Gertrud von Haldensleben (geboren vor 1040; gestorben am 21. FebruarGudrun Pischke: Gertrud von Haldensleben, Markgräfin, Herzogin. In: 1116) war eine Markgräfin von Haldensleben und durch Heirat Gräfin von Formbach und Herzogin von Sachsen.
Leben Gertrud von Haldensleben war eine Tochter des Markgrafen Konrad von der Nordmark, genannt Graf von Haldensleben (um 1020 – vor dem 10. September 1056) und dessen Ehefrau, die vermutlich den Brunonen entstammte, sowie Alleinerbin und letzte Vertreterin des Geschlechts der sogenannten „Grafen von Haldensleben“. Ihr Großvater war Bernhard III. von Haldensleben in der Nordmark. Markgraf Wilhelm von der Nordmark (vor 1044 – 10. September 1056) war ihr Onkel und Otto von Haldensleben (26. Juni 1057) ihr Halbonkel. Durch deren Tod wurde sie Alleinerbin der Besitzungen der Grafen von Haldensleben, die ein Gebiet westlich der Oker bis östlich der Ohre und nördlich der Aller bis zum großen Bruch in der Nordmark umfasste. Der bayerische Graf Friedrich von Formbach entführte sie vom Hof des Kaisers Heinrich III. und nahm sie zu seiner Ehefrau. Als sie einige Zeit später nach Sachsen reisten, um sich dort mit den Adligen wegen der Entführung zu versöhnen, wurde ihr Ehemann ermordet. Durch ihre zweite Ehe mit Herzog Ordulf von Sachsen aus der Familie der Billunger, der seit 1070 verwitwet war und am 28. März 1072 starb, war sie Herzogin von Sachsen. Nach dessen Tod blieb sie eine einflussreiche Persönlichkeit des sächsischen Adels und durch ihre Verbindung mit den bayerischen Gegnern des Königs aus ihrer ersten Ehe, eine ernstzunehmende Gegnerin des Kaisers Heinrich IV. So wurde sie als einzige Frau 1075 bis 1076 gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des sächsischen Adels in Mainz inhaftiert. Gemeinsam gelang ihnen bei einem Brand und den damit verbundenen Unruhen im Sommer 1076 zunächst die Flucht aus der Stadt. Kurz darauf wurde sie erneut gefangen genommen. Nach ihrer Freilassung kümmerte sie sich um die Erziehung ihres Enkels Lothar III. von Supplinburg, der als ihr Erbe 1116 Herzog von Sachsen und 1125 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurde.
Familie Gertrud von Haldensleben war zweimal verheiratet und hatte aus beiden Verbindungen Kinder: 1056 mit Friedrich von Formbach oder Vohrenbach (um 1035 – vor dem 10. September 1059), einem Sohn des Grafen Thiemo I. von Formbach (um 990 – 1050) Hedwig oder Hadwig von Formbach (um 1057 – 1078) ⚭ 1. mit Graf Gebhard von Supplinburg (um 1030/1035 – 9. Juni 1075), 2. Herzog Dietrich von Oberlothringen (vor 1065 – 30. Dezember 1115) Liudger von Supplinburg (vor dem 9. Juni 1075 – 3. Dezember 1137), späterer König und Kaiser Lothar III. Simon von Lothringen ⚭ Adelheid von Hennegau Gertrud von Lothringen (um 1082; † 23. Mai 1144) ⚭ Florens II. von Holland Oda, Ida oder Itha ⚭ mit Sieghard von Burghausen († 1104) um 1070/1071 mit Ordulf von Sachsen Bernhard von Sachsen (starb als Kind)
Literatur
Fritz Curschmann: Wann wurde Lothar von Supplinburg geboren? Eine genealogische Untersuchung. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Niedersachsen. 85. Jahrgang, Hildesheim 1920, S. 83–96 (). Gudrun Pischke: Gertrud von Haldensleben, Markgräfin, Herzogin. In:
Weblinks Gertrud von Haldensleben, Herzogin von Sachsen, Gräfin von Formbach um 1040 – 21.2.1116 (manfred-hiebl.de)
Einzelnachweise
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