alternativtext=Wappen der Familie von Thümen|mini|195x195px|Grabmal d. Curt von Thümen. Hermann Curt von Thümen (häufig auch Kurt von Thümen geschrieben; * 14. August 1864; † 10. Juni 1924 auf Gut Waldrogäsen) war ein deutscher Offizier, Gutsbesitzer und Mitglied des märkisch-sächsischen Adelsgeschlechts von Thümen.
Leben und Wirken Herkunft und Familie Hermann Curt entstammte dem Uradelsgeschlecht von Thümen, das über Jahrhunderte verschiedene Rittergüter und Ländereien besaß, insbesondere in der Mark Brandenburg und der angrenzenden Provinz Sachsen. Er gehörte zur Familienlinie I, 2. Ast Haus Göbel, mit Besitzungen in Göbel, Klein-Lübars (bis etwa 1870),Ernst Wernicke: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen. XXI. Heft: Die Kreise Jerichow. Hrsg. Historische Commission für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt, Verlag Otto Hendel, Halle a.S. 1898, S. 119–120. Glienicke, Wüsten-Rogäsen, Klein Briesen und Bencken.
Seine Eltern waren der Gutsbesitzer Hermann von Thümen (1827–1900) und Agnes geb. von Tschirschky und Bögendorff (1826/1828–1902), Tochter der Maria Augusta von Watzdorf(f) und des Landrats des Landkreises Zauch-Belzig Levin von Tschirschky und Bögendorff (1828–1852), kgl. preuß. Geheimer Regierungsrat. Die Nebenbesitzung in Klein Lübars mit Glienicke, 709 ha, ebenfalls im Kreis Jerichow I gelegen, konnte nicht bis zuletzt gehalten werden. Die preußischen Generäle Richard von Thümen (1836–1898) und Hans von Thümen (1839–1926), letzterer war ebenso Gutsherr auf Klein Briesen, waren seine Onkel. Seine Tante Lilla ehelichte den Offizier und Autoren Robert von Loebell. mini|hochkant=0.5|Gebäude der Ritterakademie auf dem Domhof. 2014. Standesgemäß ging er auf das Alumnat und die Schule der Ritterakademie zu Brandenburg, gelegen auf der dortigen Dominsel, von Ostern 1875 bis März 1884. Namhafte Mitschüler war u. a. Hans von Klützow auf Dedelow, Bernhard Hans Levin von Tschirschky und Bögendorff (1862–1930), zuletzt Landrat, Georg Graf von Schwerin, Oberstaatsanwalt, und Hans-Georg von der Marwitz, Landrat und Ritterschaftsrat.
Am 7. Januar 1905 heiratete er in Berlin-Lichterfelde die rund 14 Jahre jüngere Gertrud Elisabeth Lila von Loebell (* 13. Januar 1878 in Weilburg; † 27. September 1953 in Gersfeld). Sie war die Tochter des Generalleutnants a. D. und Militärschriftstellers Arthur Karl Oswald von Loebell (1848–1928)Deutsche Biographie-Index: Löbell, Arthur von, Stand 11. Juli 2026. und der Jenny Löffler. Dadurch verband sich Thümen mit einer einflussreichen preußischen Beamten- und Militärfamilie.
Militärische Laufbahn und Auszeichnungen Wie für Söhne des brandenburgischen Adels üblich, schlug Thümen eine Offizierslaufbahn in der Kavallerie der Preußischen Armee ein. Er verließ den aktiven Dienst im Rang eines Rittmeisters a. D. 60px|rechts|Ritter ohne Beschränkungen. Im Jahr 1904 wurde Von Thümen von König Viktor Emanuel III. von Italien zum Offizier des Ordens der Krone von Italien ernannt. mini|hochkant=0.3|Ehrenritter. Zudem war er Ehrenritter, etwaig Rechtsritter, des evangelischen Johanniterordens, was eine für den protestantischen Adel jener Zeit typische und prestigeträchtige Mitgliedschaft darstellte, die stark mit konservativen Werten und wohltätigem Engagement verknüpft war. Verschriftet ist lediglich seine Mitgliedschaft als Ehrenritter.Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. 1913–1929. P. Riemann-Ludwigslust-Selbstverlag des Vereins ehemaliger Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H., Brandenburg a.H./Belzig/Ludwigslust 1929, S. 16, Nr. 1366.
