mini|Edvard Elenius unterrichtet im Fach Stilistik, Zentralschule für Kunstgewerbe in Helsingfors im Gebäude des Kunstmuseums Ateneum, 1920er Jahre Die Zentralschule für Kunstgewerbe in Helsingfors (originalsprachig , ) war eine 1871 gegründete ursprünglich schwedisch- später zweisprachige höhere gewerbliche Lehranstalt in Helsingfors (Helsinki), Finnland. Sie bildete Lehrkräfte für Handwerkerschulen aus und bot auch dreijährige Fachkurse in verschiedenen Zweigen des Kunstgewerbes an. Im Sinne von Gemeinschaftserziehung stand die Ausbildung seit Gründung der Schule auch Frauen offen.

Nach der Eröffnung des Kunstmuseums Ateneum 1987 war sie in deren Gebäude untergebracht. 1986 zog sie (als „Kunstindustrielle Hochschule“) in die Gebäude der ehemaligen Fabrik von Arabia im Stadtteil „Arabiastrand“ um.

Geschichte mini|Gebäude der „Kunstindustriellen Hochschule“ im Stadtteil „Arabiastrand“ im Jahr 2012 Unter den Begründern der Kunstgewerbeausbildung in Finnland war Carl Gustaf Estlander.

Ursprünglich eine reine Handwerksschule, wurde die Zentralschule für Kunstgewerbe seit 1875 von dem in diesem Jahr gegründeten „Verein für Kunstgewerbe“ (Konstflitföreningen/Taideteollisuusyhdistys) getragen und erhielt 1885 den Namen „Zentralschule für Kunstgewerbe“ (Centralskolan för konstflit), nachdem der Zar Alexander II. sie zur zentralen Kunstgewerbeschule des autonomen Großfürstentum Finnland erklärt hatte. 1876 entstand, ebenfalls durch einen Ukas des Zaren die Zentralschule für technisches Zeichnen Baron A. L. Stieglitz in St. Petersburg. Eine ähnliche Einrichtung in Deutschland war die 1879 gegründete Gewerbliche Zeichen- und Handwerkerschule in der Stadt Halle (heute: Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle).

Die Zentralschule erhielt später auch einen offiziellen finnischen Namen (Taideteollisuuden keskuskoulu). 1949 wurde sie in „Lehranstalt für Industriedesign“ (Konstindustriella läroverket/Taideteollinen oppilaitos) umbenannt. Sie ging 1965 in staatlichen Besitz über und wurde 1973 in die „Hochschule für Industriedesign“ (Konstindustriella högskolan/Taideteollinen korkeakoulu) umgewandelt.

Von 2010 bis 2012, nach der Vereinigung mit der Handelshochschule Helsinki und der Technischen Hochschule Helsinki im Zuge der Gründung der Aalto-Universität, trug sie den Namen Aalto-universitetets konstindustriella högskola/Aalto-yliopiston taideteollinen korkeakoulu. Heute heißt sie „Hochschule für Kunst, Design und Architektur“ (Aalto-universitetets högskola för konst, design och arkitektur/Aalto-yliopiston taiteiden ja suunnittelun korkeakoulu) und ist die größte Kunsthochschule in den nordischen Ländern.

Personen Unter den bekannten Schülern der Schule oder ihren Nachfolgern (vor der Gründung der Aalto-Universität) sind die Bildhauerin und Schmuckkünstlerin Eva Gyldén (1885–1973), die Textilkünstlerin Eva Brummer (1901–2007), die Designerin Lisa Johansson-Pape (1907–1989), der Maler Akseli Gallen-Kallela (1907–1931), die Textilkünstlerin Elsa Montell-Saanio (1926–2019)https://www.textile-forum-blog.org/de/2025/07/elsa-montell-saanio-weaver-from-lapland/ und der Designer Kaj Franck (1911–1989).

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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