mini|hochkant|Stammwappen derer von Alshoven Die Herren von Alshoven (auch: Alshovin, Ailshoven, Aylshoven, Olsthoven o. ä.) waren ein niederrheinisches Uradelsgeschlecht mit Stammsitz auf dem Alshof zwischen Anstel und Evinghoven im heutigen Rommerskirchen. Sie waren eine Nebenlinie der Herren von Hüchelhoven.
Geschichte Das ursprüngliche Geschlecht derer von Alshoven starb bereits mit dem 1242 erwähnten Ludwig von Alshovin im Mannesstamm aus, der zu diesem Zeitpunkt 20 Morgen Land sowie eine Holzgewalt an das Kunibertstift zu Köln verkaufte und die verkauften Güter im Anschluss in Erbpacht nahm. Das deutet auf den wirtschaftlichen Notstand des Geschlechts hin, da es Allod verkaufen musste. Seine Schwester Gudelinis (Gertrud) heiratete den Ritter Heinrich I. von Hüchelhoven, der sich fortan Alshoven nannte. Die ursprünglichen von Alshoven existierten somit als nicht agnatische Linie weiter. So verkauften Heinrich gt. von Ailshoven und seine Frau 30 Morgen Ackerland an das Kölner Domstift und nahmen dieses Land wieder in Erbpacht. Wie oben beschrieben zeugt der Verkauf von Allod von wirtschaftlicher Not.
Ritter Stephan de Alshoven erschien erstmals 1306 als Zeuge in einer Urkunde über den Verkauf von Eckum. Sein Bruder Reynard von Alshoven erschien von 1306 bis 1311; Stephan und Reynard nannten sich in diesem Zeitraum wechselnd „von Hüchelhoven“ als auch „von Alshoven“. Neben Reynard hatte Stephan folgende Brüder: Herman, Christian und Georg. 1310 ist Stephan als Drost zu Hülchrath, also als erzbischöflicher Ministeriale, belegt. In einer Urkunde des 23. Februars 1312 wird erkennbar, dass Letzterer mit seiner Frau Mechtilidis von Holte um 1310/1311 ihren später als Zorgeshof bekannten Hof zu Sinsteden an das Kölner Andreasstift verkauften; sie verkauften somit mehr Allod. Ferner verzichteten sie auf ein Lehen von eineinhalb Hufen Land bei Rommerskirchen. Im Jahre 1311 fiel Stephan von Alshoven in die Ungnade des Erzbischofs von Köln, da er Ansprüche auf sämtliche Güter zu Ossendorf erhob und nicht zum Gerichtstermin erschien. Aufgrund dessen drohte der Erzbischof mit der Exkommunikation Stephans und seiner Bürgen zum Einlager nach Bergheim, bis die Strafe von 200 Mark bezahlt würde. Es ist nicht bekannt, wie der Streit ausging, jedoch sind Folgen zu rekonstruieren; Ritter Stephan de Aylshoven verkaufte 1314 oder 1315 zusammen mit Frau und Kindern seine Güter zu Alshoven. Dazu gehörten: Fünf Hufen Ackerland, eine Hufe Wald, eine Mühle sowie die dazugehörigen Weiden und Zinsgefälle. Unüblicherweise nahmen die von Alshoven die verkauften Güter nicht in Erbpacht. Noch hatte der Ritter Stephan von Alshoven nicht alle seine Güter verloren; noch 1315 verzichteten Graf Gerhard von Jülich und seine Frau auf den Lehnsverband der Mühle, da Stephan ihm anderes Land zu Lehen stellte. 1316 wurde Stephan ein letztes Mal erwähnt; er genehmigte den Verkauf von 30 Morgen Ackerland zu Boistorp.
Zudem lässt sich folgende Stammliste rekonstruieren:
Am 26. Juli 1381 erscheint Bruno von Alshoven urkundlich.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0359 / Knechtsteden, Rep. u. Hs. AA 0359, Nr. 1, abgerufen am 10. April 2026. Das Geschlecht starb wohl Ende des 14. bzw. Anfang des 15. Jahrhunderts aus.
Wappen Blasonierung: In Silber ein schwarzer Querbalken, darüber ein fünflätziger blauer Turnierkragen im Schildhaupt. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein Schirmbrett, bezeichnet wie der Schild.
Das Wappen der stammverwandten Herren von Hüchelhoven zeigt in Silber einen roten Balken. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken einen silbernen Brackenkopf mit dem roten Balken als Halsband.Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Heberle, Band 1, Köln 1848, S. 178 (hhu.de).
Literatur Josef Schmitz: Rittersitze, Stiftshöfe und Klostergüter am Gillbach (= Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rommerskirchen Band V), Rommerskirchen 2008, S. 166–169. Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln: Band 1 (Mappe 1–85; Achatius–Besendriesch) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 58), Köln 1992, S. 216 f. Band 9 (Mappe 666–764, Hüchelhoven–Louvenberg) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 77), Köln 1995, S. 9–11. Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 178 f. (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht