mini|Verbreitungsgebiet der Guatemaladrossel

Die Guatemaladrossel (Turdus infuscatus) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF

Der Vogel kommt in El Salvador, Guatemala, Honduras und Mexiko vor.

Zeitweise wurde die Art als konspezifisch mit der Samtdrossel (Turdus serranus) angesehen und als Turdus serranus infuscatus bezeichnetAvibase Synonyme, wurde aber aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen als eigenständig abgetrennt.G. Voelker, S. Rohwer, R. C. K. Bowie und D. C. Outlaw: Molecular systematics of a speciose, cosmopolitan songbird genus: defining the limits of, and relationships among, the Turdus thrushes. In: Molecular Phylogenetics and Evolution, Band 42, Heft 2, S. 422–434, 2007, PDFJ. V. Remsen, J. I. Areta, E. Bonaccorso, S. Claramunt, D. F. Lane, L, N. Naka, M. B. Robbins, F. G. Stiles und K. J. Zimmer. Version 29 November 2025. A classification of the bird species of South America. South American Classification Committee associated with the International Ornithologists' Union. retrieved November 30, 2025

Der Lebensraum umfasst Bergwald aus Nadelbäumen zwischen 900 und 2600 bis 3100 m. ü. M. Die Art kommt aber auch in Buchenwäldern und in Stadträndern vor, häufig auch im Wolken- und Nebelwald.

Der Artzusatz kommt von .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.

Merkmale Der Vogel ist 21–24 cm groß und wiegt 55–86 g, eine mittelgroße Drossel, Das Männchen ist nahezu komplett schwarz, die Steißregion und die Unterschwanzdecken sind etwas matter, leicht schiefergrau. Das Gefieder an Kopf, Nacken, Rücken, Kinn, Kehle und Brust glänzt leicht und ergibt einen leichten Kontrast zu den bräunlicher schwarzen Schwingen. Beim Weibchen ist die Oberseite rotbraun oliv überhaucht, die längeren Handschwingen tragen blass braune Ränder. Die Zügel sind dunkelbraun mit hellerem gelbbraunem Strich darüber und in der Kinnregion begrenzt, die blassere Kehle ist leicht graubraun gestrichelt. Die Unterseite ist blasser olivbraun und geht in hellere Töne in Richtung Unterschwanzdecken über. Die Schulterfedern und die Flügelunterdecken sind zimtfarben. Jungvögel sehen weibchenartig aus, haben aber oft orangefarbene oder gelbe Markierungen am Schnabel und einige schwarze Federn am Körper.

Der Schnabel ist beim Männchen leuchtend gelb, beim Weibchen schwärzlich und beim Jungvogel dunkel. Die Iris ist dunkelbraun und der Augenring beim Männchen hellgelb und beim Weibchen dunkelbraun. Die Beine und Füße sind hellgelb, bei Jungvögeln dunkelgelb.

Die Rußdrossel (Turdus nigrescens) ist gleichfalls dunkel gefiedert, das Männchen schwarz, kommt aber nicht im gleichen Lebensraum vor. Die Samtdrossel (Turdus serranus) sieht ähnlich aus, ist aber kleiner und singt anders. Deren Weibchen hat dunkel rotbraune Unterflügeldecken und nicht blass orangefarbene.

Einen schwarzen Schnabel haben bei den Drosseln nur noch die Blaßsteißdrossel (Turdus obsoletus), die mehr Brauntöne aufweist, an der Unterseite und am Steiß weiß ist, und die Graukehl-Musendrossel (Catharus gracilirostris), die viel kleiner ist und ein braunes Brustband hat. Die Gilbdrossel (Turdus grayi) ist heller sandbraun mit gelbem Schnabel, fleischfarbenen Füßen.R. Garrigues, R. Dean: The Birds of Costa Rica. Ithaca: 2007. ISBN 978-0-8014-7373-9G. R. Angehr, R. Dean: The Birds of Panama. Ithaca: 2010 ISBN 978-0-8014-7674-7 Die Cabanisdrossel (Turdus plebejus) sieht ähnlich aus. Jungvögel der Rotnackendrossel (Turdus rufitorques) können ähnlich sein, sind aber dunkler und haben einen gelben Schnabel.J. van Dort und R. Juárez: Black Thrush (Turdus infuscatus), version 2.0. In: B. K. Keeney (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus infuscatus

Geografische Variation Die Art ist monotypisch.IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025

Stimme Der Gesang umfasst ein umfangreiches Repertoire auch mit Imitationen anderer im Nebenwald vorkommender Arten und erinnert somit an die Gartenspottdrossel (Mimus polyglottos) oder die Lasurspottdrossel (Melanotis hypoleucus).A. F. Skutch:, A. F. (1967). Life Histories of Central American Highland Birds. In: Publications of the Nuttall Ornithological Club, Band 7, 1967, [doi:10.5962/bhl.title.155273] Während der Brutzeit singt das Männchen gern von einer Singwarte morgens nach Sonnenaufgang.

Lebensweise Die Art ist wahrscheinlich ein Strichvogel und lebt überwiegend versteckt auf Waldbäumen. Vermutlich gibt es deshalb kaum Informationen zum Verhalten des Vogels.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten und Insekten, die auf allen Waldebenen gesucht werden, meist einzeln oder paarweise, außerhalb der Brutzeit auch in kleinen Gruppen auf früchtetragenden Bäumen, auch zusammen mit anderen Drosseln und dem Nordanden-Olivtyrann (Elaenia frantzii).

Die Brutzeit liegt zwischen April und Juni. Das Gelege besteht aus 1 bis 2 einfarbig blauen Eiern.

Gefährdungssituation Die Guatemaladrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur N. F. A. A. de Lafresnaye: Mer[ula] infuscata. In: Oiseaux nouveaux du Mexique. In: Revue Zoologique, par la Société Cuvierienne, Band 7, S. 41, 1844, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise

Kategorie:Drosseln