Ulrich von Rhamm (* 6. August 1913 in Blankenburg; † 22. Februar 2005)Mitteilungsblatt des Deutscher Alpenvereins Sektion Braunschweig e. V., Heft 2/2005, S. 39. war ein deutscher Diplomat. Er war Botschafter in Thailand, Laos und Syrien.

Leben Ulrich von Rhamm entstammte dem westfälisch-baltischen Adelsgeschlecht Rhamm; der Richter Albert von Rhamm (1846–1924) war sein Großvater.

Von Rhamm wuchs zunächst in Braunschweig auf. 1932 legte er am Bismarck-Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf das Abitur ab. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1937 wurde er dort mit der Dissertation Über Strafe und Erziehung im Jugendstrafrecht unter besonderer Berücksichtigung der §§ 5, 6 JGG zum Doktor der Rechte promoviert. Anschließend leistete er Wehr- und Kriegsdienst bei der Wehrmacht und trat in den Auswärtigen Dienst ein. Er war Mitglied der SS. Er wurde unter anderem in der Militärverwaltung in Belgien und Nordfrankreich in Brüssel verwendet und nahm am Russlandfeldzug teil. Das Kriegsende erlebte er im Lazarett am Tegernsee. Als SS-Angehöriger befand er sich bis 1946 in einem US-amerikanischen Internierungslager in Garmisch-Partenkirchen. Daraufhin war er zunächst für das Braunschweiger Unternehmen Buchler und als Rechtsanwalt tätig.Thomas Maulucci: Adenauer’s Foreign Office – West German Diplomacy in the Shadow of the Third Reich. Cornell University Press, 2012, S. 171 u. 175.

1952 wurde von Rhamm wieder in den Auswärtigen Dienst übernommen. Er wurde Leiter des Referats „Vertragsrecht auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe und der Handelspolitik; Verbindung zu den gesetzgebenden Körperschaften“ in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Bonn. Von 1960 bis 1964 war er stellvertretender Generalkonsul in New York City. Anschließend wechselte er als Referatsleiter in die Protokollabteilung im Auswärtigen Amt. Von 1968 bis 1970 war er stellvertretender Chef des Protokolls im Auswärtigen Amt. Als solcher bereitete er den Besuch von Bundeskanzler Willy Brandt in Polen im Dezember 1970 vor, bei dem es zum Kniefall von Warschau kam. Daraufhin war er von 1971 bis 1974 Botschafter in Thailand und Leiter der Botschaft in Bangkok. Er war zugleich in Laos nebenakkreditiert. Anschließend war er von 1975 bis zu seiner Pensionierung 1978 Botschafter in Syrien und Leiter der Botschaft in Damaskus; während dieser Zeit stand er in regelmäßigen Kontakt mit dem syrischen Staatschef Hafiz al-Assad.

1972 wurde von Rhamm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Nach seiner Pensionierung 1978 kehrte er in seine Heimatstadt Braunschweig zurück. Mit seinem Tod im Jahr 2005 erlosch das Adelsgeschlecht Rhamm.

Einzelnachweise

Kategorie:Deutscher Botschafter in Thailand Kategorie:Deutscher Botschafter in Laos Kategorie:Deutscher Botschafter in Syrien Kategorie:Person der deutschen Außenpolitik 1933–1945 Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus) Kategorie:Jurist im auswärtigen Dienst Kategorie:SS-Mitglied Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Absolvent der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1913 Kategorie:Gestorben 2005 Kategorie:Mann