Terry Lamon Yates (* 17. März 1950 in Mayfield, Kentucky; † 11. Dezember 2007 in Albuquerque, New Mexico) war ein US-amerikanischer Mammaloge und Parasitologe, der neben seiner Forschung über Nagetiere und Maulwürfe auch bedeutende Studien über Hantaviren veröffentlichte.
Leben Yates war der älteste Sohn von William Hanley und Ellen Wanda Yates, geborene Byrd. Er hatte noch einen Bruder. Im August 1971 heiratete er seine Verlobte Nancy J. Fennell, mit der er zwei Söhne hatte.
Yates machte 1972 seinen Bachelorabschluss in Biologie an der Murray State University in Murray, Kentucky. 1975 erlangte er unter der Leitung von David J. Schmidly seinen Masterabschluss an der Texas A&M University, wobei sein Studienschwerpunkt dem Karyotyp nordamerikanischer Maulwürfe galt. 1978 promovierte er an der Texas Tech University unter der Leitung von Robert J. Baker zum Ph.D. in Biologie zum Thema Systematik von Maulwürfen (Talpidae). Anschließend war er bis zu seinem Tod mit der University of New Mexico verbunden, wo er Mammalogie, 9 weitere Kurse in Biologie sowie eine Reihe von Seminaren und Symposien zu einer Vielzahl von Themen unterrichtete. Zudem betreute er den Lehrgang Anatomie und Physiologie für Pflege- und Pharmaziestudierende. Yates war ein Feldbiologe. In seinem Mammalogiekurs gab er zunächst einen Überblick über die Vielfalt der Säugetiere auf globaler Ebene und konzentrierte sich anschließend intensiv auf die Ökologie und Evolution lokaler Säugetiere, wobei er gemeinsam mit seinen Studierenden mehrtägige Exkursionen zu bevorzugten Orten im Südwesten unternahm.
Yates veröffentlichte 130 Arbeiten, die in so unterschiedlichen national und international anerkannten peer-reviewed Zeitschriften erschienen wie Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, Science, BioScience, Journal of Theoretical Biology, Journal of Mammalogy, Journal of Neotropical Mammalogy, Ecological Monographs, Bulletin of Mathematical Biology, Biochemical Systematics and Ecology, Virology, Journal of Virology, Journal of General Virology, American Journal of Tropical Medicine and Hygiene, Journal of the American Medical Association, Journal of Medical Entomology, Infection, Genetics and Evolution, Vector-Borne and Zoonotic Diseases, Emerging Infectious Diseases und Journal of Vector Ecology.
Yates, der ein Spezialist für Reservoirarten und deren Parasiten war, trug maßgeblich zur Erforschung der Hantaviren bei. Bewohner der Four Corners Region, die Teile von Arizona, Colorado, New Mexico und Utah umfasst, erkrankten im Frühjahr 1993 an einer mysteriösen Krankheit. Das damals unbekannte Virus tötete innerhalb weniger Wochen 32 Menschen und infizierte viele weitere. Die Krankheit erhielt ursprünglich den Namen „Sin Nombre“, nach einem Canyon in New Mexico, in dem spanische Siedler während der Kolonialzeit indigene Amerikaner töteten.
Yates schloss sich einem interdisziplinären Forschungsteam an, das von der National Science Foundation mit der Suche nach dem Ursprung der Krankheit beauftragt wurde. Er isolierte zusammen mit seinem Forschungsassistenten Robert Parmenter den Erreger der Krankheit, das später als Hantavirus identifiziert wurde, mithilfe von Tierproben, die er im gesamten amerikanischen Südwesten gesammelt hatte. Yates fand heraus, dass das Sin-Nombre-Virus oder Four Corners Virus von Hirschmäusen (Peromyscus maniculatus) übertragen wurde, deren Population Anfang 1993 aufgrund ungewöhnlich feuchten Wetters in der Region überdurchschnittlich hoch war. Die Entdeckung des Ursprungs des Hantavirus durch Yates hat dazu beigetragen, Leben zu retten und die Bevölkerung vor den Risiken der Krankheit zu warnen. Zwischen 1993 und 2007 forderte das Virus über 125 Todesopfer.
Yates widmete seine letzten Lebensjahre der Erforschung des Zusammenhangs zwischen feuchtem Wetter und der Population der Hirschmaus.
Die National Science Foundation (NSF) zählte Yates’ Entdeckung des Ursprungs des Hantavirus zu den 50 wichtigsten, von der NSF geförderten Projekten mit dem größten Einfluss auf das Leben der Menschen.
Von 1990 bis 1992 und erneut in den Jahren 2000 und 2001 lebte Yates in Washington, D.C., wo er die Abteilung für Umweltbiologie der National Science Foundation leitete. Seit 2006 war er Mitglied des Beirats für Biowissenschaften des National Research Council der National Academy of Sciences. Neben seiner Arbeit zu den Hantaviren war er an einem Glasfasernetz und einem nationalen Biodiversitätsforschungsprojekt beteiligt.
Yates beschrieb die Tapecua-Blattohrmaus (Tapecomys primus), die Anderson-Paramomaus (Thomasomys andersoni) und die Unterart Scapanus townsendii olympicus des Townsend-Maulwurfs.
Yates war Vorsitzender des Kuratoriums der American Society of Mammalogists. Er war Präsident der Natural Science Collections Alliance und designierter Präsident des Council on Research Policy and Graduate Education der Association of Public and Land-grant Universities.
Terry L. Yates starb am 11. Dezember 2007 im Alter von 57 Jahren an den Folgen eines Hirntumors im University of New Mexico Health Sciences Center in Albuquerque.
Dedikationsnamen 2013 wurde die Yates-Großohrblattnase (Micronycteris yatesi) und 2014 die Yates-Kammratte (Ctenomys yatesi), beide aus Bolivien, nach Terry L. Yates benannt.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Mammaloge Kategorie:Parasitologe Kategorie:Hochschullehrer (University of New Mexico) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1950 Kategorie:Gestorben 2007 Kategorie:Mann