mini|hochkant|Wappen der Bierbrauer von Brennstein Bierbrauer zu Brennstein (auch Bierbrauer von Brennstein oder Bierbrauer zum Brennstein; bürgerlich Bierbrauer) ist der Name eines ursprünglich westerwäldischen Briefadelsgeschlechts.

Geschichte Die Stammreihe beginnt laut dem Genealogischen Handbuch des Adels (1972) bei Hans Gerhard Bierbrauer, 1673 Bürger in Hachenburg. Aber schon seit 1461 gehörte die Familie Bierbrauer zu den „führenden Familien“ in Hachenburg,Hachenburger Familiennamen auf regionalgeschichte.net, abgerufen am 19. April 2026. wo sie mehrere Ratsherren und mindestens zwei Bürgermeister stellte.

Hans Gerhards Sohn (bei Matthias Dahlhoff „Sohn des Hans Gerhard des Jüngeren zu Hachenburg“)Matthias Dahlhoff: Geschichte der Grafschaft Sayn und der Bestandtheile derselben der Grafschaften Sayn-Altenkirchen und Hachenburg, der Herrschaft Freusburg und des Freien- und Hickengrundes, besonders in kirchlicher Beziehung. Unter Vorausschickung einer kurzen Geschichte der Regenten des Sayn'schen Landes, Dillenburg 1874, S. 113. Johann Jakob Bierbrauer (* 1673; † 1749) war Hofprediger und verheiratet mit der Gräfin Christiane Luise von Leiningen-Westerburg, Witwe des Grafen Johann Anton zu Leiningen-Westerburg in Schadeck (* 1655; † 1698), Präsidenten des Reichskammergerichts zu Wetzlar,Eduard Jacobs: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde, Wernigerode 1895, S. 120.Allgemeine Deutsche Biographie, Band 39, Leipzig 1895, S. 336. eine geborene Gräfin zu Sayn-Wittgenstein-Vallendar (* 1673; † 1745).Hugo Scheube stellte die Geschichte 1876 verdreht und unrichtig dar: „Gräfin Christiane Louise von Leiningen-Westerburg , die ihrem Gatten, einem sachsen-gothaischen Obersten, davongelaufen war und sich mit einem aus Detmold entwichenen Pfarrer Bierbrauer zusammengethan hatte“. → Hugo Scheube: Die Frauen des achtzehnten Jahrhunderts. Culturgeschichtliche Zeit- und Lebensbilder, Band 1, Berlin 1876, S. 131. Ihr Vater war Friedrich Wilhelm Graf zu Sayn-Wittgenstein und Hohenstein in Vallendar (* 1647; † 1685),Er war der siebte Sohn des Grafen Johann VIII. zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein. die Mutter war Charlotte Luise Gräfin von Leiningen-Dachsburg-Hartenburg, (* 1652; † 1703).„Sayn-Wittgenstein und Hohenstein in Vallendar, Friedrich Wilhelm Graf zu“, in: Hessische Biografie (aufgerufen am 13. April 2026) Gräfin Sophie Charlotte zu Stolberg-Wernigerode war seine Stieftochter. Gemeinsame Kinder waren Joseph Friedrich (* 1704; † 1789), Charlotte Eleonore (* 1708; † 1751) und Sophie Charlotte (* 1714; † 1795). Sophie Charlotte Bierbrauer war von 1736 bis 1752 Äbtissin der Klosters Drübeck. 1752 heiratete sie den Hofrat und Arzt Christian Johann Christoph Unzer, den Vater des Johann Christoph Unzer (* 1747; † 1809), des Arztes, Pädagogen, Journalisten und Dichters. mini|hochkant|Joseph Friedrich von Bierbrauer zu Brennstein. Elterliche Wappen (Bierbrauer zu Brennstein und Sayn-Wittgenstein) links oben Joseph Friedrich Bierbrauer auf Friedrichsthal bei Gummersbach (* 1704; † 1789), wurde königlich großbritannischer Hofmedicus und Fürstlich Oranien-Nassauischer erster Kammerrat und Bergwerksdirektor, und am 6. Juli 1782 in WienBierbrauer zu Brennstein in: Gothaisch genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. Jahrgang 22, Reihe B. Gotha 1930. S. 54 Online vom Hofpfalzgrafen Johann Fürst zu Schwarzenberg in den Adelsstand zu Brennstein (Hof Brennstein oder Brennsteiner Hof südwestlich von Dillenburg in Richtung des heutigen Stadtteils Donsbach) erhoben. Er stand bis 1747 als Kammerrat im Dienst der Grafen zu Stolberg und ließ sich von Wernigerode nach Dillenburg abwerben. Vor seinem Tod war er in Folge chemischer Untersuchungen erblindet.Hessisches Hauptstaatsarchiv, HHStAW, 3036, Nachweis 323 auf hessen.de, abgerufen am 14. April 2026. Seine Söhne hießen Karl Heinrich († 3. März 1749), Christian Ludwig (* 2. November 1744; † 1820) und Johann Jakob von Bierbrauer zu Brennstein (* 1746).

