Die Herren von Vanikum (auch: Vanckum, Vaincheim, Veninchem, Vennincheym, Wennicheim) waren ein niederrheinisches Uradelsgeschlecht, das sich nach ihrem Stammsitz, dem Vanikumer Hof in der heutigen Gemeinde Rommerskirchen, benannte. Dort sowie im Umland waren sie begütert. Später wanderte die Familie nach Italien aus.

Geschichte Im Jahre 1242 erschien das Geschlecht erstmals mit dem Ritter Bollardus von Vanikum (Vaincheim), der 24 Morgen Land in Vanikum sowie eine Holzgewalt an St. Kunibert verkaufte. Im nächsten Jahr verkaufte er zunehmend Allod, darunter Ackerland, welches er wieder in Erbpacht nahm. Dies deutet auf den Niedergang des Geschlechts hin, da die Herren von Vanikum ihr freies Eigentum aus wirtschaftlicher Not verkauften und sich lediglich eine Erbpacht leisten konnten.

Der Niedergang der Herren von Vanikum ist erneut zu erkennen: So verkauften Hermann von Vanikum (Vennincheym), seine Frau Agnes sowie ihre drei Töchter am 5. März 1285 im Beisein des Grafen Heinrich von Kessel 20 Morgen Ackerland an die sieben Priestervikare von St. Gereon und den Pleban von St. Christoph für 15 kölnische Mark. Diese 20 Morgen Ackerland befanden sich um Allrath. Hermann von Vanikum nahm das verkaufte Land später in Erbpacht. Noch am 27. April 1288 erschien Hermann von Vanikum als Zeuge.

Diese weiteren Erwähnungen des Geschlechts sind bekannt:

Im Juni 1250 erschien Gerlif von Vanikum (Gerlivo de Veninchem) im Testament des Propstes Arnold von St. Gereon. Am 9. April 1300 war Stephan von Vanikum (Stephanum de Wennicheim) Zeuge. 1334 erschien der Knappe Gerhard von Vanikum, Sohn des Gentasius von Vankium (Vanincheym); der wirtschaftliche Notstand des Geschlechts ließ die Schwertleite nicht mehr zu und die Herren von Vanikum sanken in den Knappenstand ab. Am 29. Juni 1349 war Gobel Vryess von Vanikum (Vanckum) Zeuge. Vielleicht ist er identisch mit dem 1309 als Schöffe des Dingstuhl Rommerskirchen und Halfen des Vanikumer Hofs genannten Gobel Vryess. 1384 erschien der nach Italien ausgewanderte Matheo de Vannekum.

In Italien waren Mitglieder der Familie Reiterführer oder lediglich Reiter von Söldnertruppen.

Vanikumer Hof Der Vanikumer Hof geht wohl auf eine Gründung fränkischer Freier im 5. oder 6. Jahrhundert zurück, von denen die Ritter von Vanikum abstammen könnten. Letztere verkauften den Hof vermutlich bereits vor Ritter Bollardus von Vanikums Zeiten an die Ritter von Hüchelhoven.

Literatur

Josef Schmitz: Rittersitze, Stiftshöfe und Klostergüter am Gillbach (= Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rommerskirchen Band V), Rommerskirchen 2008, S. 39–43. Peter Joerres: Urkundenbuch des Stiftes St. Gereon zu Köln, Hanstein, Bonn 1893, S. 139, 178, 187, 226 (hhu.de). Walter Lorenz (Hrsg.): Gohr, Nievenheim, Straberg. Quellen zur Geschichte des Amtes Nievenheim, seiner Bewohner und Siedlungen, 2. Teil (= Inventare Nichtstaatlicher Archive Band 16), Rheinland-Verlag, Bonn 1974, S. 110 (afz.lvr.de).

Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht