Die Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis von 1917 bis 1929 (auch Edition Pacelli und Pacelli-Edition) ist ein von 2007 bis 2019 betriebenes Forschungsprojekt der Universität Münster sowie die daraus hervorgegangene, dauerhaft im Internet publizierte, wissenschaftliche Edition der Nuntiaturberichte von Eugenio Pacelli nebst anderen, damit zusammenhängenden Quellen und einem kritischen Apparat.
Inhalt In der Edition werden Dokumente (knapp 21.000), redaktionelle Biografien Beteiligter (über 2.300) und Erläuterungen zu bestimmten Schlagwörtern veröffentlicht. Für die Biografien und Schlagwörter steht je ein Register zur Verfügung.
Dokumente In der Edition werden die Nuntiaturberichte, die Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., als Nuntius in München (1917–1925) und Berlin (1925–1929) an die Römische Kurie sandte, gemeinsam mit ihren Anlagen erfasst, kritisch ediert, kommentiert und ausgewertet. Außerdem werden die von kurialen Behörden an den Nuntius gesandten Weisungen (ca. 4.200) mitsamt ihrer Anlagen ediert.
Die Nuntiaturberichte werden in der nach Rom gesandten Ausfertigung (ca. 5.400) und im Entwurf (ca. 5.200) veröffentlicht. Insgesamt werden knapp 21.000 Dokumente zugänglich gemacht. Der Großteil der Dokumente ist in italienischer Sprache verfasst, Übersetzungen ins Deutsche oder Englische werden nicht vorgehalten. Der wesentliche Inhalt der Nuntiaturberichte selbst wird allerdings durch ein Regest in deutscher Sprache in Kurzform erschlossen. Für den Inhalt der oft wesentlich umfangreicheren Anlagen gilt das nicht.
Biografien Die Biografien werden als „Kurzbiografien“ bezeichnet, teils enthalten sie allerdings auch nur Lebensdaten und weiter führende Literaturhinweise. Für Pacelli selbst sind zwei Biografien veröffentlicht, eine ausformulierte Kurzbiografie im Einleitungsteil der WebsiteBiografie. In: pacelli-edition.de. und ein stichwortartiger Lebenslauf mit Literaturhinweisen.Eugenio (Pius XII.) Pacelli. In: pacelli-edition.de, Stand: 17. Juni 2011. Die Biografien sind im Personenregister verzeichnet und über eine Buchstabennavigation erreichbar; für jeden Buchstaben ist die Anzahl der Kurzbiografien genannt, eine Gesamtzahl jedoch nicht.Personenregister. In: pacelli-edition.de. Innerhalb der Editionen lassen sich die Kurzbiografien zu den dort erwähnten Personen durch einen Kontextlink beim jeweiligen Namen in einem Pop-up-Fenster aufrufen.
Die Biografien sind teils mit GND-IDs und VIAF-Cluster-IDs verknüpft. Für Biografien steht eine GND-Beacon-Datei zur Verknüpfung mit der Normdatei zur Verfügung, die Anfang Februar 2022 2.367 Datenzeilen enthielt.Textdatei, Zeitstempel: 2022-02-02T13:53:37.261+01:00100044360; Abrufdatum: 2. April 2026.
Projekt Team Das Team war unterteilt in die „Wissenschaftliche Leitung“, „Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, „Studentische Hilfskräfte“, „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Werkvertragsbasis“, „Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ und „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Grundausstattung“.
Einziges Mitglied der wissenschaftlichen Leitung war der Kirchenhistoriker Hubert Wolf mit der Tätigkeitsbeschreibung „Wissenschaftliche Gesamtverantwortung“.
Partner Das Projekt wurde unterstützt durch:Partner. In: pacelli-edition.de. die Universität Münster das Deutsche Historische Institut in Rom das Vatikanische Apostolische Archiv die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Finanzierung Vorarbeiten zum Projekt finanzierte Hubert Wolf aus Mitteln des Leibniz-Preises, mit dem er im Jahr 2003 ausgezeichnet worden war.
Das Projekt wurde durch die DFG gefördert: Zum 1. Januar 2008 hat die DFG das Projekt in seine Förderung für Langfristvorhaben aufgenommen. Zum 1. Januar 2011 wurde der erste Fortsetzungsantrag bewilligt. Zum 1. Januar 2014 wurde der zweite Fortsetzungsantrag bewilligt. Zum 1. Januar 2017 wurde der dritte Fortsetzungsantrag bewilligt. Das Projekt lief damit bis zum 31. Dezember 2019.
Technik Die Website ist unter zwei Domains erreichbar, www.pacelli-edition.de und pacelli-edition.de. Inhalte werden als HTML, PDF und XML (TEI-P5) bereitgestellt.
Literatur Sascha Hinkel, Jörg Hörnschemeyer: Die Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917–1929). Ansätze für eine digitale Auswertung. In: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken, Jg. 101 (2021), S. 28–57, DOI:10.1515/qufiab-2021-0004
Weblinks pacelli-edition.de, Projekthomepage Datenbankeintrag bei DBIS
Einzelnachweise
Kategorie:Werk (21. Jahrhundert) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Forschungsprojekt in Deutschland