mini|hochkant=1.4|Ansicht von Westen, 2026 Das reformierte Pfarrhaus ist ein hoher Blockbau im Dorf Elm der Gemeinde Glarus Süd in der Schweiz. Das 1808 erbaute Pfarrhaus ist in das Inventar der Kulturgüter von regionaler Bedeutung (B-Objekt, KGS-Nr. 02666) eingetragen.

Lage Das Pfarrhaus (Dorf 55) steht im Dorfkern nördlich der reformierten Kirche an der ansteigenden Sandgasse. Westlich gegenüber steht mit dem Zentnerhaus ein herrschaftliches Holzhaus sowie Kulturgut von nationaler Bedeutung, östlich das ehemalige, 1842 erbaute Schulhaus (jetzt Besucherzentrum Glarnerland des Geoparks Sardona).

Geschichte Die Kirche wurde in den letzten Jahren des 15. Jahrhunderts errichtet. Fridolin Elmer aus dem alten Häuptergeschlecht war einer der Hauptbefürworter der Reformation im Glarnerland. Die Elmer Kirchgenossen bekannten sich im März 1528 zum neuen Glauben und verbrannten den Altar. Sie lösten sich 1595 von Matt, stellten einen eigenen Pfarrer ein und errichteten ein Pfarrhaus, dessen nördliche Stube über 200 Jahre als Schullokal diente.Jürg Davatz: Elm. S. 10, 12, 26.

Das gegenwärtige Pfarrhaus wurde 1807/1808 erbaut. Bauherren waren die Gemeinde Elm und der Kirchmeier Walter Freitag. Bis zur Fertigstellung des Schulhauses befand sich im Erdgeschoss ein Schulzimmer. Der Holzbau wurde 1894 vollständig verputzt. Die Fenster erhielten Klappladen.Pfarrhaus. In: Jürg Davatz: Elm. S. 18, 23. Die Gemeinde folgte der Ortsplanung des Architekten Jakob Zweifel und stimmte 1968 einer Zonenplanung und Bauordnung zu, die 1972 noch restriktiver gefasst wurde. Drei Jahre später erhielt Elm eine Auszeichnung im Wettbewerb des Europäischen Denkmalschutzjahrs des Europarats. Das Pfarrhaus wurde 1975/1976 «beispielhaft» in den ursprünglichen Zustand versetzt. Nach dem Wakkerpreis von 1981 wurde Elm 1988 in das Inventar der schützenswerten Ortsbilder nationaler Bedeutung (ISOS) aufgenommen. Das Haus selbst steht unter dem Schutz von Bund und Kanton.

Beschreibung Das Gebäude ist ein dreigeschossiger Strickbau mit asymmetrisch angelegten Fassaden. Die Westfassade zeigt Einzelfenster über dem Eingang sowie Reihenfenster in Zweier- und Dreiergruppen. An der Südfassade sind die Fenster westseitig in Vierer- und ostseitig in Dreiergruppen angelegt. Sie haben wie das Zentnerhaus ortstypische Falläden. Das «Brückli» ist zweiarmig und trägt ein haubenartiges Vordach über dem Zwischenpodest. Das Rokokogitter des Guckfensters neben der Tür zeigt in vier Zeilen: «1808 CE WF BH» (Communitas Elm – Walter Freitag – Bauherren).

Siehe auch Liste der Kulturgüter in Glarus Süd

Literatur Jürg Davatz: Elm (= Schweizerische Kunstführer. Nr. 302). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1981, ISBN 3-85782-302-X.

Weblinks

Belege

Kategorie:Pfarrhaus in der Schweiz Kategorie:Bauwerk in Glarus Süd Elm Kategorie:Kulturgut von regionaler Bedeutung im Kanton Glarus Kategorie:Bauwerk aus Holz Kategorie:Erbaut 1808