Die Sing- und Spielgruppe Hartberg war eine 1953 gegründete Volkskulturgruppe, die im In- und Ausland auftrat und als Botschafterin für Volkskultur, Völkerverständigung und europäische Gemeinschaft wirkte.
Gründung und Ideologie mini|hochkant|Josef und Ilse Strauß, Frühjahrskonzert Die Sing- und Spielgruppe Hartberg wurde 1953 aus der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz des Bezirksjugendreferenten Hartberg und Lehrers Josef Strauß gegründet. Hauptaktivitäten der Gruppe waren regelmäßige Veranstaltungen im Inland und Reisen in fast alle Länder Europas.
Die Gruppe bot Tänze, Lieder, Spiele und Musikstücke dar, zumeist in traditionell steirischer Tracht. Gelegentlich wurden für besondere Anlässe (z. B. ein dezidiert höfisch-mittelalterliches Programm mit typischen Schreittänzen) andere Gewänder getragen.
Veranstaltungen und Aktivitäten
Es wurden Feste und Veranstaltungen anderer Art organisiert, begleitet und mitgestaltet, wie zum Beispiel Faßdaubenrennen, „Kestnbraten“ (Kastanien & Sturm) und der „Bandltanz“ beim Maibaumaufstellen. Alle Aktivitäten (z. B. das Einstudieren der Tänze) wurden durch die gründliche wissenschaftliche Auseinandersetzung von Josef Strauß vorangetrieben, die ihren Niederschlag auch in Tanzkursen außerhalb der Sing- und Spielgruppe und in den Mitteilungen des Vereines Internationaler Partnerschaftsring Hartberg fanden.
Regelmäßige Veranstaltungen waren zum Beispiel:
Frühjahrskonzert Sommerfahrt Kathreintanz Adventliches Singen- und Musizieren
Die erste Auslandsfahrt nach Westfalen zur Jugendburg Vlotho erfolgte 1955.
Aus den langjährigen Bemühungen der Sing- und Spielgruppe ging der Internationale Partnerschaftsring Hartberg hervor.
Ab 1972 übernahm Ilse Strauß die Chorleitung und später die Koordination der Musikgruppen sowie größtenteils die musikalische Programmgestaltung. Aus ihrer Feder stammen zahlreiche Arrangements für Sing- und Instrumentenstimmen, die mit der Sing- und Spielgruppe, dem Frauensingkreis Eggenberg und Anderen zur Aufführung kamen.
Heinrich Wollinger brachte sich maßgeblich nicht nur als Sänger und Musiker (Gitarre, Drehleier), sondern auch als Dirigent ein. Aus dem Chor wurden auch verschiedene Drei- und Viergesänge gebildet. Am längsten bestand der schlicht als „Quartett“ bezeichnete gemischtstimmige Viergesang sowie ein Männer-Viergesang.
Abzeichen der Sing- und Spielgruppe 150px|mini|Symbol der SSG an unterschiedlichen Gegenständen Die Grundform ist das Georgskreuz im Kreis, das Symbol des Prinzen Eugen. Als kunstsinniger Europäer, der sich für die Versöhnung der Völker eingesetzt und die Kunst belebt hat, dient er als Leitbild. Josef Strauß schreibt dazu in den ersten Mitteilungen:
Außerdem darf aus den Spiralen ein „H“ für Hartberg gelesen werden.
Das Abzeichen ebenfalls aus der Feder von Josef Strauß und wurde in unterschiedlichen Formen hergestellt und verliehen: Als einfaches Ansteckabzeichen oder Anstecknadel wurde es an alle Mitglieder der Sing- und Spielgruppe ausgegeben. Für langjährige Mitgliedschaften gibt es Sonderabzeichen aus Silber und Gold. Als Symbol auf Schmuckstücken (Tuch- und Bänder-Schnallen, Broschen, Manschettenknöpfen etc.)
Vereinsentwicklung und spätere Jahre
Leiter der Sing- und Spielgruppe war seit der Gründung Josef Strauß. 1999 wurde die Gruppe ein Verein und die Leitung von Gerhard Leitner übernommen.Hartberg, auf musiklexikon.ac.at Josef Strauß blieb Ehrenobmann. 2002 bekam der Verein den Volkskulturpreis des Landes Steiermark verliehen. Der Verein bestant noch knapp zehn Jahre nach dem Tod von Josef Strauß 2013 weiter. 2022 beendete der Verein seine Arbeit mit einem letzten Adventlichen Singen und Musizieren, geleitet von Ilse Strauß, die ein knappes Jahr später verstarb.
Auszeichnungen Volkskulturpreis des Landes SteiermarkPreisträgerinnen/Preisträger, auf verwaltung.steiermark.at, 2002
Aufnahmen Im Steirischen Volksliedwerk ist unter anderem im „Nachlass Sepp Strauß“ eine größere Anzahl an Ton- und Filmaufnahmen aus dem Umfeld der Sing- und Spielgruppe und der Internatonalen Begegnungen archiviert.
