Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia (Arabisch: حركة أصحاب اليمين الإسلامية, wörtlich: „Islamische Bewegung der Leute der rechten Hand“), allgemein bekannt als Ashab al-Yamin oder HAYI, ist eine Gruppe, die im März 2026 nach dem Ausbruch des Iran-Krieges 2026 entstand. Sie hat die Verantwortung für Angriffe auf jüdische, israelische und westliche Finanzinstitutionen übernommen, die die Gruppe als „zionistische Interessen“ bezeichnet. Während israelische Offizielle HAYI als einen kürzlich gegründeten iranischen Stellvertreter charakterisieren, stellten europäische Behörden und unabhängige Analysten seine Echtheit infrage und verwiesen dabei auf interne Widersprüche sowie einen Mangel an Beweisen, die die Gruppe mit einem Staat oder einem organisierten Netzwerk in Verbindung bringen.
Aktivitäten Die Organisation verbreitet „Bekennervideos“ über Telegram-Kanäle, die mit der „Achse des Widerstands“ in Verbindung stehen.
Diese Behauptungen begannen am 9. März nach einer Explosion in einer Synagoge in Lüttich, die Sachschäden verursachte, bei der jedoch keine Personen verletzt wurden. Am 13. März wurde eine Synagoge in Rotterdam, Ziel eines Brandanschlages; die niederländische Polizei nahm anschließend vier Verdächtige im Alter von 17 bis 19 Jahren aus Tilburg fest, denen die Staatsanwaltschaft vorwarf, mit „terroristischer Absicht“ gehandelt zu haben. Am folgenden Tag kam es zu einer Explosion an einer jüdischen Schule im Stadtteil Buitenveldert (Amsterdam). Sicherheitsaufnahmen vom Tatort zeigten zwei Personen auf einem Motorroller, die eine Vorrichtung an der Außenwand des Gebäudes anbrachten.
Am 16. März wurde im Bürokomplex Atrium im Amsterdamer Geschäftsviertel Zuidas ein improvisierter Sprengsatz (IED) gezündet. Die Explosion richtete sich gegen eine Filiale der Bank of New York Mellon und verursachte Sachschäden, jedoch keine Verletzten. Am 23. März wurden in Golders Green, London, vier Rettungswagen von Hatzolah durch Brandstiftung zerstört. Überwachungskameraufnahmen des Vorfalles zeigten drei vermummte Personen, die einen Brandbeschleuniger auf die Fahrzeuge gossen, was zur Explosion eines an Bord befindlichen Sauerstoffzylinders führte. Zwei britische Staatsangehörige im Alter von 45 und 47 Jahren wurden am 24. März unter dem Verdacht der Brandstiftung mit der Absicht, Leben zu gefährden, festgenommen und am folgenden Tag gegen Kaution wieder freigelassen.
Am 24. März wurde im jüdischen Viertel von Antwerpen ein Auto in Brand gesetzt, wobei die belgischen Behörden einen antisemitischen Angriff vermuteten. Zwei Minderjährige wurden im Zusammenhang mit dem Vorfall festgenommen, für den HAYI die Verantwortung übernahm.
In der Nacht zum 10. April brachten professionell agierende Täter Sprengsätze an den Schaufensterscheiben eines israelischen Restaurants in München-Maxvorstadt an und ließen sie zeitversetzt detonieren, was durch Videoaufnahmen dokumentiert ist, wodurch mehrere Fenster zerstört und ein Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Euro verursacht wurde. Die Ermittler gehen von einem antisemitischen Motiv aus, und man prüft Verbindungen zur HAYI-Gruppe."Anschlag auf israelisches Restaurant: Was bisher bekannt ist" br.de, 10. April 2026 Einige Tage später veröffentlichte die Gruppe ein Bekennervideo zu dem Anschlag.
Tatverdächtige Im Mai 2026 wurde Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi in der Türkei verhaftet und anschließend in die USA ausgeliefert. Ihm wird vorgeworfen, als hochrangiges Mitglied der Kata’ib Hizballah und der IRGC gehandelt zu haben. Nach US-Angaben soll er in dieser Funktion ein transnationales Netzwerk gesteuert oder unterstützt haben, das für eine Serie von Anschlägen und Anschlagsversuchen verantwortlich gemacht wird. Er soll außerdem Anschläge in den USA geplant haben, laut New York Post auch auf Ivanka Trump, als Rache für die gezielte Tötung von Qasem Soleimani.
