mini|Nivedita Menon (2015) Nivedita Menon (; * 1960 in Pune) ist eine indische Wissenschaftlerin und politische Theoretikerin. Sie lehrte am Zentrum für Vergleichende Politikwissenschaft und Politische Theorie der Jawaharlal Nehru University und bringt sich in öffentliche Debatten zu Feminismus, Säkularismus und Hochschulpolitik ein. Zu ihren bekanntesten Büchern zählen Seeing Like a Feminist (2012), Recovering Subversion: Feminist Politics Beyond the Law (2004) und Secularism as Misdirection: Critical Thought from the Global South (2023).
Leben Menon wuchs in verschiedenen Teilen Indiens auf, darunter Mumbai und Kolkata, bevor sich ihre Familie in Delhi niederließ. Im Jahr 1978 nahm sie ein Studium am Lady Shri Ram College in Delhi auf; damals war indische Frauenbewegung primär von Debatten über Mitgiftmorde und Vergewaltigungen geprägt. Während ihrer Studienzeit war sie Schatzmeisterin der Studierendenvertretung des Colleges. Im Umfeld von Protesten gegen Schönheitswettbewerbe an der Delhi University wirkte sie daran mit, den Wettbewerb am Lady Shri Ram College durch einen Freshers’ Talent Contest zu ersetzen. 1987 begann sie am Lady Shri Ram College zu lehren; später unterrichtete sie dort 15 Jahre, anschließend sieben Jahre im Fachbereich Politikwissenschaft der Delhi University und danach an der Jawaharlal Nehru University.
Wirken Menons Arbeiten befassen sich mit feministischer Theorie und Themen wie Familie, Sexualität und politischer Macht. Seeing Like a Feminist beschreibt Feminismus nicht als Endpunkt, sondern als allmähliche Transformation des gesellschaftlichen Feldes, und das Buch wurde als breit angelegte Auseinandersetzung mit patriarchalen Machtverhältnissen und Geschlecht gelesen. Sie veröffentlichte daneben Power and Contestation: India since 1989, Gender and Politics in India und den Sammelband Sexualities; im Jahr 1994 erhielt sie für Übersetzungen aus dem Hindi und Malayalam ins Englische den A. K. Ramanujan Award. Mit Secularism as Misdirection: Critical Thought from the Global South weitete sie ihre Kritik auf säkulare Staatslogiken aus und argumentierte 2023 in Delhi, der Säkularismusdiskurs mache Religion und Frauen „übersichtbar“ und verdecke zugleich andere Machtverhältnisse. 2017 löste ein Seminar in Jodhpur, bei dem ihr „unpatriotische“ Äußerungen zu Kaschmir vorgeworfen wurden, eine Debatte über freie Rede an Universitäten aus. 2024 wurde ein Vortrag Menons an der Gangadhar Meher University in Sambalpur von Protestierenden abgebrochen, die sie als „antinational“ diskreditierten. In jüngeren Diskussionen über Indiens öffentliche Universitäten warnte sie vor dem Abbau institutioneller Autonomie und einer ideologischen Verengung akademischer Freiheit.
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