Der Bahnhof Ústí nad Labem hlavní nádraží, kurz Ústí nad Labem hl.n. ist eine Betriebsstelle der Bahnstrecke Praha–Děčín und der hier beginnenden Bahnstrecke Ústí nad Labem–Chomutov auf dem Stadtgebiet von Ústí nad Labem (Aussig/Elbe) in Tschechien.
Name
Im Verlauf seines Bestehens wechselte der Name des Bahnhofs mehrfach. Anfangs trug er nur den Namen der namensgebenden Stadt Aussig. Nach der Inbetriebnahme der Aussig-Teplitzer Eisenbahn (ATE) im Jahr 1858 trug er zur Unterscheidung von deren Bahnhof Aussig Teplitzer Bahnhof den Namen Aussig Staatsbahnhof. Später trug er aufgrund der Nähe zum Stadtzentrum auch den Namen Aussig Stadt. Der heutige Name Ústí nad Labem hlavní nádraží (deutsch: Aussig an der Elbe Hauptbahnhof) gilt seit 1947.
1850–1881: Aussig 1881–1910: Aussig StEG 1910–1911: Aussig Stadt 1911–1918: Aussig Staatsbahnhof 1919–1924: Ústí státní nádraží / Aussig Staatsbahnhof 1924–1938: Ústí nad Labem město / Aussig Stadt 1938–1940: Aussig (Elbe) Stadt 1940–1945: Aussig Stadt 1945–1947: Ústí nad Labem město seit 1947: Ústí nad Labem hlavní nádraží
Beschreibung
Der Personenbahnhof verfügt über vier Bahnsteige: Zungenbahnsteig 1A (39 m lang, ohne Überdachung, am Stumpfgleis 9) Hausbahnsteig 1 (226 m lang, davon 60 m überdacht, am Gleis 7) Inselbahnsteig 2 (205 m lang, davon 120 m überdacht, am Gleis 3 und 5) Inselbahnsteig 3 (403 m lang, davon 200 m überdacht, zwischen den Gleisen 1 und 2)
Die Bahnsteigkanten haben eine Systemhöhe von 550 mm über der Schienenoberkante. Der Zugang zum Bahnsteig 1A ist niveaufrei vom Bahnsteig 1 möglich. Der Bahnsteig 1 ist – außer direkt vom Empfangsgebäude – per Unterführung und Aufzug, die Bahnsteige 2 und 3 über die Unterführung, Rolltreppen und Aufzüge erreichbar. Informationen zu Ankünften und Abfahrten der Züge erhalten Fahrgäste akustisch und visuell über das Informationssystem HaVIS 3.
Geschichte
Zwischen Juli 2005 und September 2008 investierte der Staat in den etwa sechs Kilometer langen Abschnitt Ústí nad Labem jih – Ústí nad Labem sever 2,46 Milliarden Kronen. Die Bauausführung erfolgte durch die Firmen Skanska DS a.s. (federführend), Stavby silnic a železnic a.s. (deutsch etwa: Straßen- und Eisenbahnbau AG) und Viamont DSP a.s. Das Projekt umfasste auch die Hangsicherung und Erweiterung des Lichtraumprofils am Marienfelsen. Modernisiert wurden dabei der Ober- und Unterbau, die Bahnsteigunterführung, Brücken, Durchlässe, Stütz- und Futtermauern. Erneuert wurden ebenso die Kommunikations- und Sicherheitsausrüstung, Ober- und Bahnstromleitungen entlang der Strecke sowie die Umformerstation in Koštov. Den Arbeiten ging eine Untersuchung des Baugrunds zur eventuellen Kampfmittelbeseitigung voraus, da der Bahnhof im April 1945 bei Luftangriffen auf die Stadt mehrfach getroffen worden war. Nach der Modernisierung wurden die drei Betriebsstellen Výhybna Ústí nad Labem jih, Ústí nad Labem hl.n. und Ústí nad Labem sever mit der Betriebsstelle Ústí nad Labem hlavní nádraží vereinigt. Der Zugverkehr im Bahnhof wird seitdem über ein neu gebautes Elektronisches Stellwerk des Typs AŽD ESA 11 gesteuert.
Gleisanschlüsse In den einzelnen Bahnhofsbereichen gibt es mehrere Gleisanschlüsse (Stand 2. März 2026): Bereich Süd: Hafen Vaňov Bereich Personenbahnhof: České dráhy, a.s. Bereich Nord: Lom Mariánská Skála (deutsch etwa: Steinbruch Marienfelsen), betrieben von der Kámen Zbraslav, a. s. Activius Ústí nad Labem DeltaChem Ústí nad Labem Granette a.s., Krásné Březno Hafen Ústí nad Labem
Nördlich außerhalb des Bahnhofs, in Richtung Povrly ist der Gleisanschluss der Tonaso a.s. an das Streckengleis 2 angebunden.
Galerie
Literatur Siegfried Bufe, Heribert Schröpfer: Eisenbahnen im Sudetenland, Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham, 1991, ISBN 3-922138-42-X
Weblinks
Ústí nad Labem hlavní nádraží auf atlasdrah.net Infoseite der České dráhy zum Bahnhof Online-Abfahrtstafel der Správa železnic Zákon č. 266/1994 Sb. (Zákon o dráhách) Bahngesetz (tschechisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnhof in Tschechien Kategorie:Erbaut 1850 Kategorie:Bauwerk in Ústí nad Labem