Authentizität Analysen des International Centre for Counter-Terrorism (ICCT) und von Tech Against Terrorism deuten darauf hin, dass HAYI eher eine „Marke“ als eine organisch entstandene Terrorzelle sein könnte. Laut dem ICCT wurde das primäre Telegram-Konto der Gruppe 2023 erstellt, blieb jedoch bis zu den Angriffen im Jahr 2026 inaktiv. Bekennervideos erschienen dort häufig erst, nachdem sie bereits über pro-iranische Kanäle verbreitet worden waren. Ein zweites Konto, das am 21. März 2021 erstellt wurde, veröffentlichte die Verantwortung für den Angriff in London vor anderen Kanälen, enthielt jedoch Unstimmigkeiten, wie etwa einen falsch geschriebenen arabischen Namen, der vermutlich auf eine fehlerhafte Übersetzung aus dem Englischen zurückzuführen ist.
Das israelische Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten und die Bekämpfung von Antisemitismus stellte fest, dass der Name der Gruppe die gleiche Benennung wie eine irakische Miliz aufweist, die zuvor von den Vereinigten Staaten als terroristische Organisation eingestuft wurde. Israelische Behörden vermuteten, dass der Zeitpunkt der Aktivierung der Gruppe mit Berichten über den Tod eines hochrangigen pro-iranischen Milizenführers im Irak in Verbindung stehen könnte, was die Möglichkeit nahelegt, dass die Angriffe in Europa als Vergeltung gedacht waren.
Experten haben mehrere „unprofessionelle“ Fehler hervorgehoben, die von der üblichen islamistischen Rhetorik abweichen. Das arabische Logo der Gruppe schreibt das Wort „islamisch“ (al-Islamia) falsch, und die Bildsprache zeigt ein sowjetisches SVD-Dragunow-Scharfschützengewehr anstelle der bei iranisch unterstützten Stellvertretergruppen üblichen AK-47-Motive.
In einer Reihe von Nachrichten an CBS News rechtfertigte der Administrator des Telegram-Kanals von HAYI in amerikanisch geprägtem Englisch die Angriffe unter Bezugnahme auf christliche und jüdische philosophische Quellen, während die für dschihadistische Medien typischen islamischen Naschids (Gesänge) und theologische Inhalte fehlten. Analysten stellten zudem fest, dass in den Kommunikationsinhalten der Gruppe keinerlei Persisch vorkam, obwohl sie angeblich mit Teheran in Verbindung stehen soll. Kurz nachdem Journalisten Fragen zur Struktur und Finanzierung der Gruppe gestellt hatten, löschte der Telegram-Administrator sein Konto.
Laut dem Wall Street Journal vermuten europäische Behörden, dass HAYI eine fiktive Gruppe ist, die vom Iran geschaffen wurde, um die Verantwortung für von iranischen Nachrichtendiensten koordinierte Angriffe zu übernehmen, wodurch eine glaubhafte Abstreitbarkeit ermöglicht und Ermittler gezielt verwirrt werden. Sicherheitsquellen, die mit The Guardian sprachen, warnten vor einer „vorschnellen Zuschreibung an Iran“ im Zusammenhang mit den Vorfällen und ließen die Möglichkeit offen, dass es sich um lokale Einzeltaten ohne Verbindung zu einer organisierten Gruppe handeln könnte. Es gibt keinen eindeutigen Nachweis für eine Verbindung zum Iran, und Analysten sprechen von „Anzeichen von Amateurhaftigkeit“, die gegen eine direkte Durchführung durch professionelle iranische Geheimdienstakteure sprechen. Der niederländische Justizminister David van Weel erklärte, dass die in Rotterdam festgenommenen Jugendlichen „höchstwahrscheinlich rekrutiert“ worden seien, und stützte damit die Theorie, dass ein Akteur Sabotage an lokale Kriminelle oder „frustrierte Jugendliche“ ausgelagert haben könnte, um „operative Unklarheit“ aufrechtzuerhalten.
Einzelnachweise
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