Maria Schlenz (* 16. Juni 1881 in Reifnitz (Ribnica, heute in Slowenien); † 5. Juli 1946 in Innsbruck (Österreich)), geboren als Maria Kren, war eine österreichische Laienheilerin. Sie erhöhte durch Vollbäder bei Kranken die Körpertemperatur im Sinne eines künstlichen Fiebers (Hyperthermie). Auf ihr Wirken und ihr in mehreren Auflagen erschienenes Buch (1931) geht der Begriff Schlenzbad zurück.

Leben Maria Schlenz stammt aus der Region Unterkrain (Slowenien), damals Österreich, wo Ende des 19. Jahrhunderts eine große deutsche Minderheit lebte. Mit ihrem Mann, dem Schulrat und Hauptlehrer Rudolf Schlenz (1874–1965) siedelte sie nach Innsbruck über. Maria besuchte ebenfalls die Lehrerbildungsanstalt. Das Ehepaar hatte drei Söhne: Rudolf (1902–1983), Wilhelm (1916–1943, gefallen in Russland) und Josef (1920–1989). Josef wurde Arzt und hat nach dem Tod seiner Mutter ihr Buch neu bearbeitet und herausgegeben, zuletzt als 10. Auflage 1981.

Die beiden jüngeren Söhne hatten als Zehn- und Elfjährige Krankheiten, bei denen sich die Ärzte nicht zu helfen wussten. Maria Schlenz konnte sie mit ihrer Methode heilen:

Fachliche Auseinandersetzungen Maria Schlenz war sich von Beginn an bewusst, dass ihre Laien-Position Kontroversen in der Fachwelt auslöst, weshalb sie ihr Buch in der 1. Auflage (1931) enden lässt:

Nach Erscheinen des Buches wurde sie der Kurpfuscherei angeklagt, da nach österreichischem Recht nur Ärzte eine Heilbehandlung ausführen durften. Da sie kein Geld nahm, wurde sie freigesprochen.Friedrich Asbeck: Naturmedizin in Lebensbildern, Leer, 1977, S. 25 f.

Mit Beginn des Hitler-Regimes in Deutschland wurde von staatlicher Seite die Naturheilkunde neu diskutiert und bewertet. Maria Schlenz geriet dabei zum Testfall:So formuliert von Uwe Heyll in Wasser, Fasten, Luft und Licht, Frankfurt/Main, 2006, S. 239 f. Als Österreich von Deutschland im März 1938 besetzt wurde, nahm zunächst die für die Neue Deutsche Heilkunde maßgebliche Heilkunde-Zeitschrift Hippokrates Stellung und regte eine Prüfung des Verfahrens durch einen sachverständigen Arzt an.Hippokrates 9/1938, S. 85

Die 5. Auflage des Buches wurde vom Reichspropagandaministerium beschlagnahmt. Rudolf Heß, Hitlers Stellvertreter, bot Maria Schlenz den Ehrendoktortitel Dr. h. c. an, den sie aber ablehnte. 1944 erhielt Maria Schlenz Rückendeckung von dem Arzt Werner Zabel, der auch Diätberater von Hitlers Leibarzt war und dem Hitler 1943 den Professortitel verliehen hatte. Zabel gab mit Maria Schlenz ein gemeinsames Buch heraus, das auch eine ausführliche Beschreibung ihres Überwärmungsbades einschloss.

Nach dem Zweiten Weltkrieg befürworteten mehrere Ärzte das Schlenzbad, insbesondere Wilhelm Devrient mit einem eigenen Buch. Der Arzt und Buchautor Ernst van Aaken, der sich insbesondere für den Ausdauersport einsetzte, empfahl Schlenzbäder, unter anderem bei orthopädischen Beschwerden und zur Regeneration.

Werk Das von Maria Schlenz verfasste Buch erschien in seinen unterschiedlichen Auflagen immer stärker erweitert sowie mit einem häufig modifizierten Titel: 1. Auflage, 1931: Wie heilt man unheilbar scheinende Krankheiten?. Innsbruck-Hungerburg: Selbstverlag; Innsbruck: Rauch; 63 S., 1.–16. Tsd.Eintrag in der Deutschen Nationalbibliografie 2. Auflage, 1935: So heilt man "unheilbare" Krankheiten. Innsbruck-Hungerburg: Selbstverlag; Innsbruck: Rauch; 190 S.Eintrag in der Deutschen Nationalbibliografie 3. Auflage, 1936: So heilt man unheilbar scheinende Krankheiten. Verlag Innsbruck: Selbstverlag; 214 S.Eintrag in der Deutschen Nationalbibliografie 1936: Neudruck der 3. AuflageEintrag in der Deutschen Nationalbibliografie 4. neubearbeitete Auflage, 1938: So heilt man unheilbar scheinende Krankheiten. Innsbruck, Leipzig: Rauch, 224 S.Eintrag in der Deutschen Nationalbibliografie 5. Auflage, 1939: So heilt man unheilbar scheinende Krankheiten. Innsbruck: Rauch; 239 S., 24.–33. Tsd.Eintrag in der Deutschen Nationalbibliografie Die 6. Auflage wurde vor dem öffentlichen Verkauf vom nationalsozialistischen Staat eingestampft. 1944: Die Schlenzkur: Praxis und Theorie der Fiebererzeugung durch Überwärmungsbäder. Von Werner Zabel und Maria Schlenz; Stuttgart, Hippokrates-Verlag; 100 S.Eintrag in der Deutschen Nationalbibliografie; Zweiter Eintrag in der Deutschen Nationalbibliografie 7. Auflage, 1951: Wie kann man unheilbar scheinende Krankheiten mit Erfolg behandeln?. Neubearbeitung von Josef Schlenz, Innsbruck: Inn-Verlag, 263 S.Eintrag in der Deutschen Nationalbibliografie 8. Auflage, 1956: Die Schlenzkur. Neu bearbeitet von Josef Schlenz; Innsbruck: Inn-Verlag, 259 S., 80. Tsd.Eintrag in der Deutschen Nationalbibliografie 10. Auflage, 1981: Die Schlenz-Kur. Neu bearbeitet von Josef Schlenz; München: Kaffke, 264 S.Eintrag in der Deutschen Nationalbibliografie. Die 9. Auflage ist dort nicht ausgewiesen. Abruf am 14. April 2026

Literatur

Friedrich Asbeck: Naturmedizin in Lebensbildern: Ernährungsreformer, Biologen, Ärzte weisen die Wege. Verlag Grundlagen und Praxis, Leer (Ostfriesland), 1977, Biografie von Maria Schlenz: S. 25 bis 27 Uwe Heyll: Wasser, Fasten, Luft und Licht. Die Geschichte der Naturheilkunde in Deutschland. Campus-Verlag Frankfurt/Main, New York, 2006. Zu Maria Schlenz S. 239 f., ISBN 978-3-593-37955-5 Annette Kerckhoff: Wichtige Frauen in der Naturheilkunde. Ihr Leben – Ihr Werk – Ihre Schriften. Springer-Verlag, Berlin, 2020, ISBN 978-3-662-60458-8 (als Online-Ressource ISBN 978-3-662-60459-5). Biografie von Maria Schlenz: S. 155 bis 161 Werner Zabel: Die Erzeugung eines gesteuerten Fiebers (Schlenzbad), Schriftenreihe für Ganzheitsmedizin; Kurs 1, Bd. 7, Gießen/Lahn und Stuttgart, 1950 Wilhelm Devrient: Überwärmungsbäder: Weg zur Wärmekultur, Berlin, 1950, Reprint 2021

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