Die Kaiser war ein Kombischiff, das ab 1880 unter der Flagge des Vereinigten Königreichs fuhr und 1904 strandete.
Geschichte Das Schiff wurde als Baunummer 217 auf der Werft William Gray & Company in Hartlepool gebaut und lief dort am 10. Juni 1880 vom Stapel. Noch im selben Jahr lieferte die Werft die Kaiser an die ortsansässige Reederei „West Hartlepool Steam Navigation Co. Ltd.“ ab. Die Reederei setzte das Schiff über 20 Jahre ein, beispielsweise zwischen Hamburg und Hartlepool.
Zur letzten dieser Fahrten verließ das Schiff Hamburg am 23. Juli 1904 um 17.30 Uhr. Neben der aus Obst bestehenden Ladung hatte es 16 Passagiere an Bord. Ziel der Reise wiederum Hartlepool. Kurz nach Mitternacht passierte die Kaiser die Position Feuerschiff Elbe 1 und liet mit voller Fahrt Kurs auf Hartlepool. Die Überfahrt über die Nordsee erfolgte bei gutem Wetter. Gegen 3.30 Uhr am 25. Juli geriet die Kaiser jedoch in aufziehenden Nebel und die Fahrt wurde mit halber Geschwindigkeit fortgesetzt. Knapp eine Stunde später war das Echo des regelmäßig betätigten Nebelhorns zu hören, woraufhin die Maschine auf Rückwärtsfahrt gestellt wurde. Der Erfolg des Manövers blieb aus und die Kaiser geriet 4.30 Uhr nahe Ravenscar auf Grund. Da es nicht gelang, das Schiff mit dem eigenen Antrieb vom Felsen zu lösen, es zudem leckgeschlagen war und besonders im Maschinenraum Wasser aufnahm, wurde die Maschine abgestellt und eine Stunde nach Strandung der Erste Offizier auf dem Felsen abgesetzt, um Hilfe zu holen. Die Küstenwache rief mehrere Fischerboote zum Havaristen, um die Passagiere und das Gepäck zu übernehmen. Es waren keine Todesopfer zu beklagen. Eine Bergung der Kaiser gelang hingegen nicht.
In der nachfolgenden Seegerichtsverhandlung wurden schwere Versäumnisse des Kapitäns George Moorsom festgestellt, die zur Standung der Kaiser beitrugen. So wurde nach der Passage von Feuerschiff Elbe 1 die Position des Schiffs nicht erneut geprüft, die Abdrift nicht berücksichtigt und die gefahrene Strecke nur unzureichend im Logbuch festgehalten. Auch die reduzierte Geschwindigkeit nach Aufziehen des Nebels wurde als noch zu schnell angesehen. Der Kapitän erhielt eine strenge Rüge. Da er seitens der Reederei hohes Ansehen genoss, wurde sein Befähigungszeugnis hingegen nicht in Frage gestellt.
Technik Die Kaiser besaß einen eisernen Rumpf und war 67 m lang sowie 8,7 m breit. Der Tiefgang belief sich auf maximal 4,9 m. Das Schiff war mit 798,82 BRT bzw. 496,73 NRT vermessen.Wrecksite.eu gibt als Vermessung abweichend 816 BRT an, Teesbuiltships.co.uk 526 NRT. Der Antrieb bestand aus einer von der Firma Thomas Richardson & Sons gebaute Verbunddampfmaschine mit zwei Zylindern, die direkt über eine Welle auf einen Propeller wirkte und von einem Dampfkessel gespeist wurde. Als Leistung wurde 130 NHP angegeben.
Fußnoten
Kategorie:Kombischiff (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Schiffsverlust durch Strandung Kategorie:Schiffsverlust 1904 Kategorie:Dampfmaschinenschiff Kategorie:Schiff (William Gray & Company)