Die Bürgerliche Trabantengarde St. Veit/Glan ist eine Traditionsformation aus St. Veit an der Glan in Kärnten. Ihre Gründung geht auf das Jahr 1292 zurück. Sie gilt damit als älteste Garde Kärntens und als eine der ältesten Kulturinstitutionen des Landes. mini|Ein St. Veiter Trabant im Dienstgrad eines Feldwebels Die Garde versteht sich als repräsentative Begleiterin kirchlicher und weltlicher Veranstaltungen in St. Veit an der Glan. Zu ihren bekannten öffentlichen Aufgaben zählen insbesondere die Osterwache in der Stadtpfarrkirche St. Veit sowie Ausrückungen bei Festzügen, etwa beim St. Veiter Wiesenmarkt.

Geschichte Die Gründung der Bürgerlichen Trabantengarde geht auf den Auftrag Herzogs Meinhard II. aus dem Jahr 1292 zurück, der Stadtrichter von St. Veit und seine 12 Geschworenen mögen den Herzog und seine Vertreter beschützen, bewachen und begleiten. Speziell das Element als „begleitende Garde“ gilt im alpenländischen Raum als einzigartige und besondere Eigenschaft der Trabantengarde.

Als 1335 das Herzogtum Kärnten an die Habsburger fiel, wurde dieser weltliche Auftrag nochmals prolongiert. 1598 wurde der weltliche Auftrag auf die katholische Kirche ausgeweitet, als im Zuge der Gegenreformation die Symbolik des Tragens der Monstranz bei Prozessionen durch militärische Begleitung geschützt werden sollte.

Stadtbrände, wie zuletzt 1829, Kriege, wirtschaftliche Verwerfungen und Regimewechsel konnten der Tradition der Bürgerlichen Trabantengarde wenig anhaben, weshalb die Garde bis heute auf eine durchgehende Geschichte zurückblickt.

Aufgaben und Brauchtum Die zentrale Aufgabe der Trabantengarde ist das Begleiten religiöser und festlicher Anlässe. Besonders bekannt ist die Osterwache am Heiligen Grab in der Stadtpfarrkirche St. Veit, bei der am Karsamstag zwei Trabanten jeweils für eine halbe Stunde Wachdienst leisten und die Wachablöse vom Kärntner Trommlerkorps begleitet wird. Die Grabwache geht auf den kirchlichen Auftrag aus dem Jahr 1598 zurück.

Auch außerhalb der Osterzeit tritt die Garde bei repräsentativen Anlässen auf, etwa bei der Eröffnung des Wiesenmarktes oder bei kirchlichen Feiern.

Uniform und Symbolik Kennzeichnend für die Trabantengarde ist der rote Waffenrock der Kaiserlichen Leibgarde, der in den 1880er-Jahren von Kaiser Franz Joseph I. verliehen worden sei. Der Briefwechsel aus dieser Verleihung ist im Museum St. Veit ausgestellt. Außerdem trägt der Fähnrich der Garde eine über 6 Quadratmeter große Schwingfahne mit dem schwarzen Doppeladler auf gelbem Grund. Das Original der Fahne ist im Museum St. Veit aufbewahrt und ausgestellt.

Die Mitglieder sind mit Hellebarden und Degen ausgestattet und marschieren in Zweierreihe. Die Garde besteht traditionell aus genau 13 Mitgliedern, die St. Veiter Bürger sind.

Die Uniform, die Schwingfahne und der Habsburgische Auftrag aus 1335 sind die Grundlage für die noch heute enge Beziehung der Garde zum Haus Habsburg.

Organisation Geführt wird die Bürgerliche Trabantengarde vom Hauptmann, der gleichsam der Obmann der Vereins ist. Unterstützt wird er durch den Leutnant sowie die Chargen, darunter Fähnrich, Feldwebel und Korporal.

Weblinks Website der Bürgerlichen Trabantengarde St. Veit/Glan

Einzelnachweise

Kategorie:St. Veit an der Glan Kategorie:Gegründet 1292