Die Gesamterneuerungswahlen im Kanton Zürich 2027 finden am 4. April 2027 statt. Dabei werden die 180 Mandate des kantonalen Parlamentes (Kantonsrat) und die sieben Mitglieder der kantonalen Regierung (Regierungsrat) neu gewählt. Falls bei den Regierungsratswahlen ein zweiter Wahlgang notwendig ist, findet dieser am 6. Juni 2027 statt.

Wahlverfahren

Kantonsrat

Der Kantonsrat (Legislative) umfasst 180 Sitze, die alle vier Jahre neu gewählt werden. Dabei kommt in den 18 Wahlkreisen das Verhältniswahlrecht zur Anwendung. Durch das doppeltproportionale Zuteilungsverfahren («doppelter Pukelsheim») werden die Sitze zuerst nach dem gesamtkantonalen Ergebnis an die Listen verteilt (Oberzuteilung) und die erzielten Sitze dann auf die Wahlkreise verteilt (Unterzuteilung). Für die Teilnahme an der Sitzverteilung muss eine Partei in mindestens einem Wahlkreis die Fünf-Prozent-Hürde erreichen oder drei Prozent kantonsweit.

In jedem Wahlkreis dürfen die Wahlvorschläge (Listen) maximal so viele Kandidaten umfassen, wie Sitze zu vergeben sind. Jeder Kandidat darf höchstens zweimal auf einer Liste aufgeführt sein. Dabei kann jeder Wähler ebenfalls so viele Kandidaten wählen, wie Sitze zu vergeben sind und durch Panaschieren und Kumulieren einem Kandidaten höchstens zwei Stimmen geben. Jede Stimme für einen Kandidaten zählt zunächst als Parteistimme für die Sitzzuteilung auf die Parteien und danach als Stimme für den Kandidaten bei der Verteilung der Sitze auf die Parteikandidaten. Jeder Wahlvorschlag muss von mindestens 30 Wahlberechtigten unterzeichnet werden.

Listen, die aus unterschiedlichen Wahlkreisen stammen und denselben Namen tragen, werden als Listengruppe behandelt, deren Gesamtergebnis für die Oberzuteilung herangezogen wird. Listenverbindungen sind ausgeschlossen. Die Wahlkreise entsprechen grundsätzlich den zwölf Bezirken des Kantons Zürich, wobei der Bezirk der Stadt Zürich in sechs Wahlkreise und der Bezirk Winterthur in zwei Wahlkreise aufgeteilt wird. Wahlkreis- nummerWahlkreisnameAnzahl Vertreter (Veränderung)IZürich, Stadtkreise 1 und 25IIZürich, Stadtkreise 3 und 912IIIZürich, Stadtkreise 4 und 55IVZürich, Stadtkreise 6 und 108VZürich, Stadtkreise 7 und 86VIZürich, Stadtkreise 11 und 1212VIIDietikon11VIIIAffoltern7IXHorgen15XMeilen12XIHinwil11XIIUster16XIIIPfäffikon7XIVStadt Winterthur13XVWinterthur-Land7XVIAndelfingen4XVIIBülach18XVIIIDielsdorf11

Regierungsrat Der Regierungsrat (Exekutive) umfasst sieben Sitze, die ebenfalls alle vier Jahre neu gewählt werden. Die Regierungsratswahl findet immer gleichzeitig zur Kantonsratswahl statt. Die Sitze werden nach dem Mehrheitswahlrecht vergeben. Gewählt sind im ersten Wahlgang diejenigen Kandidaten, die das absolute Mehr (Anzahl Stimmen geteilt durch die doppelte Anzahl der Sitze) erreicht haben. Sollte dies auf mehr Kandidaten zutreffen, als Sitze zu vergeben sind, sind jene sieben Kandidaten mit der höchsten Stimmenzahl gewählt. Werden im ersten Wahlgang nicht alle Sitze besetzt, findet ein zweiter Wahlgang statt, in dem das relative Mehr gilt, die Kandidaten mit der höchsten Stimmenzahl sind also gewählt.

Ausgangslage und Kandidaturen

Kantonsrat Nach den sehr starken Sitzverschiebungen (u. a. Grüne und GLP je +9 Sitze, SVP −9 Sitze) bei den Wahlen 2019 ist es bei den vorangegangenen Wahlen 2023 nur zu moderaten Veränderungen gekommen. Als grösste Gewinnerin konnte die Mitte-Partei (nach der Fusion aus BDP und CVP) drei Sitze im Kantonsrat dazugewinnen. Auch SVP, SP und GLP gewannen je einen Sitz. Auf der Verliererseite musste die Grüne Partei drei Sitzverluste verzeichnen. EVP, AL und EDU verloren ebenfalls je einen Sitz. Die Mehrheit der sogenannten Klima-Allianz (bestehend aus SP, GLP, Grüne, AL und EVP) schrumpfte damit auf 91 von 180 Sitzen.

Regierungsrat Die bisherigen Regierungsmitglieder Jacqueline Fehr (SP), Ernst Stocker (SVP), Carmen Walker Späh (FDP) und Silvia Steiner (Mitte) haben angekündigt, dass sie nicht für eine erneute Kandidatur zur Verfügung stehen. Natalie Rickli (SVP), Martin Neukom sowie Mario Fehr (parteilos) stellen sich erneut zur Wahl. Folglich werden vier von sieben Plätzen im Regierungsrat neu besetzt.

Die SP tritt mit Nationalrätin Priska Seiler Graf und dem Winterthurer Stadtrat Nicolas Galladé zu den Regierungsratswahlen an. Priska Seiler Graf erreichte bereits bei den Regierungsratswahlen 2023 den achten Platz. Die Parteileitung der FDP wollte nur mit Nationalrat Andri Silberschmidt zur Wahl antreten. Allerdings hat die Parteibasis dieses Vorgehen abgelehnt und zusätzlich Kantonsrat Martin Huber als Regierungsratskandidat nominiert. Die GLP möchte mit der Kommunalpolitikerin Nora Ernst zum ersten Mal seit 20 Jahren (die Partei ist seit dem Rücktritt von Verena Diener nicht mehr in der Regierung vertreten) einen Sitz im Regierungsrat erreichen. Die EVP nominierte Donato Scognamiglio. Für die AL kandidieren die Kantonsrätin Nicole Wyss und die ehemalige Kantonsrätin Melanie Berner, die ankündigten, das Amt im Fall einer Wahl im Jobsharing führen zu wollen. Auch die Nationalräte Philipp Kutter (Mitte) und Martin Hübscher (SVP) haben angekündigt, dass sie für den Regierungsrat kandidieren möchten.

Weblinks

Wahlen 2027 auf der Website des Kantons Zürich

Einzelnachweise

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