Theodor Andreas Friedrich Traub (* 5. Mai 1860 in Neuhengstett; † 22. Februar 1942 in Stuttgart) war ein württembergischer evangelischer Theologe und Mitglied der Kirchenleitung.Hermann Ehmer: Theodor Traub. In: Dieter A. Bloedt/Hermann Ehmer/Wolfgang Schöllkopf (Hrsg.): Uracher Köpfe (= Uracher Geschichtsblätter, Band 2). Bad Urach 2009, S. 25–32, ISBN 978-3-923-107-49-0; Traub, Theodor Andreas Friedrich. In: Württembergische Kirchengeschichte Online (abgerufen am 8. April 2026).

Leben und Wirken Nach dem Besuch des Gymnasiums in Stuttgart und Schorndorf besuchte Theodor Traub die Evangelisch-theologischen Seminare in Schöntal und Urach. Zum Wintersemester 1878/79 trat er in das Evangelische Stift Tübingen ein und studierte bis zum Sommersemester 1882 Evangelische Theologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Nach der ersten theologischen Dienstprüfung 1882 folgte sein Wehrdienst und anschließend das Vikariat bei der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Im Jahre 1885 wurde er Repetent am Evangelischen Stift Tübingen. Im gleichen Jahr unternahm er eine sechsmonatige Studienreise, u. a. in die skandinavischen Länder, wo er die Kenntnis der norwegischen und schwedischen Sprache erwarb. 1887 legte Traub die zweite theologische Dienstprüfung ab. Ein Jahr später (1888) übernahm er seine erste Pfarrstelle in Schramberg. 1892 wechselte er dann auf eine Pfarrstelle an der Johanneskirche in Stuttgart. Außerdem wurde er Zuchthausgeistlicher. Im Jahre 1913 wurde Traub, der 1912 in die Landessynode gewählt worden war, Stadtdekan in Stuttgart und Pfarrer an der Hospitalkirche. 1916 wurde ihm der Titel eines Oberkirchenrats verliehen. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte er (mit dem Titel eines Prälaten) zur Regierung seiner Landeskirche, die damals aus fünf Personen bestand. In den Ruhestand trat Traub 1933.

Schon frühzeitig beschäftigte sich Theodor Traub mit der Situation der Arbeiter. Bereits 1888 hatte er in Schramberg einen Arbeiterverein gegründet. Er förderte die Bildung eines Verbands der Evangelischen Arbeitervereine in Württemberg und amtierte von 1891 bis 1901 als dessen Vorsitzender. Ab 1894 war er Herausgeber der „Württembergischen Arbeiterzeitung“. Die soziale Arbeit war Traub, der als sehr begabter Prediger galt, sehr wichtig. In konservativen Kreisen wurde er „sozialistischer Arbeiterapostel“ genannt. Über die Grenzen Württembergs hinaus wirkte er außerdem in den Pfarrervereinen und bei der Organisation des ersten deutschen Kirchentags 1919 in Dresden.

Die Evangelisch-theologische Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen ehrte Theodor Traub 1917 mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften und Predigtsammlungen.

Sein Bruder war der Theologe und Politiker Gottfried Traub.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Warum gehen wir nicht mit der Sozialdemokratie? Ein Wort an die deutschen Arbeiter. Steinkopf, Stuttgart 1891. Wider Rom. 2. Auflage. Steinkopf, Stuttgart 1892. Kürzere Arbeitszeit. Mit besonderer Berücksichtigung des Programms der evangelischen Arbeitervereine. Grunow, Leipzig 1893 (Volltext). Römisch oder evangelisch? Die römische und die evangelische Lehre von den Gnadenmitteln. 2. Auflage. Stuttgart 1893 (Volltext). Arbeiterrechte und Arbeiterpflichten. Specht, Zell i. W. 1896. Vom Lebens-Brot. Predigten mit Gebeten. Kielmann, Stuttgart 1900. Handreichung für Glaube und Leben. 2. Auflage. Mühlmann, Halle/S. 1911. Die Jesuiten. Material zur Jesuitenfrage. Verlag des Evangelischen Bundes, Berlin 1912. Lutherworte zum Verständnis evangelischer Wahrheit. Verlag der Evangelischen Gesellschaft, Stuttgart 1918 (2. Auflage. 1925). Die Stiftsakten über David Friedrich Strauß. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N. F., Band 27 (1923), S. 48–64 und Band 28 (1924), S. 15–22. Wider den Spiritismus. Vorträge. Quell-Verlag, Stuttgart 1926. Von den letzten Dingen. Vorträge auf neutestamentlicher Grundlage. 2. Auflage. Quell-Verlag, Stuttgart 1928. Jesus Christus: „Wer ist der?“ Markus 4,41. Quell-Verlag, Stuttgart 1934. Reden, Richten, Schweigen, Bekennen. Quell-Verlag, Stuttgart 1935. Vom Leiden. Quell-Verlag, Stuttgart 1937.

Belletristische Schriften

Gustav Wasa, ein Befreier, König und Reformator (= Deutsche Jugend- und Volksbibliothek, Band 119). Steinkopf, Stuttgart 1888. (Übers. aus dem Norwegischen): Jens A. Friis / Lajla oder Von Finnmarken. Nordische Schilderungen. 3. Auflage. Steinkopf, Stuttgart 1919.

Einzelnachweise

Kategorie:Lutherischer Geistlicher (19. Jahrhundert) Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Evangelische Landeskirche in Württemberg) Kategorie:Autor Kategorie:Person (Stuttgart) Kategorie:Württemberger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1860 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Mann Kategorie:Ehrendoktor der Eberhard Karls Universität Tübingen