Die Capueirawachtel (Odontophorus capueira) ist eine Vogelart aus der Familie der Zahnwachteln (Odontophoridae), die von Brasilien über das östliche Paraguay bis ins nordöstliche Argentinien vorkommt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale Die Capueirawachtel erreicht eine Körperlänge von ca. 26,5 bis 30,0 cm bei einem Gewicht der Männchen von ca. 457 und der Weibchen von ca. 396 g. Sie hat leuchtend rote, ungeschützte Augenringe und Augenlider. Die Seiten des Kopfes, der Wangenbereich, das Kinn, die Kehle, die Brust und der Bauch sind einfarbig grau. Die Gesamtfärbung ist braun bis grau. Der Kamm und der Oberkopf ist kastanienbraun. Der vordere Oberkopf und der Überaugenstreif ist gelbbraun. Der Rücken ist braun mit weißen Schaftstreifen. Die Schulterfedern sind kastanienbraun mit weißen Schaftstreifen, der Bürzel gelbbraun mit schwarzen Flecken und die Schwungfedern schwarz mit weißen Flecken. Der Schnabel ist schwarz und die Beine grauschwarz. Das Weibchen ähnelt dem Männchen, ist aber etwas schlanker. Jungvögel weisen breitere Schaftstreifen auf dem Rücken auf. Die schwarzen Flecken am Hinterteil sind gröber, die Brust ist grau und der Bauch rötlich braun.John Patrick Carroll, u. a. (2020)

Lautäußerungen Der Werberuf der Capueirawachtel klingt wie ein langsames, wiederholtes und weithin hörbares uru...uru...uru...uru.... Dieses erklingt im Duett und wird vom Männchen mit einem einsilbigen klo-klo-klo eingeleitet. Sie ist am häufigsten in der Dämmerung, besonders in mondhellen Nächten, zu hören, aber auch unregelmäßig zu anderen Tageszeiten. Außerdem stößt sie bei Alarm ein lautes wit, wit, wit aus und gibt beim Schlafen im Baum ein zitterndes, schwaches biu, biu, biu von sich.

Fortpflanzung Die Capueirawachtel legt ihre Eier in São Paulo im Februar. Sie gilt als monogam. Die Nester baut sie am Boden, manchmal auch in Gürteltierhöhlen. Von Vögeln in Gefangenschaft kennt man kuppelförmige Nester von 40 cm × 50 cm mit seitlichem Eingang. Das Gelege besteht aus drei bis fünf Eiern und kleiner falls dieses ersetzt werden muss. Die Küken schlüpfen nach 26 bis 27 Tagen. Es wurde von mehr als zwölf Gelegen berichtet, so dass diese vermutlich von verschiedenen Weibchen stammten. Die Bebrütung erfolgt nur durch das Weibchen. In freier Wildbahn wurde von 18 bis 19 Tage Brutzeit berichtet. Auch hier war es das Weibchen, das sich um die Bebrütung kümmerte. Die Eier sind weiß, oft gelb oder rot von Schmutz verfärbt und ca. 40,1 mm × 29,1 mm groß.

Verhalten und Ernährung Die Capueirawachtel ernährt sich von Beeren, speziell von Kermesbeeren der Art Phytolacca americana. Des Weiteren gehören Nüsse von Araukarien, die sie vom Waldboden sammelt, und vermutlich Insekten zu ihrer Nahrung. Sie bildet das ganze Jahr über Gruppen von bis zu 6 bis 8 Vögeln, seltener von 10 bis 15 Artgenossen.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet der Capueirawachtel (grün) Die Capueirawachtel bevorzugt atlantischen Tiefland-Tropenwald, einschließlich Sekundärwald in Höhenlagen bis mindestens 1600 Meter. Sie bewegt sich vorzugsweise auf dem Waldboden.

Unterarten Es werden folgende Unterarten anerkannt: Odontophorus capueira plumbeicollis , 1915Charles Barney Cory (1915), S. 294. kommt im tropischen nordöstlichen Brasilien in Ceará und Alagoas vor. Die Unterart hat eine hellere, gelblich braune Unterseite. Der Überaugenstreif und die weißen Schaftstreifen auf dem oberen Rücken sind weniger ausgeprägt. Die Kehle und der Vorderhals sind wurmartig schwärzlich. Odontophorus capueira capueira (, 1825)Johann Baptist von Spix (1826), S. 59, Tafel 76a. ist im östlichen Paraguay, dem extremen Nordosten Argentiniens in der Provinz Misiones und dem Osten Brasiliens von Bahia südlich bis ins südöstliche Mato Grosso und Rio Grande do Sul verbreitet.

Das International Ornithological Committee erkennt die Unterart nicht an und betrachtet die Art als monotypisch.IOC World bird list Megapodes, guans, guineafowl, New World quail

Migration Wenig ist über die Wanderbewegung der Capueirawachtel bekannt. Vermutlich ist die Capueirawachtel ein Standvogel.

Etymologie und Forschungsgeschichte mini|Capueirawachtel illustriert von Spix Die Erstbeschreibung der Capueirawachtel erfolgte 1825 durch Johann Baptist von Spix unter dem wissenschaftlichen Namen Perdix capueira. Als Verbreitungsgebiet gab er Rio de Janeiro und Minas Gerais an. 1816 führte Louis Pierre Vieillot die für die Wissenschaft neue Gattung Odontophorus ein.Louis Pierre Vieillot (1816), S. 51. Der Begriff stammt von und ab.Odontophorus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname capueira stammt aus der Tupi-Sprache und bedeutet Geist des Waldes., Waldbewohner.capueira The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Plumbeicollis hat seinen Ursprung in und .plumbeicollis The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay zwei Bälge, gesammelt in Nueva Germania durch Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973), zur Verfügung. Laubmann sah in Odontophorus capueira capueira die Unterart für Paraguay. In der Literatur betrachtete er in einem von Alfredo Borelli (1858–1943) in San Joaquín gesammelten und von Tommaso Salvadori beschriebenem ExemplarTommaso Salvadori (1895), S. 23., in Villarrica von Félix Posner (1873–?1931) gesammeltRoberto Raúl Dabbene (1912), S. 286. und durch Roberto Raúl Dabbene beschriebenes Exemplar und im Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 36. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni weitere Nachweise für das Land. Zusätzlich erwähnte er Ynambú del urúFélix de Azara (1805), S. 62–58. von Félix de Azara als Nachweis.Alfred Laubmann (1939), S. 130. Bei Berlepschs Name Odontophorus dentatusHans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1887), S. 125. handelt es sich nicht um das Synonym Perdix dentata , 1815Coenraad Jacob Temminck (1815), S. 419–435. zur Marmorwachtel (Odontophorus gujanensis), sondern um eine falsche Zuordnung zur Capueirawachtel.

Literatur

Weblinks

Einzelbelege

Kategorie:Zahnwachteln