mini|hochkant|Nicolai Schwarzer

Nicolai Harry Schwarzer (* 18. April 1975„Grauschnäpper“ Vermögensverwaltung GmbH: Handelsregister-Bekanntmachungen vom 1. Juni 2002. Publiziert im Bundesanzeiger. in West-Berlin„Wir sind immer noch hier, aber die Angst ist größer geworden“ (Interview von Nicolai Schwarzer mit Wiebke Hollersen). In: Berliner Zeitung. 22. März 2025, S. 27.) ist ein deutscher Immobilienunternehmer, Sportmanager und zivilgesellschaftlicher Aktivist. Er ist Gründer der Schwarzer Unternehmensgruppe mit Sitz am Kurfürstendamm in Berlin sowie Initiator und Vorsitzender des Vereins Nie wieder ist jetzt e. V. der sich gegen Antisemitismus und für Demokratiebildung engagiert.

Familiärer Hintergrund Nicolai Schwarzer wurde 1975 in West-Berlin geboren und wuchs im Berliner Ortsteil Frohnau auf. Er entstammt einer jüdischen Berliner Familie, die sich bewusst aus der Öffentlichkeit heraushielt.

Sein Großvater väterlicherseits, Harry Schwarzer, wurde am 6. Juni 1923 in Berlin-Friedrichshain geboren. Am 2. April 1942 wurde er zunächst nach Warschau deportiert und überlebte das dortige Ghetto, das Vernichtungslager Treblinka und das Konzentrationslager Auschwitz. Auf dem Todesmarsch aus Auschwitz befreite ihn die Rote Armee. Er kehrte nach Berlin zurück und wirkte dort an der Wiedergründung der Jüdischen Gemeinde mit. An seinem früheren Wohnhaus in der Kleinen Andreasstraße 8/9 in Friedrichshain erinnert ein Stolperstein an ihn. Auch die Grundschule im Chabad-Campus Berlin trägt seinen Namen. Nicolai Schwarzer erhielt seinen Vornamen als zweiten Vornamen: Er heißt bürgerlich Nicolai Harry Schwarzer.

Auch die Familie seiner Mutter war von der nationalsozialistischen Verfolgung betroffen: Ihr Vater lebte im Untergrund, ihr Bruder wurde von der Gestapo aus dem Fenster gestoßen.

Unternehmerische Tätigkeit Schwarzer Unternehmensgruppe Im Dezember 1993 gründete Schwarzer in Berlin ein Maklerbüro für die Vermittlung und Vermietung von Wohnimmobilien.Wohlfühlen im Hohen Fläming. In: Märkische Allgemeine. 19. September 2017, S. 15. Später kam eine Hausverwaltung hinzu.Schwarzer nimmt Leipzig ins Visier. In: Immobilien Zeitung. 15. Mai 2014. Seit 2005 existiert die Schwarzer Unternehmensgruppe als übergeordnetes Dach für seine unternehmerischen Aktivitäten, die mehr als 35 Gesellschaften umfasst (Stand: 2026). Die Gruppe ist in den Bereichen Immobilienvermittlung, Hausverwaltung und Facility Management, Projektentwicklung, Portfoliomanagement sowie im Management von Profisportlern tätig.

Sportmanagement Ende 2009 gründete Schwarzer die Schwarzer Sports Management GmbH (heute Schwarzer Sports & Artists Management GmbH)Angaben zum Unternehmen auf North Data, abgerufen am 16. März 2026. und erwarb eine DFB-Lizenz als Spielervermittler. 2012 errichtete er gemeinsam mit Michael Rummenigge die Schwarzer & Rummenigge Sports Management Group GmbH. Im Juni 2013 verpflichtete die Agentur den deutschen Nationalspieler Jérôme Boateng als Klienten; er war der erste deutsche Nationalspieler im Portfolio der Agentur.Thomas Steinmann, Nils Kreimeier, Martin Kaelble: Die Spielermacher. In: Capital, August 2013. (Online-Version von 2018, abgerufen am 16. März 2026.) In den Jahren 2023/24 war Schwarzer laut DFB weiterhin als Spielervermittler geführt.

