Die Sonderburgstraße ist eine Straße im linksrheinischen Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel. Sie gehört zu den um 1900 planmäßig angelegten Straßen des expandierenden Stadtteils und ist heute Teil eines großflächigen Denkmalbereichs.
Geschichte thumb|Roonstraße, heute Sonderburgstraße, auf einer Postkarte von 1909 thumb|Kartenausschnitt Düsseldorf-Oberkassel mit Straßennamen vor Eingemeindung, 1905 Entstehung und Benennung Die Straße entstand im Zuge der planmäßigen Bebauung Oberkassels um die Jahrhundertwende 1900. Die Benennung erfolgte am 17. August 1909 nach Auguste Viktoria Friederike Luise Feodora Jenny von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (1858–1921), der Ehefrau des deutschen Kaisers Wilhelm II. Zuvor trugen Teile der Straße die Bezeichnung „Roonstraße“, benannt nach Albrecht von Roon. Das Viertel entwickelte sich insbesondere nach dem Bau der Oberkasseler Brücke 1898 von einem ländlich geprägten Gebiet zu einem städtischen Wohnquartier.
Frühe Nutzung thumb|hochkant|Sonderburgstraße 9, ab 1907/8 Schulgebäude der Cecilienschule und des späteren Comenius-Gymnasiums, 1945–1947 Meldestelle des 5. Polizeireviers In mehreren Häusern der heutigen Sonderburgstraße befanden sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts Bildungseinrichtungen. So wurde 1907 in den Häusern Nr. 9 und 11 eine höhere Mädchenschule gegründet, aus der das Cecilien-Gymnasium Düsseldorf hervorging. Parallel wurde dort ab 1908 auch die „Höhere Knabenschule“, das spätere Comenius-Gymnasium Düsseldorf, untergebracht.
Auch Künstler wie der Maler Christian Heyden wohnten zeitweise in der damaligen Roonstraße (heute Sonderburgstraße).
Zeit des Nationalsozialismus Während der Zeit des Nationalsozialismus war in Haus Nr. 9 ein Polizeirevier untergebracht. Der jüdische Zahnarzt und Fußballfunktionär Waldemar Spier wohnte ab 1940 in der Sonderburgstraße. Nach dem Entzug seiner Approbation konnte er nur noch eingeschränkt als sogenannter „jüdischer Zahnbehandler“ arbeiten. Spier wurde später deportiert und starb 1945 an den Folgen der Haft.
Bebauung und Bedeutung Die Sonderburgstraße ist geprägt von dichter gründerzeitlicher Wohnbebauung, die überwiegend zwischen 1900 und 1910 entstand. Zahlreiche Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz. Zu den bedeutenden Bauwerken zählen mehrere Wohnhäuser sowie ehemalige Schulgebäude, etwa die Häuser Nr. 9 und 11, die eng mit der Geschichte des Düsseldorfer Schulwesens verbunden sind.
Die Straße ist ein Beispiel für die städtebauliche Entwicklung Oberkassels vom ländlichen Gebiet zu einem großbürgerlichen Wohnquartier im frühen 20. Jahrhundert.
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