Der Grenzbach – auch Heimetlosenbächli und Eibächli genannt – ist ein Fliessgewässer im Juragebirge im Grenzgebiet der Schweizer Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Solothurn. Als linker Zufluss des Kienberger Dorfbachs ist er ein indirekter Nebenbach der Sissle im Flusssystem des Rheins.
Der Bach liegt am Rand des Landschaftsschutzgebiets «Baselbieter und Fricktaler Tafeljura», das im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung ausgewiesen ist,Objektblatt «Baselbieter und Fricktaler Tafeljura» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. und des Juraparks Aargau.
Geographie und Geschichte Der kurze, steile Wildbach entwässert einen Bereich im Nordosten der Hochebene von Anwil und der steilen Talflanke am Rand des Tafelbergs, der sich von Oltingen über Anwil bis zum Tiersteinberg erstreckt und ein bedeutender Abschnitt des Tafeljuras ist. Der Berg besteht aus Schichten des Hauptrogensteins und wird ringsum an den tief eingekerbten Flanken durch Quellbäche entwässert. Südlich des Grenzbachs entspringt am Bergrand der Neuligengraben, und etwas weiter im Norden fliesst der Aechtelbach in das Tal hinunter.
Die Quelle auf und der erste kurze Abschnitt des Baches liegen im Kanton Basel-Landschaft. Das Gewässer wird dort – gemäss dem Geoportal dieses Kantons – Heimetlosenbächli genannt. Dieser Name bezieht sich auf eine geschichtliche Besonderheit im Grenzgebiet östlich von Anwil: Bis im frühen 20. Jahrhundert gab es im bewaldeten Bachgraben ein kleines Areal, das zu keinem der drei benachbarten Kantonsgebiete gehörte. Zwischen dem Baselbieter Dorf Anwil, dem aargauischen Wittnau und dem solothurnischen Kienberg lag eine weniger als eine Hektar grosse Fläche, die vertriebenen Personen gelegentlich als Zuflucht diente und mit der Zeit «Heimatlosenplatz» genannt wurde. Die Stelle ist sogar auf der Siegfriedkarte des späten 19. Jahrhunderts mit dem Namen eingetragen. Mit einem Staatsvertrag der drei Kantone endete dieser ungewöhnliche Zustand im Jahr 1931, das Landstück wurde aufgeteilt, und seither treffen sich die Kantonsgrenzen im Gebiet Heimatlosenspitz auf in einem Dreikantonseck. Damals wurde an der schwer zugänglichen Stelle im Bachgraben ein neuer Grenzstein mit der Nummer 257 aufgestellt .
Im weiteren Verlauf folgt nun, seit 1931, die Kantonsgrenze Aargau-Solothurn dem tief eingekerbten Bachgraben, der in östlicher Richtung in das Tal hinunter führt. Das Gewässer hat in diesem zweiten Abschnitt einerseits den Namen Grenzbach, so auf der Landeskarte der Schweiz und auf der Gewässerkarte des Kantons Solothurn, und es wird andererseits auch Eibächli genannt, so gemäss dem Bachkataster im Geoportal des Kantons Aargau.
Der Gewässername Eibächli passt zu den Flurnamen in der Umgebung: Die Talniederung in der Mitte zwischen Kienberg und Wittnau wird Ei und Eimatten genannt, und der westliche Abhang, durch den der Wildbach fliesst, ist die Eihalde oder mundartlich genauer Eiholde. Der im Schweizerdeutschen häufige Lokalname «Ei» (oder Au, Äu, Eu) geht auf das mittelhochdeutsche „ouwe“ für 'Gebiet am Wasser' zurück. Der Name Eibächli könnte daher älter sein als die Bezeichnung Grenzbach.
Auf etwa verlässt der Bach das bewaldete Tobel und fliesst auf das offene Wiesland auf dem Bachschuttkegel hinaus. Der letzte Abschnitt seines Verlaufs und auch die Lage der Kantonsgrenze wurden bei einer Korrektion der Talstrasse geändert. Der Grenzbach verläuft nun am südlichen Rand der Wiese in einer unterirdischen Dole. Die Hauptstrasse 276, die hier auf der solothurnischen Seite Wittnauerstrasse und auf der aargauischen Kienbergstrasse heisst, wurde begradigt und überquert nahe der Grenze auf einer neuen Betonbrücke den Dorfbach. In diesen mündet der Grenzbach, im Kanton Solothurn, bei der Brücke über eine kleine Schwelle. Seine Mündung liegt fast 100 Meter tiefer als die Quelle. Vor der Strassenkorrektion verlief der Grenzbach etwas weiter nördlich über die Wiese in der Ei, passierte die Kantonsstrasse in einem eigenen Durchlass und mündete erst danach in den Dorfbach.
An die ehemalige Linienführung der Talstrasse erinnert noch ein Wegkreuz, das auf der Kienberger Seite mitten in der Wiese und etwas von der heutigen Strasse entfernt steht.
Neben dem Gerinne des Grenzbachs steht ein alter Markstein Aargau-Solothurn von 1875, der 1992 bei der Grenzbereinigung versetzt wurde. Etwa 250 Meter nach der Mündung des Grenzbachs kommen der Kienberger Dorfbach und die Kantonsgrenze zusammen. Etwas mehr als einen Kilometer weit folgt die Grenze diesem Bach, der in Wittnau Altbach heisst und später mit dem Namen Bruggbach bei Frick die Sissle erreicht.Bruggbach auf schweizerfluss.ch.
Weblinks
Eibächli auf dem Geoportal des Kantons Aargau Grenzbach auf dem Geoportal des Kantons Solothurn Heimetlosenbächli auf dem Geoportal des Kantons Basel-Landschaft
Einzelnachweise
Kategorie:Fluss im Kanton Aargau Kategorie:Anwil Kategorie:Kienberg SO Kategorie:Wittnau AG