zinnhobler, Monika Würthinger: Linzer Pfarratlas (= Linzer Forschungen. Band 3/1), Linz 1990, S. 103 (). Im Jahr 1927 erfolgte die Neugestaltung der heutigen Fassade nach einem Entwurf von Curt Kühne und dem Stadtbauamt. Das Schulgebäude in der Steingasse wurde am 22. Mai 1938 mit einer Reihe anderer Gebäude in ganz Oberösterreich, die in Verbindung zu Adolf Hitler standen, unter Denkmalschutz gestellt.

21. Jahrhundert Seit dem Jahr 2018 ist das Haus in der Steingasse Nr. 6 ein Teil der im selben Jahr eröffneten „Promenaden Galerien“.

Bekannte Schüler Bekannte Schüler der Oberrealschule: Friedrich Arnleitner (1845–1903), Musikerzieher und Komponist Adolf Hitler (1889–1945) trat 1900 im Alter von 11 Jahren in die erste Klasse ein. Wegen ungenügender Leistungen in Mathematik und Naturgeschichte wiederholte er im Schuljahr 1901/02 die erste Klasse. Als 1904 die Wiederholung der dritten Klasse drohte, wechselte Hitler an die Staats-Realschule in Steyr. Ludwig Wittgenstein (1889–1951), Philosoph, besuchte die Schule von 1903 bis 1906 (andere Klasse als Adolf Hitler). Anton Estermann (1890–1970), Stadtbaudirektor Franz August Moritz Georg Sedlacek (1891–1945), Maler Klemens Brosch (1894–1926), Maler

Architektur Vom ursprünglichen Gebäude ist heute nur mehr der ehemalige mittlere Bauabschnitt mit den 7 Fensterachsen vorhanden. Das fünfgeschoßige Gebäude auf Souterrain besitzt einen frühhistoristischen Baukörper und seit dem Jahr 1927 eine Fassade im Stil der Neuen Sachlichkeit. Die expressive gestaltete Erdgeschoßzone mit mittiger Portalrahmung zeigt zwei flankierende, durchlaufende Sturzgesimse mit eingetieften Dreieckgiebelfeldern. Die sieben Achsen des fünfgeschoßigen Gebäudes sind von einer zinnenförmigen Attika bekrönt.

Im Inneren befindet sich eine 4-Pfeiler-Treppe aus der Bauphase von 1844.

Literatur Steingasse. Nr 6/ehem. Realschule. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Linz 2009. Verlag Berger, Horn/Wien 2009, S. 305.

Weblinks

Einzelnachweise

Steingasse Wohnhaus Kategorie:Ersterwähnung 1837 Kategorie:Kulturdenkmal (Linz)