mini|Eingang zum Waldfriedhof (2026) Der Waldfriedhof in Schloß Neuhaus, einem Stadtteil von Paderborn, wurde 1916 gegründet und gehört zu den bedeutenden kommunalen Friedhofsanlagen der Stadt.

Geschichte mini|hochkant=0.5|Gedenktafel für Josef Temme (2026) Obwohl der Friedhof als kommunale Einrichtung geplant wurde, war die Umsetzung stark vom Privatmann Josef Temme (* 1862; † 23. Mai 1929) geprägt. Er legte besonderen Wert auf die würdige Erinnerung an die gefallenen Soldaten. Die feierliche Einweihung des Friedhofs fand am 2. November 1921 statt.

Josef Temme hat auch die Kirchengemeinde in Hövelriege beraten, die ebenfalls einen Waldfriedhof anlegen wollte.schuetzen-hoevelriege.de:Chronik des Waldfriedhofes in Riege Am Pfingstsonntag 1929 besichtigte eine Gruppe der Gemeinde den Friedhof in Schloß Neuhaus. Nach Ende der Besichtigung kam es zu einem schweren Verkehrsunfall. Nur wenige Meter vom Friedhof wurde das Auto der Besucher aus Hövelriege von einer Lokomotive erfasst und etwa 40 m mitgeschleift. Zwei der Insassen starben am Unfallort. Josef Temme, der mit im Auto saß, erlitt einen Armbruch und Quetschungen.Westfälisches Volksblatt vom 21. Mai 1929 Vier Tage später ist er vermutlich durch eine Embolie gestorben.Westfälisches Volksblatt vom 24. Mai 1929

Anlage und Nutzung Charakteristisch für den Waldfriedhof ist der dichte Bestand an Kiefern, der dem Gelände seinen Namen gab. Im Zentrum befindet sich ein Ehrenhain für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges sowie eine Gedenkstätte für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Seit 1958 existiert ein zusätzliches Gräberfeld für die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen.

mini|Friedhofskapelle (2026) Die Friedhofskapelle wurde ursprünglich als Kriegergedächtniskapelle errichtet und ist die einzige Kapelle im Fachwerkstil der Stadt. Ihre Bleiglasfenster zeigen Motive, die an die gefallenen Soldaten erinnern. Die Kapelle bietet etwa 50 Sitzplätze.

Die Holzreliefs der Kreuzwegstationen wurden 1920 von dem Tiroler Künstler Franz Martiner gefertigt. Die Stationen bestehen aus vier Doppel- und sechs Einzelstationen. Die Entwürfe der gemauerten Stationen stammen von Regierungsbaumeister Rubarth aus Godesberg und wurden in Schloss Neuhaus vom Bauunternehmer Siemen umgesetzt.

Heute umfasst der Waldfriedhof eine Fläche von etwa 8,3 Hektar mit insgesamt 4437 Gräbern. Jährlich finden rund 180 Beisetzungen statt, wodurch der Friedhof eine zentrale Rolle für Bestattungen in Schloß Neuhaus einnimmt.

Trägerschaft Verantwortlich für den Waldfriedhof ist die Stadt Paderborn, vertreten durch das Amt für Umweltschutz und Grünflächen.

Siehe auch Liste der Friedhöfe in Paderborn

Weblinks

Übersichtsplan des Waldfriedhofes

Einzelnachweise

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