mini|Johannes Diekmann Selbstportrait um 1890

Johannes DiekmannSchreibweisen auch Dieckmann und (fälschlich) Dickmann (* 3. September 1860 in Werden; † 22. Januar 1933 in Köln) war ein deutscher Maler, Porträtist und Restaurator.

Leben mini|J. Diekmann 1895: Prälatur/Sakristei der Hauskapelle des Campo Santo. Der Verbleib des Bildes ist ungewiss. mini|Palatineum Rom 1890 mini|Plain Air London Greenwich 1890 Johannes Diekmann wuchs als sechstes Kind der Familie und ab dem zehnten Lebensjahr vaterlos auf. Er studierte 1877–1880 drei Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf unter anderem bei Andreas Müller und Peter Janssen und ein Jahr an der Kunstakademie München bei Otto Seitz. Anschließend verbrachte er zum Studium der Renaissancemalerei vier Jahre in Italien. Hier wirkte er u. a. am Campo Santo Teutonico von 1884 bis 1886. Gemäß der Briefe an den damaligen Leiter der Institution Anton de Waal und der Dokumentation seines Schaffens war dies eine ihn prägende Zeit.

Seinen Militärdienst leistete er in München ab Oktober 1886 beim 1.Inf.Reg/11.Kp. als Einjährig-Freiwilliger ab. Ein Jahr in London (1890) und Aufenthalte in Paris folgten. Seine Reiseerinnerungen hielt er in Abwendung von der akademischen Malerei im Stil des Plain Air fest.

Ab 1891 war er für kirchliche Einrichtungen in Köln und Umgebung tätig. Gegen Ende des Jahrzehnts heiratete er Maria Kremer (Gut Kirchenbüchel / Wipperfürth). Aus der Ehe gingen zwei Söhne (1898 und 1901) hervor. Die Familie bewohnte ein Haus mit Atelier im rückwärtigen Garten in Köln-Nippes, Niehlerstraße 70. Von 1909 bis 1925 war er als Restaurator am Wallraf-Richartz-Museum beschäftigt. Werk mini|Portrait Prälat Griener ‌St.Andreas Köln mini|Zeitungsverkäufer Hohe Straße Köln Neben seiner Tätgkeit als Restaurator malte er Porträts von Geistlichen, Wandbilder und Altarbilder. Die im Pfarrsaal von St. Pantaleon gehängten Porträts wurden durch den alliierten Luftangriff am 29. Juni 1943 vernichtet. Von den im Nachruf in der Kölnischen VolkszeitungNachruf. In: Kölnische Volkszeitung, Januar 1933 S. 5. „Viele Kirchen besitzen Alltargemälde, die noch dem Stil der Nazarener verpflichtet sind. […] Zahlreiche Porträts im Privat und öffentlichen Besitz: So die Bildnisse des Pfarrherrn von St. Pantaleon Montseignore Lentzen, das des verstorbenen Pfarrers von St. Andreas Prälaten Breuer, des Generalpräses Montseignore Hürth, seine Kinderbildnisse und Landschaften zeugen von dem Streben dieses Malers […]“ erwähnten Porträts existiert zumindest ein Fotonachweis. Ein Porträt von Adolph Kolping im Halbprofil hängt nach wie vor im Stadthotel am Römerturm aus. Besondere Beachtung fand das Halbporträt eines Kölner Lokalhelden, eines Zeitungsverkäufers, im Zuge einer Ausstellung 1931. Dieses Porträt befindet sich im Familienbesitz.

Wandgemälde seiner Hand in der Camillianerkirche Essen Heidhausen (1901) müssen mit einer abschließenden Renovierung des Innenraums 1995 als übermalt gelten. Die Londoner Kirche und der Pfarrsaal St. Boniface's German Church, dessen Decke er 1890 ausmalte, wurden durch deutsche Bomben zerstört. Die lexikalischen Angaben für ein Wirken am Camposanto teutonico 1886 sind unspezifisch. Genauere Angaben macht Stefan Heid auf der Grundlage von Archivalien der Institution. Danach kopierte Diekmann für den Begründer der christlichen Archäologie Joseph Wilpert frühchristliche Malerei in der Calixtus-Katakombe als Aquarelle. Im Zuge weiterer Aufträge malte er das Oratorium neu aus. Das Fotodokument eines Gemäldes von Diekmann, das im historisierenden Stil die Prälatur (hier Sakristei) vor der Hauskapelle im Hospiz des Campo Santo zeigt, zeugt überdies von seinem Wirken vor Ort. Der Verbleib des Gemäldes ist unbekannt.

Die Altarbilder in St. Sebastian Würselen bei Aachen, St. Dionysius Essen Borbeck, St. Peter Köln sind sämtlich durch Kriegseinwirkungen zerstört. Die historisierende Gestaltung der Flügel des Altars von St. Philippus und Jakobus (Güsten), die in der Presse und Fachliteratur Beachtung fand, wurden 1987 abgehängt. Sie waren nicht mehr Teil der Renovierung des Altars. Ein Altargemälde im Stil des Historismus in St. Andreas in Köln von Diekmann gilt als verloren, nicht nur durch Kriegseinwirkung, sondern auch die mangelnde Wertschätzung des Historismus bei späteren Generationen.Historisches Archiv der Stadt Köln, Bestand 100/1-8; BR 1131. Eintrag: „Für die Hausnummer Niehlerstr. 72 liegt eine schwere Zerstörung 1942 und die völlige Zerstörung 1944.“ vor. Siehe auch: Düsseldorf/NRW: Archivsignatur BR 113

Werkliste (Auswahl)

Gemälde

Gesellenpräses Ph. Schlick, Porträt (Ausstellung Diözesanmuseum Köln, 1899) Prälat Griener, Porträt (St. Andreas, Köln) Zeitungsverkäufer Hohe Straße Köln, Porträt

Kirchenausstattung/Wandgemälde

Beweinungsaltar, 1896, St. Maria in Lyskirchen (Restaurierung und Ergänzung des Altarblattes) Hochaltar (Erneuerung Flügel), St. Philippus und Jakobus (Güsten) Altarbild, St. Servatius (Siegburg) Altarbild, St. Peter (Köln), zerstört Altarbild, St. Sebastian (Würselen), zerstört Altarbild, St. Dionysius (Essen-Borbeck), zerstört

Ausstellungen

1931: Diözesanmuseum Köln

Literatur

Nachruf. In: Kölnische Volkszeitung o.D. Ende Januar 1933, S. 5. Die Pfarrkirche zu Güsten bei Jülich. In: Kölnische Volkszeitung, 17. Dezember 1901.

Weblinks

Dieckmann, Johannes. (PDF; 2,2 MB) In: Künstler und Künstlerinnen der Düsseldorfer Malerschule (Auswahl, Stand: November 2016), kunstpalast.de. S. 22.

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Köln) Kategorie:Porträtmaler Kategorie:Restaurator Kategorie:Geboren 1860 Kategorie:Gestorben 1933 Kategorie:Mann