mini|hochkant|Johann Jakob von Bierbrauer zu Brennstein Johann Jakob von Bierbrauer zu Brennstein (* 1746 in Wernigerode; † 1812 an der Beresina)Bierbrauer zu Brennstein. In: Gothaisch Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. Jahrgang 3. Gotha 1909. S. 46–47. war laut der russischen Literaturzeitschrift Zvezda Joseph Friedrichs jüngster Sohn. Nach 1782 nahm er den russischen Namen Iwan Osipowitsch Bierbrauer von Brennstein an. Er war Leutnant im Rjasaner Karabiner Regiment, später Direktor des Postwesens in den litauischen Gebieten. Das Gothaisch Genealogische Taschenbuch der Briefadeligen Häuser überlieferte ihn als kaiserlich russischen Oberst. Sein Ururenkel war der russische Dichter Georgi Wladimirowitsch Iwanow.Tatjana Senn: Georgij Iwanow: Legendy i dokumenty. In: Zwezda. (11). St. Petersburg 2014, , S. 137–157. Online: Татьяна Зенн: Георгий Иванов: Легенды и документы.

Christian Ludwig von Bierbrauer zu Brennstein (* 3. November 1744 in Wernigerode; † 20. Dezember 1820 in Dillenburg) war 1767 Justizkanzleiauditor, 1776 Kanzleiassessor, 1777 Assessor bei der Berg- und Hüttenkommission, 1780 Justizrat, 1792 Oberappellationsrat und stimmberechtigtes Mitglied im Konsistorium, 1795 Vizekonsistorialdirektor, 1801 Geheimer Justizrat und Erster Rat der Justizkanzlei, 1803 wirklicher Konsistorialdirektor sowie ab 1814 Mitglied der Konsistorialsektion der Regierung Dillenburg und im Großherzogtum Berg Geheimer Justizrat. Am 23. Januar 1783 heiratete er Amalie (nach dem Goithaisch genealogischen Taschenbuch war ihr Vorname Rebekka Charlotte), Tochter des Oberappellationsrats Friedrich von Aussem zu Dillenburg.Hessisches Hauptstaatsarchiv, HHStAW, 3036, Nachweis 324 auf hessen.de, abgerufen am 14. April 2026. Die Eheleute hatten vier Söhne: Wilhelm († 1844), Jacob, Friedrich Wilhelm († 1876) und August († 1832).

Im Genealogischen Handbuch des Adels (1980) beginnt die erste der zwei dargestellten Linien bei Friedrich Wilhelm Bierbrauer zu Brennstein (* 9. Oktober 1795 in Dillenburg; † 18. Januar 1876 in Wiesbaden), herzoglich-nassauischer Hof- und Approbationsgerichtsrat, 1842–1848 Mitglied der Ersten Kammer (Herrenkammer) der Landstände des Herzogtums Nassau wegen seines Guts Brennstein bei DillenburgCornelia Rösner: Nassauische Parlamentarier. Teil 1: Der Landtag des Herzogtums Nassau 1818–1866 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau. Bd. 59 = Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen. Bd. 16), Wiesbaden 1997, S. 14, Nr. 19. sowie königlich-preußischer geheimer Regierungsrat. Am 7. Juli 1841 heiratete er Luise Freiin von Graes (* 1815 in Eltville oder Wiesbaden; † 1880 in Wiesbaden), Tochter des Nassauischen geheimen Regierungsrats und fürstlich solmsmischen Oberkonsostorialrats Heinrich von Graes auf Staufenberg bei Gießen und Amalie Freiin von Brandenstein. Aus ihrer Ehe entstammten Oskar, Adolf und Hugo.

