mini|Louis Michel van Loo zugeschrieben: Gruppenporträt der Familie von Carle van Loo – mit Carle van Loo, seiner Tochter Marie-Rosalie in einem Sessel, seinen drei Söhnen Jean-François, Charles und Jules-César-Denis sowie seiner Frau Christina-Antonia Somis Jules-César-Denis van Loo (auch César, Giulio Cesare Dionigi; genannt „le peintre des neiges“; * getauft am 20. Mai 1743 in Paris; † 1. Juli 1821 ebenda) war ein französischer Maler und Zeichner, der sich auf Landschaftsmalerei spezialisiert hatte.

Leben mini|César van Loo: Winterlandschaft mit Händlerkarawane. Ex-Dorotheum, Wien César van Loo wurde 1743 in Paris getauft. Er entstammte einer bedeutenden französischen Malerfamilie: Sein Vater war Carle van Loo, sein Onkel Louis-Michel van Loo. Wie seine Geschwister diente er als Kleinkind seinem Vater als Modell für Zeichnungen sowie vermutlich für Amor- und Kinderfiguren in Historien-, religiösen und mythologischen Gemälden. Im Alter von zwölf Jahren begann er seine Ausbildung in der Werkstatt des Vaters.

Als César van Loo achtzehn Jahre alt war und sich mitten im Wettbewerb um den Prix de Rome 1765 befand, dessen Thema Kleobis und Biton lautete, starb sein Vater an einem Schlaganfall. César van Loo’ Onkel und Vormund Louis-Michel van Loo erwirkte daraufhin die Erlaubnis von Abel François Poisson, Marquis de Marigny, sowie ein Empfehlungsschreiben für Charles-Joseph Natoire, den Direktor der Académie de France à Rome. So durfte César van Loo 1767 trotz des nicht gewonnenen Preises nach Rom reisen. Im Jahr 1768 beauftragte der Marquis de Marigny ihn mit dem Gemälde „Alexandre devant Diogène“ und sicherte ihm eine Stelle als Pensionär der Akademie, wo er sein Studium für vier Jahre fortsetzen konnte.

César van Loo blieb anschließend in Rom während der Amtszeiten der Direktoren Noël Hallé, Joseph-Marie Vien und Louis-Jean-François Lagrenée. Vien, ein alter Freund der Familie, ermutigte ihn nachdrücklich, sich auf die Landschaftsmalerei zu spezialisieren. Daraufhin verbrachte César van Loo neun Monate in Tivoli. Nach seiner Rückkehr nach Rom gelang es ihm dank Viens Vermittlung, namhafte Auftraggeber zu gewinnen, darunter François-Joachim de Pierre de Bernis sowie Joseph-Louis-Marie de Galléan de Gadagne.

Bei seiner Rückkehr nach Paris wurde der Künstler von führenden akademischen Malern wie dem Ersten Hofmaler des Königs, Jean-Baptiste Marie Pierre, sowie Joseph Vernet und Gabriel François Doyen empfangen. Am 30. Oktober 1784 wurde er in die Académie royale de peinture et de sculpture aufgenommen. Im folgenden Jahr kehrte er nach Rom zurück, wo er seinen Freund François-Guillaume Ménageot als Direktor der Akademie antraf.

Auf dem Rückweg nach Paris hielt er sich im Piemont auf, wo er während der Revolutionsjahre für den Hof von Savoyen tätig war. Als die kriegerischen Auseinandersetzungen auf Turin überzugreifen drohten, floh er nach Genua. Erst 1795 kehrte er nach Paris zurück und stellte bis 1817 regelmäßig im Pariser Salon aus.

Werk mini|César van Loo: Landschaft im Mondschein. Schorr Collection, London César van Loo stand am Übergang zwischen der klassischen Landschaftstradition von Claude Lorrain und Joseph Vernet einerseits und der romantischen Landschaftsauffassung des 19. Jahrhunderts andererseits. Mit seiner exzellenten Maltechnik schuf er sorgfältig komponierte Darstellungen alpiner, italienischer und französischer Landschaften, die durch Ruinen, friedliche Dörfer und wilde Gebirgsansichten geprägt sind. Dabei legte er besonderen Wert auf atmosphärische Naturphänomene wie Wind, Schnee und außergewöhnliche Lichtverhältnisse.

Literatur

Emmanuel Bénézit: Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs. Bd. 6. Gründ, Paris, 1976. Alessandro Baudi di Vesme: Artikel in: Archivio storico dell'arte. 6. Jg., Rom, 1893, S. 356–358. Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. De Gruyter. 2009.

Weblinks

Einzelnachweise

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