TSV 1860 München In den Jahren 2008 und 2009 verhandelte Schwarzer als potenzieller Investor mit dem TSV 1860 München über den Erwerb eines Anteils an der KGaA, also der ausgegliederten Profiabteilung. Per Kaufvertrag wurden Schwarzer 25 % Anteile an der KGaA zugesichert.Reinhard Rehberg: Der Investor will Geld verdienen. In: Rhein-Zeitung. 7. Februar 2009.Filippo Cataldo: Der Löwen-Deal: Spieler für Anteile. In: Abendzeitung. 4. Februar 2009. Weitere 26 % waren optioniert, was mit den Statuten der DFL nicht vereinbar gewesen wäre. Der ursprünglich auf sieben Millionen Euro1860 legt den Einstieg von Investoren zu den Akten. In: Handelsblatt. 5. März 2009, S. 20. bezifferte Kaufvertrag wurde rückabgewickelt. Die von Schwarzer geleistete Anzahlung wurde in ein Darlehen umgewandelt. Damit rettete er kurzfristig die Lizenz des Vereins.

Engagement Demonstration „Nie wieder ist jetzt“ (2023) Am 10. Dezember 2023 organisierte Schwarzer in Berlin eine Großkundgebung unter dem Motto Nie wieder ist jetzt. Der Demonstrationszug führte vom Großen Stern (Siegessäule) zum Brandenburger Tor. Anlass war der Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 und der darauf folgende Anstieg antisemitischer Vorfälle in Deutschland. Schirmherrin der Veranstaltung war die damalige Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD). Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach öffentlich seine Unterstützung aus. Eine Reihe von prominenten Personen aus Politik, Publizistik, Musik und Sport engagierte sich als Redner bzw. als Unterstützer dieser Aktion. Auch Institutionen wie der Deutsche Fußball-Bund, Hertha BSC und mehrere Großunternehmen beteiligten sich. Schwarzer erlebte in der Vorbereitung der Veranstaltung jedoch auch Gleichgültigkeit und Ablehnung gerade bei Kulturschaffenden. Zur Kundgebung kamen im Oktober 2023 nach Angaben der Polizei rund 3000 Teilnehmer, die Veranstalter sprachen von zirka 11.000.

Verein „Nie wieder ist jetzt e. V.“ und Schulprojekt Im Anschluss an die Demonstration gründete Schwarzer den gemeinnützigen Verein Nie wieder ist jetzt e. V., dessen Vorsitzender er ist.Vorsitz: Siehe Impressum der Vereinswebsite, niewieder.com, abgerufen am 16. März 2026. Der Verein entwickelte ein Schulprojekt zur Demokratiebildung, das auf einem neuen didaktisch-technischen Ansatz basiert: Hologrammproduktionen von Prominenten werden in Klassenzimmer projiziert und ermöglichen so interaktive Begegnungen zu den Themen Antisemitismus, Rassismus und Demokratie. Zu den Prominenten, die als Hologramme aufgezeichnet wurden, gehören unter anderem der Moderator Klaas Heufer-Umlauf, der Rapper Eko Fresh, der Schauspieler Kida Khodr Ramadan, der Fußballer John Anthony Brooks, Bärbel Bas und der Regierende Bürgermeister von Berlin Kai Wegner.Ronja Ackermann: Heimat, Hass und Hoffnung. Für das Schulprojekt „Nie wieder ist jetzt“ werden Prominente zu Hologrammen. In: Berliner Zeitung. 14. Juli 2025, S. 6. (Online als „Ich fühle mich nicht mehr sicher“: Jugendliche konfrontieren Kai Wegner, abgerufen am 16. März 2026.) Als Zeitzeugin wirkte die Holocaust-Überlebende Ruth Winkelmann mit. Das Pilotprojekt fand im Januar 2026 an fünf Berliner Schulen statt, rund 400 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 nahmen teil.

Weitere Engagements Schwarzer gehört dem Vorstand der YOU Stiftung an. Er ist zudem Beiratsmitglied der Deutschen Bank (Ost) und war von 2016 bis 2017 Mitglied im Kuratorium der Deutschen AIDS-Stiftung.

Am 6. Juni 2025 wurde er beim Deutschen Immobilientag mit dem erstmals verliehenen Brückenbauerpreis des Immobilienverbands Deutschland (IVD) ausgezeichnet.

Veröffentlichungen Nie wieder ist jetzt! Wie wir unsere Demokratie verteidigen können. Nicolai Verlag, Berlin 2025, ISBN 978-3-96476-160-6.

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Einzelnachweise

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