Gutsherrschaft auf Waldrogäsen Als Gutsbesitzer fiel ihm die Verwaltung des Gutes Waldrogäsen zu, mit weiterem Nebenbesitz gesamt ausgewiesen mit 1120 ha. Die Böden des Flämings waren sandig und brachten landwirtschaftlich nur mäßige Erträge, weshalb die Forstwirtschaft den wirtschaftlichen Schwerpunkt des Gutes bildete.
Unter seiner Ägide war das Rittergut ein beachtlicher Großbetrieb. Das Landwirtschaftliche Güter-Adressbuch der Provinz Sachsen aus dem Jahr 1922 verzeichnet unter Thümens Besitz eine beachtliche Fläche von 792 ha, hier gesondert für Waldrogäsen. Davon waren allein 701 ha gutsherrlicher Waldbesitz. Zur Unterstützung der Verwaltung und zur Pflege der weitläufigen Forsten beschäftigte Thümen einen Gutsverwalter.
Das historische Gutshaus Waldrogäsen, das um das Jahr 1900 maßgeblich umgebaut und mit einem achteckigen Pavillon sowie einem Turm zu einem asymmetrischen Schloss erweitert wurde, diente ihm und seiner Frau als repräsentativer Wohnsitz. alternativtext=Grabstätte von Curt von Thümen auf dem Waldfriedhof in Waldrogäsen.|mini|hochkant=0.7|Grabstätte von Curt von Thümen auf dem Waldfriedhof in Waldrogäsen. alternativtext=Grabplatte der Gertrud Lilla von dem Hagen|mini|hochkant=0.7|Grabplatte d. Gertrud Lilla von Thümen geb. dem Hagen. Tod und Nachfolge Hermann Curt von Thümen verstarb am 10. Juni 1924 im Alter von etwa 60 Jahren auf seinem Anwesen in Waldrogäsen. Seine letzte Ruhestätte fand er in dem heute noch existierenden, wenn auch versteckten historischen Waldfriedhof mit Erbbegräbnis (Mausoleum) der Familie von Thümen im Schlosspark von Waldrogäsen.
Aus der Ehe gingen keine Erben hervor,Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 38. Jahrgang. 1939. Justus Perthes, Gotha 1938. Stand 11. Juli 2026. die das Gut weiterführten; er hatte aber eine 1914 in Berlin geborene und 1916 amtsgerichtlich bestätigte Adoptivtochter Ursula Graef. So erbte seine Witwe Gertrud geb. von Loebell das Anwesen nach seinem Tod allein. Zwei Jahre später, am 6. April 1926, heiratete sie in zweiter Ehe den Generalmajor Heinrich Georg von dem Hagen (1873–1945), der zu ihr auf das Gut zog. Die Zeit von Waldrogäsen als Adelsgut endete schließlich im Mai 1945 mit der Erschießung von dem Hagens durch die Rote Armee und der anschließenden Enteignung des Besitzes im Zuge der Bodenreform 1945/1946.
Genealogie Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1975. Band XIII, Band 60 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1975, , S. 487–488. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 38. Jahrgang. 1939. Justus Perthes, Gotha 1938. Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. 1705–1913. P. Riemann-Ludwigslust, Selbstverlag des Hrsg.-Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H., Brandenburg a.H./Ludwigslust 1913, S. 309, Nr. 1366. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1913. Jahrgang 14, Justus Perthes, Gotha 1912, S. 685–687. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel) 1902. Jahrgang 3, Justus Perthes, Gotha 1901, S. 825–827. Insb. S. 826.
Einzelnachweise
Curt (Kurt) Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Preuße Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kurt von Thümen Kategorie:Geboren 1864 Kategorie:Gestorben 1924 Kategorie:Mann