mini|Georgi Karadschow

Georgi (Gjeno) Iwanow Karadschow (Deckname Rilski; * 23. April 1901 in Dolno Draglishte; † 12. Juli 1942 bei Kiew) war ein bulgarischer Revolutionär, Aktivist der Bulgarischen Kommunistischen Partei (BKP) und der Inneren Mazedonischen Revolutionären Organisation (vereinigt) sowie Teilnehmer am Zweiten Weltkrieg auf Seiten der Sowjetunion.

Biografie Karadschow wurde am 23. April 1901 im Dorf Dolno Draglishte (Region Raslog) geboren. Sein Vater wurde bereits ein Jahr nach seiner Geburt von Türken getötet.

Die Grundschule besuchte Karadschow in Bansko, anschließend setzte er seine Ausbildung am Gymnasium in Pasardschik fort. Dort geriet er unter den Einfluss sozialistischer Ideen und schloss sich dem marxistischen Zirkel „Maxim Gorki“ an. Aufgrund seiner politischen Aktivitäten wurde er verhaftet und schließlich wegen seiner linken Überzeugungen von der Schule ausgeschlossen; den Abschluss erlangte er später als Externer.

Im Jahr 1920 gehörte Karadschow zu den Gründern der Parteiorganisation in seinem Heimatdorf, wo er zugleich als Lehrer tätig war. Während seines Arbeitsdienstes lernte er Iwan Kosarew kennen und wurde anschließend Mitarbeiter des Kreis-Komitees der Bulgarischen Kommunistischen Partei (BKP). Während des Septemberaufstands 1923 war er Leiter der Kampfgruppe von Dolno Draglishte, die an den Gefechten um Mehomija (heute Raslog) teilnahm.

1924 nahm er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität Sofia auf. Im Zuge studentischer Demonstrationen wurde er erneut verhaftet, zunächst in der Polizeidirektion festgehalten und später nach Mehomija überführt, wo er zum Tode verurteilt wurde. Anfang 1925 gelang ihm die Flucht; über Jugoslawien gelangte er nach Wien, wo er unter dem Namen Stojan Petrow als Leibwächter für Georgi Dimitroff und Wassil Kolarow tätig war.

Im Juli 1926 ging Karadschow nach Moskau, um am Kommunistischen Institut für Journalistik zu studieren. Auf Empfehlung des Auslandsbüros der BKP wurde er Mitglied der KPdSU (VKP(b)).

Ab 1929 war er Mitglied der Redaktion der Zeitung „Makedonsko delo“ und unterhielt direkte Verbindungen zur Führung des Gebietskomitees der IMRO (vereinigt) in Bulgarien. 1931 arbeitete er in der Handelsvertretung der Sowjetunion in Berlin und nahm als Delegierter am internationalen antifaschistischen Kongress der Bildungsarbeitergewerkschaft teil.

1932 kehrte er nach Bulgarien zurück. Im Frühjahr 1933 leitete er als Sekretär des Zentralkomitees eine nationale Konferenz der Organisation IMRO (vereinigt) für Bulgarien.Иван Катарџиев: Васил Ивановски – живот и дело (Vasil Ivanovski – Leben und Werk). In: Васил Ивановски: Зошто ние Македонците сме отделна нација (Warum wir Mazedonier eine eigene Nation sind). Скопие 1995, S. 27.

Anfang August 1933 wurde er nach Paris entsandt, wo er als Mitarbeiter des Auslandszentralkomitees der IMRO (vereinigt) tätig war. Ende desselben Jahres beteiligte er sich in Moskau gemeinsam mit Dimitar Wlachow und Georgi Germanow an der Ausarbeitung der Komintern-Resolution zur mazedonischen Frage.

Nach der Auflösung der IMRO (vereinigt) im Jahr 1934 ließ sich Karadschow dauerhaft in der Sowjetunion nieder. Im Juli und August 1935 nahm er am VII. Weltkongress der Komintern in Moskau teil. Ab dem 23. Juli 1936 war er im Museum der Revolution in Moskau tätig, wo er in der Komintern-Abteilung arbeitete.Музеи и паметници (Museen und Denkmäler). Комитет за култура (Komitee für Kultur), Nr. 12–14, 1972, S. 62–63.

Karadschow heiratete die deutsche Kommunistin Hildegard Jusseit (* 12. Oktober 1909; † 5. Januar 1980). Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, Iwan und Alexander. Am 22. Juni 1941 meldete er sich freiwillig zur Roten Armee. Dort war er als stellvertretender Stabschef des 1295. Schützenregiments sowie als politischer Kommissar tätig.

Bei Kämpfen nahe Wyschni Wolotschok wurde er verwundet, kehrte jedoch nach seiner Genesung erneut an die Front zurück. Am 12. Juli 1942 fiel Karadschow im Kampf gegen deutsche Truppen bei Kiew am Ufer des Dnepr.Славчо Тасев: Безсмъртните 1922–1944 (Die Unsterblichen 1922–1944). София: Издателство на Българската комунистическа партия, 1971, S. 200.

Gedenken mini|Denkmal für Georgi Karadschow in Dolno Draglishte

In seinem Geburtsort Dolno Draglishte erinnert ein Denkmal an ihn. Außerdem ist im Stadtteil „Bojana“ in Sofia eine Straße nach Georgi Karadschow benannt.

Literatur Цветко Караджов (Zwetko Karadschow): Георги Караджов-Рилски: Биографичен очерк (Georgi Karadzhov-Rilski: Biografischer Abriss). София: Издателство на БКП, 1967.

Einzelnachweise

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