Insgesamt wurden von der Gruppe acht Tonträger (hauptsächlich Schallplatten) aufgenommen, u. a.: Alpenländische Jodler, Ariola Records, 1982 und Spielgruppe Hartberg – Alpenländische Jodler, in der Österreichischen Nationalbibliothek Advent- und Weihnachtslieder, Knöbl Records, 1986Sing- und Spielgruppe Hartberg – Advent- und Weihnachtslieder, in der Österreichischen Nationalbibliothek Grüße aus der Oststeiermark (Single), B.I.E.M, 1979B.I.E.M Grüsse Aus Der Oststeiermark II, Oesterreichische Columbia Graphophon Gesellschaft m.b.H., 1980 35 Jahre Sing- und Spielgruppe Hartberg, Knöbl Records, 1987 Singen und Musizieren, Sony DADC Austria, 2001
Außerdem erschienen zahlreiche Aufnahmen in Fernseh- (z. B. Klingendes ÖsterreichSSG-Hartberg bei "Klingendes Österreich", auf https://www.youtube.com/@Musikantenspieltsauf) und Radiosendungen, sowie auf Tonträgern anderer Künstler, unter anderem: Geht’s Joahr Wieder Z’ End, Ariola, LP, 1979 Folklore Mondial 1984 – 11e Festival De Gannat, MPO, LP, 1984 Geschwister Friedrich – S’ Land, D’ Leut Nd’ Musi, CD Fein sein, beinander bleibn – Ein Führer durch die österreichische Volksmusik: Auf der AlmVolksliedarchiv der Volkskultur Niederösterreich Fein sein, beinander bleibn - Ein Führer durch die österreichische Volksmusik: Auf der Alm, DVD Steirisches Sänger-& Musikantentreffen 15Steirisches Sänger-& Musikantentreffen, SUMT/mmusik, CD, 2005
Sommerfahrten Sommerfahrten wurden meist auf Einladung einzelner Gruppen oder zu Festivals unternommen. Besonders in Zeiten des Eisernen Vorhangs waren offizielle Einladungen unerlässlich um ins Land zu kommen.
Die ersten beiden Fahrten in den 50er Jahren führten in die damalige Bundesrepublik Deutschland. In den 60er Jahren wurden elf Jahrten, unter anderem nach Frankreich, Schweden, Finland, Ungarn und Polen, sowie nach Kroatien (damals noch Jugoslawien) und in die Tschechei und Slowakei (damals Tschechoslowakei), unternommen. Die 70er Jahre führten die Gruppe, zusätzlich zu Zielen, die schon in den Vorjahren angefahren wurden, nach Spanien, Italien, England, Belgien, Finland und Irland. Die größte Zahl an Fahrten fanden in den 1980er Jahren statt. Neu zu den besuchten Nationen kamen Dänemark, Norwegen und Sardinien hinzu. In Roznów nimmt die Gruppe 1989 an der TV-Produktion Begegnung mit den Nachbarn teil. Ab den 1990er Jahren vertritt die Gruppe Österreich mehrfach bei der Europeade: 1996 in Turin (Italien), 2002 in Antwerpen (Belgien), 2003 in Nuoro (Sardinien), 2008 in Martigny (Schweiz) und 2011 in Tartu (Estland)ESTOFOLK. Ab dem Jahrtausendwechsel folgten noch Teilnahmen am Bosra International Festival 2005 in Syrien, der Besuch der Farandoleurs Cheminots Nîmois in Nîmes (Frankreich) 2006, das 19. Internat. Folkdance-Festival of the Dunedian Dancers in Edinburgh (Schottland)Dunedin Dancers 2007 und die Prager Folklore Tage 2009 in Prag (CZ).
Publikationen 20 Jahre Sing- und Spielgruppe Hartberg, Österreich. Festschrift Hartberg 197420 Jahre Sing- und Spielgruppe Hartberg, Österreich, Österreischische Natioalbibliothek, abgerufen am 27. April 2026 25 Jahre Sing- und Spielgruppe Hartberg Austria. Festschrift Hartberg 197925 Jahre Sing- und Spielgruppe Hartberg - Austria, Österreischische Natioalbibliothek, abgerufen am 27. April 2026 30 Jahre Sing- und Spielgruppe Hartberg Austria. Festschrift Hartberg 1984 40 Jahre Sing- und Spielgruppe Hartberg. Austria. Festschrift Hartberg 1994 50 Jahre Sing- und Spielgruppe Hartberg. Austria. Festschrift Hartberg 2004
Weblinks Website der Sing- und Spielgruppe Hartberg
Männerquartett der Sing und Spielgruppe Hartberg auf Amazon Music Adventliches Singen und Musizieren der Sing- und Spielgruppe Hartberg, 2010 auf meinbezirk.at Kathreintanz der Sing- und Spielgruppe Hartberg, 2010 auf meinbezirk.at Drei Gruppen aus dem Bezirk bei der Europeade in Schweden, 2015 auf meinbezirk.at
Einzelnachweise
Kategorie:Vereinsgründung 1953 Kategorie:Organisation (Hartberg) Kategorie:Aufgelöst 2022