Steinberg ist eine Ortschaft und gleichnamige Rotte in der Weststeiermark in der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark. Als Rotte ist der Ort auch Teil der Marktgemeinde Thal. Für den zu Thal gehörenden Teil des Ortes findet man gelegentlich auch die Schreibweise Thal-Steinberg. Die Ortschaft hat Einwohner (Stand: ).

Lage und Geographie Steinberg liegt im nördlichen Teil der Marktgemeinde Hitzendorf, nördlich des Marktortes. Die zu Thal gehörende Rotte liegt im westlichen Gemeindegebiet, südwestlich des Hauptortes. Der Ort selbst liegt auf den Süd- und Westhang des Forstkogels, sowie auf einem von diesen nach Südwesten zum Liebochtal hin streichenden Hügelrücken des Weststeirischen Riedellandes. Dieser Hügelrücken trennt das nordöstlich davon gelegene Tal des Rohrbachs vom Tal des Oberbergbachs im Südosten. Steinberg liegt am Übergang des westlichen Grazer Berglands zum Weststeirischen Riedelland.

Direkt durch den nördlichen Teil von Steinberg verläuft die Steinbergstraße (L382), die Rohrbach über Steinberg mit der nach Graz führenden Hitzendorferstraße (L301) verbindet. Die L301 verläuft südöstlich an Steinberg vorbei.

Auf dem Gebiet der Katastralgemeinde bestehen neben der gleichnamigen Ortschaft Steinberg auch noch die Rotte Neusteinberg-Premesberg sowie die Bürgermeister-Kortschak-Siedlung und die Peter Rosegger-Siedlung.

Geschichte Der heutige Ort Steinberg entstand im Mittelalter durch die Lage an der bedeutenden Via Graecensis, einer Hochstraße die das Grazer Feld über Voitsberg mit Judenburg verband, sowie wegen des hier ab 1363 sicher nachweisbaren großflächigen Weinbaus. Im Jahr 1254 wird ein Ortlin von Steinperch genannt, der auf der Burg am Steinberg auf der Kuppe des Forstkogels saß. Diese Burg lässt sich heute nur mehr anhand der deutlichen Verebnungen im Gelände erkennen. Erstmals erwähnt ist der eigentliche Ort 1293 als Stainperg. Weitere Erwähnungen datieren 1329 als ab dem Steinberg, 1363 als an dem Stainperg, 1492 als am Stainperg, 1600 als Stainperg sowie schließlich um 1780 als Steinberg. Der Ortsname leitet sich dabei von der Lage des Ortes an einem steinigen Berg ab.

Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner und Bergholden (zinspflichtige Weingärtner) Steinbergs im Verlauf der Jahrhunderte zu verschiedenen Herrschaften. So hatten die Herrschaften Altenburg, Altkainach, Eggenberg (mit dem Bergamt Hönigthal), Ehrnau (mit dem seit 1492 nachweisbaren Amt Hitzendorf), Großsöding (mit dem Amt Teufenbach), Lankowitz, Oberthal (mit dem Amt Steinberg), Piber, Plankenwarth (mit den Ämtern Plankenwarth und St. Oswald), Riegersdorf, Schütting, Unterthal, Wachsenegg sowie das Judenburger Paradeiskloster und das Stift Rein Untertanen im Ort. Ab 1630 gehörte Steinberg zum Landgericht Rein.

Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde der westliche Teil Steinbergs Teil der freien Ortsgemeinde Rohrbach, ab 1951 Rohrbach-Steinberg. Im Zuge der Steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurde Rohrbach-Steinberg, und dadurch auch Steinberg im Jahr 2015 Teil der Marktgemeinde Hitzendorf. Der östliche Teil von Steinberg wurde 1850 Teil der freien Ortsgemeinde Thal.

Wirtschaft und Infrastruktur Steinberg ist ein Siedlungsort, der landwirtschaftlich geprägt ist. Vor allem der Weinbau spielte hier eine historisch bedeutende Rolle. Er lässt sich seit spätestens 1363 nachweisen und auch in der hier um 1780 erfassten Josephinischen Landesaufnahme sind noch bedeutende Weingärten verzeichnet. Ab 1885 gab es überdies ausgedehnten Obstbau. Ab spätestens 1847 bis nach 1875 wurde bei Steinberg grauer und polierfähiger Marmor in bis zu vier gleichzeitig aktiven Steinbrüchen abgebaut. Der Marmor wurde nach Graz geliefert und dort vor allem zur Fertigung von Tür- und Fensterstöcken verwendet. Aufgrund der Lage an einem bedeutenden Verkehrsweg gab es ab dem Mittelalter zahlreiche Gastwirte in Steinberg.

Die Freiwillige Feuerwehr Steinberg-Rohrbach im Ort wurde 1934 anstelle einer seit 1904 bestehenden Spritzengemeinschaft gegründet. In Steinberg befindet sich auch das 1919 gegründete Anton-Afritsch-Kinderdorf.

Der zu Hitzendorf gehörende Teil des Ortes ist nach Hitzendorf und St. Oswald bei Plankenwarth eingepfarrt und die Kinder besuchen die Schulen in den beiden Orten. Der zu Thal gehörende Ortsteil ist nach Thal eingepfarrt und die Kinder besuchen die dortigen Schulen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Das Steinbergschlössl Das Steinbergschlössl geht auf ein seit 1786 nachweisbares Wiesenhaus eines Herrn Pack zurück, das 1846 durch Peter Pokorny ausgebaut wurde. Das Schlössl ist ein einfacher, eingeschoßiger Bau mit zentralem Dachreiter und achtachsiger Fassade im Stil des späten Biedermeier. Seit 1919 befindet es sich im Besitz der Österreichischen Kinderfreunde. In einem ehemaligen Steinbruch befindet sich die Felsenbühne, die als Veranstaltungsort genutzt wird. In Steinberg befindet sich auch die 1981 errichtete Johannes-Kepler-Volkssternwarte, die vom Steirischen Astronomen-Verein betreut wird und im Rahmen einer öffentlichen Führung besucht werden kann.

In Steinberg gibt es einige Kapellen und Bildstöcke von regionalgeschichtlicher Bedeutung. Die Hirschenwirt-Kapelle neben dem ehemaligen Hirschenwirt ist eine vor 1921 errichtete Messkapelle. Die Schalkkapelle beim Bauernhof vulgo Schalk wurde 1848 errichtet. In ihrem Inneren steht eine Darstellung des Herrgott auf der Wies.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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