Im Jahr 1878 erschien als Teilband der Schriftenreihe Siebmachers Wappenbuch das von Luises BruderGenealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Band 4. Gotha 1854. S. 191–192. (books.google.de) August von Grass und A. und U. von Bierbrauer-Brennstein bearbeitete Werk Der Adel in Baden. Der Zeitschrift Der Deutsche Herold zufolge wurde dieser Band von August von Grass und seinem Neffen, „Herrn von Bierbrauer-Brennstein“ herausgegeben. Oskar von Bierbrauer zu Brennstein (* 1844 in Usingen; † 1897 in Bochum) war königlich preußischer Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Bochum („LdwBez Bochum“).Felix Cramer: Offizier-Geschichte des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches) Nr. 15, Minden 1897, S. 318 f., Nr. 704 (Google Bücher). Mit Magdalene, geborener Schürmann (* 1858 in Koblenz; † 1919 ebd.) hatte er die Kinder Kurt, Elisabeth und Auguste. Kurt (* 1897 in Koblenz; 1938 in Berlin) wurde Regierungsrat und Major und hatte aus erster Ehe mit Elisabeth, geborener Rolffs, zwei Kinder Horst (* 1911 in Kleve) und Botho (* 1919 in Berlin-Wilmersdorf). Horst wurde Oberstleutnant und hatte in drei Ehen zwei namentlich überlieferte Kinder. Botho war einmal verheiratet und hatte sechs Kinder. Adolf (* 1847 in Usingen; † 1922 in Berlin-Charlottenburg) wurde Architekt bei der königlich preußischen Staatseisenbahn. mini|hochkant|Franz von Bierbrauer zu Brennstein Sein Sohn Franz (* 1889 in Mainz; † 1952 in Eltville) wurde Oberst. 1920 in Berlin-Charlottenburg heiratete er Waltraut Worzewski und hatte mit ihr drei Töchter. Franzes (* 1935 in Wurzen, Sachsen), die jüngste Tochter, heiratete im Jahr 1958 den Richter am Verwaltungsgericht Winfried Wunderlich. Dieser schrieb die Genealogie über die Familie Bierbrauer zu Brennstein im Genealogischen Handbuch des Adels (1980). Hugo (* 1852 in Dillenburg; † 1929 in Berlin-Friedenau) war kaiserlich deutscher Kapitänleutnant und Hauptmann. In erster Ehe hatte er eine Tochter. Neben Friedrich Wilhelm nennt das Gothaische Genealogische Taschenbuch seinen Bruder Friedrich August (* 29. September 1799 in Dillenburg; † 23. Juni 1832); Amtssekretär in Langenschwalbach. Er war verheiratet mit Margarethe Isbert.Bierbrauer zu Brennstein in: Gothaisch genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. Jahrgang 22, Reihe B. Gotha 1930. S. 55 Vorschau Die zweite überlieferte Linie (Genealogisches Handbuch des Adels, 1980) beginnt bei dem Sohn des letzteren, August von Bierbrauer zu Brennstein (* 5. Oktober 1828 in Runkel an der Lahn; † 24. Juli 1878 in Nassau an der Lahn), königlich preußischen Oberamtsrichter. Mit seiner Ehefrau Hermine, geborener Kröber, hatte er zwei Töchter. Maria (* 1871 in Usingen; † 1964 in Bad Homburg), die jüngere Tochter, heiratete im Jahr 1899 den Pfarrer Arthur Wenzel. Nach Darstellung der Website des Museums Kirdorfs hielt Wenzel im Jahr 1911 den ersten evangelischen Gottesdienst in Kirdorf nach der zu diesem Zeitpunkt 305 Jahre zurückliegenden Gegenreformation.Arthur Wenzel auf museum-kirdorf.de, abgerufen am 13. April 2026.

Ebenfalls zur Familie gehören Georg Philipp Bierbrauer (* 6. Oktober 1785 in Hachenburg), Bäckermeister und Gastwirt, dessen Sohn Johann Adam Bierbrauer († 19. Februar 1831 in Hachenburg), Bierbrauer, Bäckermeister und Fuhrmann, und wiederum dessen Sohn Heinrich Bierbrauer (* 13. Februar 1818 in Hachenburg; † 29. März 1899 ebd.), nassauischer Abgeordneter. Anfang des 20. Jahrhunderts führte Carl Bierbrauer als bahnamtlicher Spediteur und Fuhrwerksbesitzer ein Fuhrunternehmen in Hachenburg, das seine Aufträge „ein- oder zweispännig“ ausführte. 1931 wird das Speditionsgeschäft Karl Bierbrauer auch als Kohlen-, Futter- und Düngemittelhandlung geführt.Das Fuhrunternehmen Bierbrauer in Hachenburg auf regionalgeschichte.net, abgerufen am 19. April 2026. Rudolf Bierbrauer führte in den 1950er Jahren eine Mühlen-, Maschinen- und Landmaschinenbaufirma in Hachenburg.Bierbrauer, Rudolf auf landtechnik-historisch.de, abgerufen am 19. April 2026. Marcus Bierbrauer ist seit 2024 Mitglied des Ortsgemeinderats Borod der Verbandsgemeinde Hachenburg.Herr Marcus Bierbrauer auf hachenburg-vg.de, abgerufen am 19. April 2026.

Wappen Blasonierung: Geviert. Felder 1 und 4 in Schwarz ein Kieselhaufen, aus dem Flammen lodern; Feld 2 in Blau ein goldener Stern und Feld 3 in Rot drei silberne Querströme. Auf dem gekrönten Helm mit rechts schwarz-goldenen und links blau-goldenen Helmdecken ein wachsender schwarzer Adler.

Stammfolge Die frühe und bürgerliche Stammfolge der Familie in Hachenburg und darüber hinaus stellt sich wie folgt dar:

Persönlichkeiten Jakob Bierbrauer (1673–1749), deutscher Geistlicher und Bergrat Heinrich Bierbrauer (1818–1899), nassauischer Politiker Rudolf Bierbrauer (1884–1937), deutscher Ingenieur und Mitglied des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau

Literatur