Paul Markthaler (geboren am 12. März 1899 in München; gestorben am 26. April 1930 in Schwabing) war ein deutscher katholischer Geistlicher, Christlicher Archäologe und Kunsthistoriker.
Leben Markthaler besuchte das Gymnasium der Abtei Schweiklberg bei Vilshofen, leistete zwei Jahre Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg und legte dann 1919 das Abitur am humanistischen Gymnasium in Passau ab. Anschließend studierte ab 1920 an der Universität München katholische Theologie und Kunstgeschichte und wohnte im Priesterseminar Georgianum. Am 20. Juli 1923 wurde er für das Bistum Augsburg zum Priester geweiht, am 1. Januar 1924 Hilfspriester in Stöttwang und am 16. März 1925 Stadtkaplan in Memmingen. Am 29. Juli 1924 wurde er an der Universität München in Kunstgeschichte bei Heinrich Wölfflin promoviert.Martin Dennert: Markthaler, Paul. In: Stefan Heid, Martin Dennert (Hrsg.): Personenlexikon zur Christlichen Archäologie. Forscher und Persönlichkeiten vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Band 2: K–Z. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2620-0, S. 871. Ab November 1925 war er zum Weiterstudium beurlaubt und ging nach Rom, um dort archäologische und kunsthistorische Studien zu betreiben und Material für ein Werk über die Malereien in den römischen Katakomben zu sammeln. Hier lebte er bis 1930 am deutschen Priesterkolleg Campo Santo Teutonico, wo er auch als kunsthistorischer Führer von Pilgern und Touristen tätig war. Er erweiterte seine Kenntnisse, indem er von 1926 bis 1929 am Pontificio Istituto di Archeologia Cristiana studierte.
Markthalers Spezialgebiet war die Christliche Archäologie. 1925 führte er in Mittelitalien Ausgrabungen an der frühmittelalterlichen Abtei Farfa durch und plante seine Ausgrabungen fortzusetzen und über die Kirche eine ausführliche Monografie zu schreiben. Zudem fand er den Ort, an dem das bisher nur aus wenigen Urkunden bekannte Reichskloster San Salvator Maggiore gestanden hatte. Im Jahr 1928 erhielt er durch die Bayerische Staatsregierung ein Reisestipendium von 1000 RM und für 1929/1930 das Reisestipendium des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches für Christliche Archäologie. 1928 veröffentlichte er seine Erkenntnisse zum Glockenturm in Farfa in einem Artikel der Rivista di archeologia cristiana. Er kam weder dazu die Ausgrabungen fortzusetzen noch sein geplantes Werk zu vervollständigen, da er im Alter von 30 Jahren an einer Lungenkrankheit verstarb. Er war unter anderem römischer Korrespondent für die monatlich erscheinende Zeitschrift Die christliche Kunst und verfasste Beiträge für die Bände 15 und 16 des Allgemeinen Lexikons der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Markthaler bewarb sich Anfang 1929 auf den Lehrstuhl für Kirchengeschichte an der Phliosophis-theologischen Hochschule in Freising wofür dem damaligen Staatsminister für Unterricht und Kultus, Franz Goldenberger, mehrere Empfehlungsschreiben aus Rom übermittelt wurden.Markthaler, Paul, Dr., Kaplan am deutschen Nationalinstitut des Campo Santo in Rom, Bewerbung Freising (ab Blatt 8) gda.bayern.de
Er wurde auf dem Münchner Westfriedhof beigesetzt.
Schriften (Auswahl)
Matteo Civitali und seine Plastik. Studie über einen Provinzkünstler des Quattrocento. Dissertation München 1924 (ungedruckt). Rezension zu Wilhelm Neuss, Die Katalanische Bibelillustration um die Wende des ersten Jahrtausends und die altspanische Buchmalerei. In: Römische Quartalschrift für christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte. Band 33, 1925, doi:10.60962/rq.v33i.89156, S. 172–174. Die dekorativen Konstruktionen der Katakombendecken Roms. In: Römische Quartalschrift für christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte. Band 35, 1927, doi:10.60962/rq.v35i1/2.89198, S. 53–111. Sulle recenti scoperte nell’abbazia imperiale di Farfa. In: Rivista di archeologia cristiana. Band 5, 1928, S. 37–89. Römische Ausgrabungen. In: Die christliche Kunst. Band 25, 1929, S. 283–284 (). Eine neuentdeckte Kaiserdarstellung des frühen Mittelalters. In: Forschungen und Fortschritte. Band 5, 1929, S. 86–87 (). Das verschollene Gemälde der Heimsuchung des J. H. Schönfeld. In: Das Schwäbische Museum. Augsburg 1930, S. 90–96.
Literatur
Martin Dennert: Markthaler, Paul. In: Stefan Heid, Martin Dennert (Hrsg.): Personenlexikon zur Christlichen Archäologie. Forscher und Persönlichkeiten vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Band 2: K–Z. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2620-0, S. 871.
Weblinks Markthaler, Paul, Dr., Kaplan am deutschen Nationalinstitut des Campo Santo in Rom gda.bayern.de (dfg-viewer)
Einzelnachweise
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