Rommerskirchen (auch: Rumeschirche, Rumerskirchin, Rumarcikirchen o. ä.) war der Name zweier niederrheinischer Uradelsgeschlechter, die beide aus Rommerskirchen stammten. Eines davon war ein Dynastengeschlecht, das andere war ritterbürtig.

Sie sind nicht mit den böhmischen Grafen von Rummerskirch zu verwechseln, die auf Maria Josepha, zweite Gemahlin des Fürsten Karl Thomas zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort, verwitwete Rommerskirch, geb. Stipplin, zurückgehen.Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2 (L–S), Verlag von Ludwig Raub, Berlin 1856, S. 324 (Google Books).

Geschichte Edelherren von Rommerskirchen Der Stammsitz des Dynastengeschlechts der Edelherren von Rommerskirchen befand sich wohl auf einem Hof, der sich auf dem Gebiet der Rommerskirchener Pfarrkirche St. Peter befand. Diese Edelherren waren die Nachkommen fränkischer Edler, die dort bereits im 7. Jahrhundert ansässig waren und wohl eine Holzkirche besaßen. Archäologen fanden dort außerdem ein fränkisches Frauengrab aus dem 8. Jahrhundert, in dem sich Schmuck einer in Rommerskirchen ansässiger fränkischen Edlen befand. Im 9. oder 10. Jahrhundert ersetzten die Edelherren von Rommerskirchen die alte Holzkirche durch eine Steinkirche. Namentlich wurde nur am 9. Januar 1106 ein Henricus de Rumeschirche in einer Urkunde des Erzbischofs Friedrich I. von Köln genannt.Theodor Joseph Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, Band 1 (Von dem Jahr 779 bis 1200 einschliesslich), Wolf, Düsseldorf 1840, S. 172 f. (uni-bonn.de). Danach scheint das Geschlecht im Mannesstamm erloschen zu sein.

Ritter von Rommerskirchen Im Jahre 1260 erscheint erstmals ein ritterbürtiges Geschlecht namens Rommerskirchen. Scotto de Rumerskirchin wird in einer Urkunde des Wilhelm Edelherr von Hunebruch genannt.Theodor Joseph Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, Band 2 (Von dem Jahr 1201 bis 1300 einschliesslich), Wolf, Düsseldorf 1846, S. 281 (uni-bonn.de). 1291 tritt der Knappe Rigolf von Rommerskirchen, Sohn eines gleichnamigen Ritters, auf. Margaretha von Rommerskirchen (Greta von Rumarcikirchen) war in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit Matthias von Eyssel verheiratet, der daraufhin auch Esel von Rommerskirchen (dictus Eysel de Rumerskirgen) genannt wurde. Die Eheleute verkauften 1321 mit ihren Kindern Johannes, Hermann und Bela eine erhebliche Rente an zwei Vikare von St. Gereon.Peter Joerres: Urkundenbuch des Stiftes St. Gereon zu Köln, Hanstein, Bonn 1893, S. 300 f. (hhu.de). Ein letztes Mal wird das Geschlecht am 1. Januar 1324 erwähnt, als dieselben Eheleute zusammen mit ihren Kindern Land bei Eggershoven (zwischen Gill und Eckum) an St. Maria im Kapitol verkauften.Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 5 (Mappe 357–422; Efferen–Virneburg) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 67), Köln 1994, S. 598.

Literatur Josef Schmitz: Rittersitze, Stiftshöfe und Klostergüter am Gillbach (= Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rommerskirchen Band V), Rommerskirchen 2008, S. 70–73.

Einzelnachweise

Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht